(openPR) Jubiläum am Deutschen Herzzentrum München (DHM): Knapp ein Jahr nach der ersten Katheter gestützten Aortenklappenimplantation haben die Chirurgen der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am 26.05.2008 den 100. Eingriff mit dieser Methode durchgeführt. Die 90-jährige Patientin litt unter einer schweren Aortenklappenstenose und konnte mit dem Katheterverfahren erfolgreich behandelt werden. Der Eingriff wurde im hoch modernen Hybrid-Operationssaal vorgenommen. Als eine der wenigen Kliniken weltweit implantiert das DHM beide auf dem Markt befindlichen Herzklappenprothesen. Dies bietet den Vorteil, dass noch genauer auf den individuellen Bedarf des Patienten eingegangen werden kann.
Beim revolutionären, extrem minimal invasiven Verfahren der Katheter gestützten Aortenklappenimplantation ist ein Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine nicht mehr notwendig, das Herz schlägt also während der Implantation weiter. Die Dauer des Eingriffs ist wesentlich kürzer und die Methode deutlich schonender als konventionelle Verfahren. Schwerstkranken Patienten, für die eine Operation mit herkömmlichen Verfahren zu risikoreich wäre, kann nun durch das Katheter gestütze Verfahren eine optimale Therapie angeboten werden.
Der Eingriff wird entweder „transfemoral“, lediglich über die Punktion eines Leistengefäßes, oder „transapikal“, über einen minimalen Hautschnitt im Rippenbereich vorgenommen. Über ein spezielles Ballonkathetersystem bringen die Chirurgen die zu implantierende Herzklappe in die richtige Position im Herzen. Die Implantation wird unter ständiger Ultraschall- und Röntgenkontrolle durchgeführt und dauert nur wenige Minuten.
„Die Anwendung Katheter gestützter Verfahren im Hybrid-Operationssaal läutet eine neue Ära in der schonenden Behandlung von Herzkrankheiten ein“, so Prof. Dr. Rüdiger Lange, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am DHM. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Katheter gestützte Verfahren zur Therapie von Herzklappenerkrankungen als Standardtherapie etabliert haben. Allerdings müssen solche Eingriffe immer in einem herzchirurgischen Umfeld stattfinden, damit im Notfall ohne Zeitverlust konventionell operiert werden kann.“ Ideal gelöst ist dies im Hybrid-Operationssaal, einer Synthese aus kardiochirurgischem Operationssaal und vollwertigem Herzkatheterlabor. Neben allen Möglichkeiten eines herzchirurgischen Operationssaales bietet der Hybrid-OP zusätzlich eine Durchleuchtungseinrichtung zur Röntgenkontrolle, wie sie für die Katheter gestützten Verfahren notwendig ist. Weltweit gibt es nur sehr wenige Kliniken, in denen ein Hybrid-OP zur Verfügung steht. Der einmalige Erfahrungsschatz der Ärzte und die exzellente technische Ausstattung ziehen Experten aus aller Welt ans DHM, um hier die modernen interventionellen und minimal invasiven Techniken zur schonenden Behandlung von Herzklappenfehlern zu erlernen.





