(openPR) Köln - Ein simples Beispiel: ein Veterinärmediziner bekommt für den Hausbesuch bei einem kranken Mastschwein € 43,00. Ein niedergelassener Hausarzt in NRW bekommt für den Hausbesuch eines Patienten ca. € 14,50. So liegt die wirtschaftliche Überlegung nahe, sich doch eher dem Mastschwein zu widmen.
Ein sarkastischer Vergleich, doch macht dieser deutlich, dass jetzt endgültig der Zeitpunkt für selbstbestimmte Veränderungen bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten gekommen ist. Unternehmertum und Organisation sind die Schlüsselwörter.
Das Bild der gut verdienenden Götter in weiß besteht in den Köpfen der Menschen, falsche Vorstellungen werden von einigen Medien populistisch propagiert, doch die Wahrheit sieht leider anders aus.
Viele hunderte Praxen in Deutschland kämpfen um ihre Existenz. Praxisumsatz wird oft mit dem Arzteinkommen „verwechselt“ und symbolisiert in den Medien nach wie vor astronomische Gehälter. Vergessen werden die Mietkosten, der Strom, die Angestellten und vieles mehr. Man hat den Eindruck, als würden Patienten über die Modalitäten der Abrechnungen zwischen Arzt und Kassenärztlicher Verrechnungs-stelle bewusst unwissend gehalten, um die Dramatik der aktuellen Situation zu verschleiern.
Bei einer Lobby von ca. 250 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, die jede einzeln einen nicht unbeträchtlichen Verwaltungsapparat am Leben erhält, sollte sich der mündige Bürger einige Fragen stellen.
Etliche Millionen fließen in Verwaltung, Werbung und Personal, die eigentlich für das Gesundheitssystem vorgesehen wären. Mittlerweile kommt, statistisch gesehen, auf jede niedergelassene/r Ärztin /Arzt, ein Kranken- kassenmitarbeiter.
„Niedergelassene Medizinerinnen und Mediziner müssen beginnen, sich aus dem hierarchischen System zu lösen und wirtschaftlich zu emanzipieren, auch wenn in der Regel die Ausbildung ihnen anderes gelehrt hat.
Leistungen und Profil müssen sichtbar gemacht machen, Kommunikation muss betrieben werden, um in diesem Verdrängungswettbewerb überleben zu können.
Das Erscheinungsbild, die Vision und die Strategie einer Praxis (mit Praxislogo, Homepage, Flyer, Visitenkarten, Terminkarten, Verhalten am Telefon etc.) wird, neben hervorragender ärztlicher Leistung, mit dazu beitragen, die eigene Praxis wirtschaftlich erfolgreich zu führen.“, so Stefan Elmshäuser, der Gründer des deutschen instituts für medizinmarketing in Köln.
Patienteninformation, Kommunikation der Niedergelassenen, Gruppierung zu Interessensverbänden, Netzwerkgründungen etc. werden zu wichtigen Bestandteilen der täglichen Praxis.
„Die signifikant wirtschaftlichen Veränderungen der Arbeitsbedingungen für niedergelassene Mediziner hat uns im Jahr 2006 dazu veranlasst das anästhesienetz nrw zu gründen. Bereits nach knapp einem Jahr unserer Tätigkeit stellen wir fest, dass wir als Organisation wahrgenommen werden und uns so künftig eine Basis für Verhandlungen aufbauen können.“, so Dr. med. Thomas Buchmann, der erste Vorsitzende des anästhesienetz nrw e.V..
Mensch oder Mastschwein, dieser Frage müssen sich auch mittlerweile die Patienten stellen.










