(openPR) Der Internationale Ausschuss für den Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen hat heute die Debatte um die Zukunft der Einrichtung eröffnet. Auf der zweitägigen Jahresversammlung des Ausschusses in Warschau wurde die Einsetzung einer entsprechenden Arbeitsgruppe beschlossen. „Nach der Öffnung der Archive für die Forschung und dem allmählichen Rückgang der humanitären Arbeit stellt sich die Frage nach der künftigen Struktur und Trägerschaft des Internationalen Suchdienstes“, sagte Beat Schweizer, Stellvertretender Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).
Der Internationale Ausschuss, dessen elf Mitgliedsstaaten dem Suchdienst in Arolsen vorstehen, hat der Arbeitsgruppe den Auftrag erteilt, „die künftigen strukturellen und organisatorischen Herausforderungen zu ermitteln und Empfehlungen für den Umgang mit diesen herauszuarbeiten.“ Ein erster schriftlicher Bericht soll der nächsten Jahresversammlung im Mai 2009 in London unterbreitet werden. Die Mitgliedsstaaten, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und der ITS werden an der Arbeitsgruppe teilnehmen. Den Vorsitz übernimmt Botschafter Pieter Jan Wolthers aus den Niederlanden.
„Die Einrichtung der Arbeitsgruppe ist eine Konsequenz aus der 2006 getroffenen Entscheidung zur Öffnung der Archive für die historische Forschung. Diese hat unmittelbare Auswirkungen auf die Aufgabenbereiche des Suchdienstes und wirft die Frage nach der künftigen Rolle des Internationalen Suchdienstes und nach seiner Leitung durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz auf“, sagte der bisherige Präsident des Ausschusses und polnische Botschafter Krzysztof Kocel. „Angesichts der enormen Bedeutung der historisch wertvollen Zeugnisse, die beim Suchdienst in Arolsen lagern, sehen wir uns als Internationaler Ausschuss in der Verantwortung.“ Turnusgemäß übernimmt Großbritannien für die nächsten zwölf Monate den Vorsitz des Ausschusses.
Der Internationale Ausschuss beriet darüber hinaus den Fortschritt der Digitalisierung der beim Suchdienst vorhandenen Dokumente. Diese ist Voraussetzung für den einstimmig verabschiedeten Transfer der Daten an die Mitgliedsstaaten und soll 2011 abgeschlossen werden. Zurzeit beendet der ITS die Digitalisierung der Zwangsarbeiterdokumente. Gleichzeitig hat das Scannen der Dokumente aus den Lagern für Displaced Persons begonnen, die als Überlebende aus Konzentrationslagern, Zwangsarbeit und teilweise aus Kriegsgefangenschaft am Ende des Zweiten Weltkrieges befreit wurden. 70 Prozent des ITS-Bestandes liegen mittlerweile in digitaler Form vor. „Die zeitnahe und verlässliche Beantwortung der Anfragen, die konsequente Digitalisierung der Dokumente und der Aufbau der historischen Forschung sind die drei Hauptaufgaben, denen sich der Internationale Suchdienst prioritär in der kommenden Zeitspanne widmet“, so ITS-Direktor Reto Meister.








