(openPR) Die Saat der jahrelang betriebenen Umgestaltung des Sozialstaates geht langsam auf.
Leider nicht ganz im Sinne derer, welche dies zu verantworten haben.
Störfaktoren wie die Äußerung des Altbundespräsidenten Herzog zur Rentenerhöhung 2008 oder die nicht mehr enden wollende Liste von offenen und verdeckten Kürzungen für die Rentner(innen) seit der Reform von 1957 und der über viele Jahre von den verschiedensten Arbeitgeberpräsidenten geforderte und bei der Politik durchgesetzte Sozialabbau mobilisieren die Betroffenen und kehren die Stimmung um.
Denn die Betroffenen lassen sich das alles einfach nicht mehr gefallen!
Die Unruhe bei den Betreibern des sozialen Umbaus, allen voran die Herren Miegel, Biedenkopf, Raffelhüschen, Riester, Sinn, Maschmeyer, Rürup u. a. ist deshalb verständlich. Und schon zeichnen sie und ihre Institute neue Horroszenarien an die Wand.
Da sind die unter dem Deckmantel des (herbeigeredeten) Generationenkonfliktes meinungsbildenden Angriffe der Herren Spahn, Mißfelder, Weber oder Klöckner geradezu durchsichtig. Auch die von Herrn Herzog.
Das früher gut funktionierende Sozialsystem ist von Lobbyisten und letztlich den hörigen Politikern systematisch zerstört worden. Stakkatoähnlich predigten sie den Wandel von der staatlichen Vorsorge zur eigenverantwortlichen und hofften, ihr übles Spiel würde nicht entlarvt. Leider haben sie aber überzogen und nun bläst ihnen der Gegenwind die eigenen Saatkörner des Sozialabbaus ins Gesicht.
Die zu Lasten der Beitragszahler durchgeführten Veränderungen haben die Grenze des Erträglichen erreicht. Ebenso die fortwährend demagogischen Einflussnahmen von Lobbyisten, die selber nicht betroffen sind.
Der Widerstand gegen den Sozialabbau wächst und die Wertehaltung gegenüber einer starken Solidargemeinschaft in einer vorrangig staatlich gestützten Altersvorsorge nimmt zu. Denn dies wäre nach wie vor die beste Lösung.
Vorausgesetzt, alle Erwerbstätigen, also auch Beamte, Politiker, Selbstständige und Aufsichtsräte etc. werden beteiligt; bei gleichzeitiger Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenzen.
Auch wenn sich die Regierungsparteien nicht auf eine solche Basisbeteiligung einigen können, die ADG fordert weiterhin die Bürgerversicherung zur Bewältigung der bevorstehenden Versorgungsprobleme und zur Erreichung des sozialen Friedens in Deutschland.
Es sei daran erinnert, dass die scheinheilige Aussetzung des Riesterfaktors bei der Rentenberechnung für die Jahre 2008 und 2009 nicht einmal zu einer echten Erhöhung der Renten führt, sondern diese Aufstockung bis zur Anwendung des Nachhaltigkeitsfaktors nur geliehen ist.
Verglichen mit dem in den nächsten Jahren zu erwartenden Supergau bei den Pensionslasten ist die von Herrn Herzog so gefürchtete Belastung des Staates wegen dieser Pseudorentenerhöhung in ihrer Dimension geradezu lächerlich.












