(openPR) Immer mehr Landwirte schwören auf eine Kalkstickstoffdüngung zur Aussaat von Raps. Was ist dran an der Wirkung dieses außergewöhnlichen Stickstoffdüngers? AlzChem hat Praktiker aus den verschiedenen Regionen nach ihren Erfahrungen gefragt.
Johannes Wippenbeck aus Vilsbiburg in Bayern betreibt einen Ackerbaubetrieb mit Schweinezucht und Schweinemast. Rund 60 Hektar Raps baut er alljährlich an. Zum Kalkstickstoff ist er gekommen, nachdem sein selbst verfüttertes Getreide steigende Mykotoxingehalte aufwies. „Ich wollte innerhalb der Fruchtfolge etwas für die Bodenhygiene machen, um den Krankheitsdruck aus dem Boden zu reduzieren. Um den Erfolg zu überprüfen, haben wir einen Dauerversuch über die ganze Fruchtfolge angelegt. Dort geben wir zum Raps 40 N als Kalkstickstoff zur Saat. Die Andüngung im Frühjahr erfolgt mit einem Stickstoff-Schwefeldünger und als zweite Gabe fallen noch einmal 60 N in Form von Kalkstickstoff. In der Ernte 2012 kamen wir bei dieser Variante auf einen Ertragszuwachs von 4 dt und erreichten einen Hektarertrag von fast 6 Tonnen. Wir suchten eine Erklärung für diesen überraschenden Unterschied und haben uns die Rapsstoppeln angeschaut. Dabei fiel uns auf, dass auf den Kalkstickstoff-Varianten die Stängel fast alle noch grün waren, während auf den anderen Parzellen fast die Hälfte der Stängel schwarz und vorzeitig abgestorben war“, so Wippenbeck.
Die richtige Anwendung ist der Schlüssel zum Erfolg
Die ammoniumbetonte N-Wirkung des Kalkstickstoffs sorgt für ein kräftiges Wurzelsystem und verhindert ein Überwachsen des Bestandes. Der reaktive Kalk stabilisiert die Bodenkrume und erleichtert der Saat das Auflaufen. In den ersten Tagen nach dem Ausstreuen ist Kalkstickstoff für Schnecken und deren Eier unverträglich. Bei starkem Schneckendruck empfiehlt es sich, zusätzlich nach der Saat ein Molluskizid auszubringen. Durch seine bodenhygienischen Nebenwirkungen mindert eine Kalkstickstoff-Düngung zur Saat das Risiko eines frühen Befalls durch die Kohlhernie. Auch andere Schaderreger wie Phoma, Sklerotinia und Verticillium sowie die Kohlfliege treten nach einer Kalkstickstoffdüngung erfahrungsgemäß weniger in Erscheinung. Der geringste Befall mit Kohlhernie zeigt sich meist, wenn der Kalkstickstoff kurz vor der Saat gestreut und nur durch den Sävorgang ganz oberflächlich eingemischt wird.
Dr. Hans-Jürgen Klasse, AlzChem Marketing-Experte für Landwirtschaft empfiehlt: „Streuen Sie 200 – 250 kg/ha Kalkstickstoff PERLKA kurz vor der Saat. Auf leichten Böden eher die untere Menge wählen. Die Einarbeitung durch den Sävorgang ist völlig ausreichend. Eine Wartezeit zwischen Düngung und Aussaat ist bei der empfohlenen Aufwandmenge nicht nötig. Falls eine Düngung vor der Saat nicht möglich ist, kann ab dem 4-Blattstadium eine Düngung mit 150 kg (leichte Böden!)bis 250 kg/ha Kalkstickstoff PERLKA auf trockenen Bestand erfolgen..“
Die Basis für gute Rapserträge wird im Herbst gelegt. Was hier versäumt wird, kann im Frühjahr nicht mehr aufgeholt werden. Die Bestände sollen sich aber auch nicht überwachsen. Durch seine verhaltene und gleichmäßige Stickstoffwirkung ist Kalkstickstoff ideal und sorgt für gut entwickelte, winterharte Bestände.










