(openPR) Beginn des vibrationsseimischen Verfahrens nach Pfingsten
Regensburg. 02.05.2008. Seit letzter Woche laufen die Vorbereitungen zur Erschließung heißer Thermalquellen im Gemeindegebiet zwischen Utting, Schondorf und Finning. Geplant ist der Bau eines geothermischen Kraftwerks. Im Auftrag der Geoenergie Bayern GmbH wurde bereits mit dem Verlegen der Messkabel und Geophonketten begonnen. Ab 13. Mai beginnen die eigentlichen Untersuchungen des Untergrunds mittels Virationsseimik.
Geothermie – was ist das?
Geothermie nutzt die vom glühenden Erdkern ausgehende Erdwärme. Durch Bohrungen gelangen heiße Themalwasser oder -dampf an die Erdoberfläche. Mit dieser Wärmeenergie werden Generatoren betrieben um klimafreundlichen, CO2-freien Strom zu erzeugen oder Fernwärmenetze beschickt.
Je tiefer man bohrt desto heißer sind die wasserführenden Gesteinsschichten. Man kann davon ausgehen, dass in Mitteleuropa die Temperatur in den obersten Erdschichten um ca. 3° C pro 100 m zunimmt. Im Erdkern liegen die Temperaturen etwa zwischen 5000 und 6000°C. Diese in der Erde gespeicherte Wärme ist praktisch unerschöpflich und unabhängig von Wind und Wetter rund um die Uhr verfügbar.
Erkundung am Ammersee
Im süddeutschen Molassebecken herrschen besonders gute Bedingungen für die Energiengewinnung durch hydrothermale Tiefengeothermie. Heißes Thermalwasser kann zur überirdischen Nutzung durch Bohrungen gefördert und danach unbelastet wieder in die ursprüngliche Tiefe zurückgepumpt werden.
Die seismischen Untersuchungen westlich von Utting dienen zur Festlegung optimaler Bohrplätze und damit zur Auswahl des bestmöglichen Standortes für ein geplantes Geothermiekraftwerk der Geoenergie Bayern GmbH.
Aus dem heißen Wasser im Untergrund der Region Utting-Finning soll ab 2011 umweltfreundlicher Strom produziert werden, zusätzlich besteht die Möglichkeit angrenzenden Gemeinden günstige, preisstabile Wärme anzubieten, was sich durch die Preissteigerung fossiler Brennstoffe zunehmend zu einem Standortfaktor für Kommunen entwickelt.
Das vibroseismische Verfahren
Nach Pfingsten beginnen die seismischen Messungen mit Spezialfahrzeugen im Untersuchungsgebiet zwischen Utting, Schondorf und Finning. Die Messtrupps arbeiten sich von Süd nach Nord durch das Erkundungsgebiet. Voraussichtlich Mitte Juni 08 werden die Messungen beendet.
Das seismische Verfahren nutzt das physikalische Gesetz, dass Schwingungen sich von der Erdoberfläche in die Tiefe fortpflanzen und von Gesteinsschichten reflektiert, wieder an die Erdoberfläche gelangen. Die reflektierten Schwingungen werden an der Oberfläche durch die Geophone, elektro-mechanische Wandler, die Bodenschwingungen aufnehmen, gemessen und zu einem dreidimensionalen Bild des Untergrundeszusammengesetzt, mit dem sich mögliche Thermalwasservorkommen bestimmen lassen.
Die Vibroseis-Fahrzeuge, 20 Tonnen schwere Spezialfahrzeuge mit bodenschonender Niederdruckbereifung, senden ca. alle 50 m Schwingungen, entlang der in diesen Wochen vermessenen Vibratortrassen in den Boden. Die Messungen werden durch die Firma DMT GmbH & Co. KG durchgeführt. „Die Schwingungen sind in näherer Umgebung als leichte Vibrationen wahrnehmbar“, so Antje Behnisch von der Geoenergie Bayern. „Für kurzfristige Geräuschbelästigungen und Behinderungen des Verkehrs bitten wir um Verständnis. Der Konvoi des Messtrupps wird sich so zügig wie möglich vorwärts bewegen.“










