(openPR) Diese Woche recherchieren beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Arolsen 42 Genealogen. Es handelt sich vorwiegend um jüdische Namensforscher aus den USA, Australien, Israel und Großbritannien. Sie tragen Informationen zu Opfern und Überlebenden des Holocaust zusammen. „Es ist die bislang größte Forschergruppe, die zum ITS nach Arolsen gekommen ist“, sagte ITS-Vizedirektor Erich Oetiker. „Die Öffnung der Archive zeigt Wirkung und wird als Bereicherung empfunden.“
Gerade für die Familienforscher seien die Dokumente des Suchdienstes mit 50 Millionen Hinweisen auf 17,5 Millionen Menschen eine wahre Fundgrube, äußerte Gary Mokotoff. „Die Nazis haben den sechs Millionen Opfern des Holocaust ihren Namen genommen und sie zu Nummern gemacht. Unsere Aufgabe ist es, ihnen wieder ein Gesicht und einen Familienstammbaum zu geben. Beim ITS können wir wertvolle Hinweise finden und Lücken schließen.“
Der US-Amerikaner gilt als führender jüdischer Genealoge und hat die Reise der Familienforscher nach Arolsen organisiert. Unter den Genealogen sind auch direkt vom Holocaust Betroffene und Angehörige nachfolgender Generationen. „Doch das Wissen um das Schicksal der Einzelnen geht mit den Generationen verloren. Deshalb gewinnt die Genealogie an Bedeutung“, so Mokotoff.
Zwar seien die Dokumente des ITS in Teilen bereits in den USA und Israel einsehbar, doch fehlten dort im Moment noch die Korrespondenzakten zwischen Anfragenden und dem ITS. Zudem hätten die Mitarbeiter in Arolsen die größte Erfahrung im Umgang mit den Daten. „Die Reise lohnt sich daher“, so Mokotoff. „Ich werde weitere Forscher ermuntern, nach Arolsen zu kommen. Dass die Archive jetzt frei zugänglich sind, erfüllt mich mit großer Zufriedenheit.“ 5000 Einzelschicksale haben die Familienforscher diese Woche in Arolsen untersucht.
Für den ITS sei die Gruppe der Genealogen der Auftakt für diese Art von Forschung in Arolsen, erläuterte Oetiker. Mitte Juni werde der ITS gemeinsam mit dem US Holocaust Memorial Museum in Washington einen Workshop für Historiker anbieten. Darüber hinaus gebe es einen regen Austausch mit deutschen Gedenkstätten, Historikern und Archivaren sowie Gespräche mit Forschungsinstituten über eine engere Zusammenarbeit.












