(openPR) Irgendwie hatte sich Philipp sein erstes Formel 3-Rennwochenende ganz anders vorgestellt. Mit zwei Testbestzeiten an Ort und Stelle in Hockenheim im Rücken ging Philipp zusammen mit seinem HS Technik-Teamkollegen Sebastian Saavedra als einer der Favoriten in die beiden Qualifyings - dort wurde das Duo dieser Rolle gerecht.
Zweimal erste Reihe am Debütwochenende - hatte Philipp damit gerechnet?
Natürlich nicht. "Aber ich wusste, dass unsere Chancen ganz gut standen." Im ersten Qualifying hatte er etwas Pech. "Ich hatte Verkehr auf meiner schnellsten Runde", klagte Philipp. Sonst wäre er schon in seinem ersten Formel 3-Qualifying auf die Pole gefahren. So holte er das am Nachmittag im Qualifying für das Sonntagsrennen nach. "Das war schön. Aber am wichtigsten war: immer wenn wir draußen waren, waren wir die Schnellsten."
Warum hat es dann in den Rennen nicht geklappt?
Der Start war schuld. "Mir ist leider zweimal das gleiche Missgeschick passiert", gestand Philipp. "Ich hatte anscheinend noch nicht die richtige Koordination für die neuen Abläufe am Start drin." Zweimal kam er am Start nicht weg. Das erste Rennen beendete er als Neunter, das zweite nach einer furiosen Aufholjagd von Platz 26 sogar auf Position 4.
Was war das Problem am Start?
Auf der Zeitenjagd und im Zweikampf ist Philipp bereits voll in der Formel 3 angekommen. Beim Start machten sich jedoch an seinem ersten Rennwochenende noch kleine Umstellungsschwierigkeiten von der Formel BMW auf die Formel 3 bemerkbar. "Im Formel BMW ist das Starten extrem einfach", beschreibt Philipp. "Man muss nicht mit der Kupplung spielen und kann komplett von der Kupplung runtergehen." Im Formel 3-Auto sieht das anders aus. "Man muss die Kupplung am Schleifpunkt halten - es ist ein komplett anderer Start", verrät Philipp. Wenn das nicht perfekt funktioniert, stirbt der Motor ab. "Dabei hatte ich in beiden Rennen noch Glück, dass mir keiner hintendrauf gefahren ist."
Aber Aufgeben gibt's nicht: Wie war die Aufholjagd?
Das Sonntagsrennen wurde mit zwei Safety-Car-Runden eröffnet, die Philipp jedoch nicht viel halfen: der Fahrer vor ihm ließ einen zu großen Abstand zum Feld, so dass Philipp sich in den Runden nach dem Re-Start erst mal nach vorne arbeiten musste. "Aber dann bin ich von 26 auf 4 vorgefahren - das war ganz gut", lächelte er. Der Dank gilt dem Team, das ihm und seinem Teamkollegen das gesamte Wochenende über das schnellste Auto im Feld zur Verfügung stellte.
Dennoch war die Leistung bravourös: immerhin gab es bei den beiden Rennen der F3 EuroSerie vor einigen Wochen kaum Überholmanöver. Wie hat es Philipp geschafft? "Ich fuhr wie ein Messer durch weiche Butter, habe mich nicht aufhalten lassen und bin immer gleich vorbeigefahren." Eine gehörige Portion Wut im Bauch beflügelt eben besser als so mancher Energy Drink. Klar ist er etwas enttäuscht, nach den guten Startpositionen keinen Podiumsplatz erzielt zu haben. "Aber wir hatten den Speed, waren klar die Schnellsten im Feld." Damit gelang wenigstens ein guter Start in die neue Saison.
Über Philipp Eng...
Bereits seit dem Alter von neun Jahren ist Eng wettbewerbsmäßig unterwegs. Er begann in einem Kart und wurde österreichischer Meister in den Klassen Division IV Kadetten 80cc (2000), Division V Bambinis 60cc (2001) und der ICA Junior-Klasse (2002). 2003 folgte ein Lernjahr in Italien und 2004 gewann er bei der EM die Qualifikation und holte bei den Italien Open den Gesamtsieg. 2005 war er abermals im Kart in Italien unterwegs, bevor er schließlich in die Formel BMW wechselte. Die schloss er 2007 als Gesamtdritter und Sieger des Formel BMW Weltfinales in Valencia ab. Der Lohn dafür: eine Formel 1-Testfahrt beim BMW Sauber F1 Team.
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