(openPR) „Sterbe-Kunst“ nährt nur Vorurteile gegen Künstler! Ist Gregor Schneider ein Schüler von Gunther von Hagen?“ Diese Frage drängt sich dem Duisburger Apotheker und Aktionskünstler Rudolf Kley auf. Seine Apothekerkunst wendet er jeden Tag an, um Leben zu erhalten, zu verlängern oder weiter lebenswert zu gestalten. Dem Tod hat er erst kürzlich bei einem Schlaganfall ins Gesicht gesehen. Ein Grund mehr für ihn, in seiner Kunst das Leben zu thematisieren. Damit seine Kunst auch bei den Mensch ankommt, sie animiert, für ihr Leben die Initiative zu übernehmen, es zu gestalten, will er erst einmal Transparenz in das Kunstgeschehen bringen. Das macht er seit seiner Aktion „Kunst ist Kohl“ 1981, einem Parallelhappening zu Vostells Fluxuszug. Gerade führt er die Luftpumpe als Qualitätsmaßstab für Kunst ein, „Weil es keinen objektiven Qualitätsmaßstab gibt!“
„Kunst ist das, was ein Künstler zur Kunst erklärt und die Gesellschaft ihm als solche „abkauft“. Damit können Glaubwürdigkeit aber auch bare Münze gemeint sein. Die Pfade, die zu einem solchen „Kaufvertrag führen sind sehr verschlungen. Ob der Weg am Friedhof vorbeiführen muss, um z.B. die Qualität des Lebens in seiner puren Form zu unterstreichen, ist eine persönliche Entscheidung des jeweiligen Künstlers. Für mich ist es allerdings arglistige Täuschung, wenn man Sterbenden indirekt im Rahmen einer skandalösen Aktion mehr oder weniger unbeabsichtigt ewiges Leben durch Aufnahme in die Kunstgeschichte suggeriert. Was sollten sie sonst für ein Interesse an der Teilnahme zu einer solchen Aktion haben? Mich persönlich interessiert nicht, ob es Kunst ist, was Gregor Schneider macht. Bruch eines Tabus gehört nicht unbedingt zur Kunst dazu, auch wenn Künstler in unserer Gesellschaft die Rolle des Tabubrechers oft übernehmen. Und ob er sein Ziel allein dadurch schon erreicht hat, dass über diese Aktion geredet und geschrieben wird, interessiert mich auch nicht. Wenn es ihm wirklich wichtig ist und er dem Publikum einen Sterbenden präsentieren will, dann sollte er meinetwegen öffentlich Selbstmord begehen. Aber nicht im Museum. Oder besteht seine Zielgruppe aus einer Handvoll abgezählter Intellektueller? Die Aktion nährt nur ein Vorurteil: „Künstler sind verrückt!““













