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Abfallentsorgung oder Abfallbewirtschaftung?

(openPR) Eine Potentialanalyse der betriebswirtschaftlichen Situation der Abfallerzeuger

Seit Verkündung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-AbfG) hat sich einiges in der Abfallszene getan. Waren anfangs die Entsorgungsnöte auf die Sonderabfälle (heute gefährliche Abfälle) fokussiert, stellten später die hausmüllähnlichen Gewerbeabfälle die Herausforderung dar. Heute ist die optimale Verwertung von Wertstoffen in Form von Erlösen das Ziel einer effizienten Abfallwirtschaft.



Sonderabfälle (gefährliche Abfälle)
Hier hatte der richtige Entsorgungsweg die absolute Priorität. Hinzu kamen große Unsicherheiten durch Interpretationsspielräume der Abfallbehörden bei Einführung der neuen Abfallkennziffern, zuerst als EAK Nummer im europäischen Abfallartenkatalog, später in einer überarbeitet Version als AVV Ziffern in der Abfallverzeichnisverordnung. Damit sollten die Abfälle dem vorgesehenen Entsorgungsweg leichter zugeordnet werden können. Durch entsprechende Marktkenntnisse waren leicht bis 50% der Entsorgungskosten zu reduzieren. Bei optimaler Nutzung aller Möglichkeiten sind heute immer noch bis 30% Ersparnis bei rechtskonformer Entsorgung zu erreichen, da verschiedene neuere Verwertungsverfahren die Andienungspflicht aufheben können. Dies wird aus verschiedenen Gründen wie z.B. falsche Fokussierung, zu wenig genutzt.

Gewerbeabfälle
Mit dem Ablagerungsverbot vom 01. Juni 2005 wurde eine neues Kapitel in der Abfallgeschichte Deutschlands aufgeschlagen: die Verwertung hatte nicht mehr nur dem Namen nach, sondern auch in der Umsetzung Vorrang. Der Kampf um den Müll begann.
Vorher schon ausgetragen, entbrannten noch heftigere Streitereien zwischen privater Abfallwirtschaft und kommunalen Entsorgern, da nun mehrere Millionen Tonnen Gewerbeabfall nicht mehr deponiert werden durften. Die Kommunen versuchten ihre „hoheitlichen Rechte“ mit der Überlassungspflicht durchzusetzen. Später wurde der Anspruch mit der „Daseinsvorsorge“ begründet. Die aktuelle höchstrichterliche Rechtsprechung hat diesen Vorstellungen ihre Grenzen aufgezeigt, gleichwohl wird weiterhin versucht, über Änderungen von Verordnungen verschiedener Fraktionen (Stichwort Verpackungen) wieder in die kommunale Verantwortung zu ziehen. Kostenoptimierung im Bereich von 20% sind trotzdem möglich.

Zwei Hauptsysteme konkurrieren um den (Gewerbe) Abfall

Die mechanisch-biologische Anlagen (MBA) gelten immer noch als umweltfreundlich, politisch gewollt und vielfach mit Vorschusslorbeeren versehen, da die „gute und umweltfreundliche stoffliche Verwertung“ doch so erstrebenswert sei. Nur leider sind sie überwiegend unwirtschaftlich. Obwohl man das Problem erkannt und sich bei neueren Anlagen der Wirkungsgrad erhöht hat, sind die prognostizierten Sortier- und Trennwerte häufig nicht erreichbar. Somit ist diese Art der Abfallbehandlung derzeit nicht als kosteneffizient zu bezeichnen.

Die Müllverbrennungsanlagen (MVA) der neueren Generation verwerten alle angelieferten Abfälle direkt thermisch und es wird hierbei nutzbare Energie wie Strom, Dampf/Fernwärme erzeugt. Die Anlagen werden in der Regel mit ca. 10% des gesetzlich erlaubten Schadstoffausstoßes betrieben. Die Verbrennungsreste wie Schlacke und Asche können z.B. im Straßenbau oder als Zuschlagsstoffe im Beton verwertet oder deponiert werden.

Eine Verwertung der neueren Art stellen die Ersatzbrennstoffe dar, die aus Gewerbemüll hergestellt werden und die klassischen Brennstoffe Kohle, Öl, Gas teilweise ersetzen. Die Abfallwirtschaft hat dazu Verfahren entwickelt, welche die Schadstoffe in diesen Brennstoffen minimieren und so einen breiteren Einsatz möglich machen. Bei einer für die Ersatzbrennstoffherstellung vorsortierten Abfallfraktion sind gegenüber den klassischen Gewerbeabfallkosten Einsparungen bis 30% möglich.

Verpackungen und Lizenzgebühren
Die noch nicht in Kraft getretene 5. Novelle der Verpackungsverordnung hat u.a. das Ziel, sogenannte Trittbrettfahrer zu eliminieren (lizenzpflichtige Hersteller oder Händler, die das Rücknahmesystem ohne Zahlung von Gebühren nutzen). Mittlerweile konkurrieren neben dem Dualen System Deutschland (DSD) noch sieben weitere Systeme um den lizenzierungspflichtigen Kunden. Hier kann man bei richtiger Auswahl des Anbieters eine erhebliche Kostenminimierung zu erzielen.

Verwertung von Wertstoffen
Aufgrund steigender Rohstoffpreise wird die Verwertung von Wertstoffen immer wichtiger. Dies können Papier oder Kartonagen, Kunststoffe und Metalle sein.
Allerdings sind viele Firmen froh über die kostenlose Entsorgung oder freuen sich über einen minimalen Gewinn bei Verkauf der Wertstoffe. Auch garantiert die Anbindung an eine offizielle Verwertungsbörse keine optimale Erlössituation, da viele Abfallerzeuger glauben, sich im richtigen, für sie geeigneten Index zu befinden. Hier werden derzeit die größten Potentiale verschenkt.

Fazit
Viele Unternehmen - sei es Kleinbetrieb, Mittelstand und sogar Konzerne - denken bei ihren Abfällen überwiegend an Entsorgung und nicht an eine effiziente Abfallbewirtschaftung. Sie verschenken somit erhebliche Potentiale, die sie zur Verbesserung ihrer
betriebswirtschaftlichen Situation nutzen könnten.

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