(openPR) Soundscapes – Transformation und Reflektion von Ritual-Architekturen
Iserlohn/Mailand, April 2008.
Im Rahmen der Dornbracht Culture Projects erscheint die erste Sammlung von Raumklängen zur Ritual-Architektur im Bad. Die Soundscapes sind die Transformation und Reflektion der Ritual-Architekturen. Dornbracht öffnet mit der Ritual-Architektur den Weg zu einem neuen Bewusstsein: Der Mensch wird zum „Badbewohner“ – ist nicht mehr nur „Badbenutzer“. Das Bad wird dadurch als bewusst erfahrbarer Lebensraum neu funktionalisiert: Mit Qualitäten, die weit über die rein körperliche Bedürfnisbefriedigung – das Waschen – hinausgehen. Anforderungen, die sich in Architektur, Design und in Materialitäten widerspiegeln. Das Bad eröffnet die Option, einen neuen, immateriellen Luxus zu definieren. Den Luxus eines einzigen, täglichen Rückzugsorts, der Körper, Geist und Seele wieder entdecken lässt.
Anregungen für die Umsetzung finden sich neben der reinen Produktentwicklung in den für bestimmte Produktthemen realisierten Leadbädern. 2003 MEM – Das ritualisierte Ich-Bad, ganz auf Kontemplation ausgerichtet. 2006 Tara.Logic - die Weiterentwicklung vom Private Spa zum Active Spa und 2007 Elemental Spa – ein Bad, das das Wasser in den Mittelpunkt stellt, mit Armaturen, die die Anmutung von Quellen haben und die Wasserstellen im Raum definieren. Sie sind Ursprung der Architektur. Das Bad als Refugium für die Seele.
Die hieraus entstandenen Soundscapes der „Noises for Ritual Architecture“ reflektieren das Verhältnis von Raum, Materialität und Bewegung innerhalb der Dornbracht Ritual-Architekturen von MEM, TARA LOGIC und ELEMENTAL SPA. Die Reihe wird nun im Rahmen eines SoundSpa vorgestellt.
Noise 1 MEM
“Noises 1 MEM“ huldigt den Musen Aoide, Mneme und Melete, den Musen der Musik, der Erinnerung und der Mediation. Musik erscheint eher als Möglichkeit denn als Form. Zurück bleiben Erinnerung, Ausdehnung und Leichtigkeit. In der MEM-Architektur schwindet die physische Materialität der Armatur und belässt im Vordergrund den Raum. Carlo Peters’ Komposition greift darin enthaltene geistige Energien auf, lässt auf dem schwebenden Teppich einer einzigen langsamen Schwingung zahlreiche Naturgeräusche mit digitalem Knacksen, Rauschen und Wehen korrespondieren.
Noise 2 Logic
"Noise 2 Logic“: Die Klanggestaltung für die TARA LOGIC Architektur orientiert sich an den Parametern Aktivität/Betätigung, Kraft, Bewegung. Hier lässt sich die Musik vielleicht am ehesten als Soundtrack im engeren Sinne verstehen. Das Frequenzband wird zum Laufband: Analog zur sportlichen Übung im geschlossenen Raum oder zum beschleunigten Herzschlag basiert der erste Abschnitt, „Amber Glass“ auf repetitiven Mustern, in denen pulsierende Klangfarben eine permanente Frische erzeugen. Auf perkussive Art wird Materie in einen tranceartigen Zustand überführt, bevor sie sich entmaterialisiert, abhebt und in "255.230.2 [a yellow]" eine Zwischenebene erreicht, gleich einer traumähnlichen Abflughalle. Den Abschluss dieser Reise mit der Mechanik des eigenen Körpers ist ein erneutes Niederkommen in einen ruhigeren, vorsichtigeren, behutsameren Zustand.
Noise 3 Elemental
Die Titel der drei Stücke von „Noise 3 Elemental“ benennen in unterschiedlicher Form das chemische Element Kupfer, welches die Oberflächen im ELEMENTAL SPA dominiert. „Cyprium 10834“ enthält die lateinische Bezeichnung sowie den Siedepunkt des Stoffes, „Ybergangsmetalle“ ist die altdeutsche Bezeichnung für die Kupfermetalle im Periodensystem, „Copper Acetate“ schließlich bezeichnet den Grünspan und spielt so auf die potentielle Wandelbarkeit des Stoffes an, die Teil des Materialkonzeptes ist.
Die Dreiteilung der Komposition lässt sich auch als Entsprechung zum Durchlaufen der verschiedenen Stationen der Reinigung verstehen: Am Beginn steht das Eintreten in die eindrucksvolle Welt von ELEMENTAL SPA, die grellen Eindrücke des Alltags ergeben sich aus einer tiefen, kraftvollen sonischen Bewegung. Der Mittelteil thematisiert die Begegnung mit dem Wasser. Das hörende Ohr ist Teil des Körpers auf den dieses trifft. Aber auch die umgebenden Materialien werden hörbar, Stahl und Kupfer geraten in Schwingung, scheinen sich um das Ohr zu drehen. In Verbindung mit dem dritten, sphärischen Abschnitt wird ein transformativer Übergang deutlich: Wird zunächst die Auseinandersetzung mit dem Unheimlichen, Dunklen in die ganzheitliche Reinigung eingeschlossen, so kann sich daraufhin die Perspektive öffnen; der räumliche Höreindruck wird am Ende nurmehr von der Weite eines Kosmos umschlossen.
Die CD-Edition
Die CD-Edition auf denen die „Noises“ erscheint, geht eine enge Verbindung mit ihrem Ausgangspunkt, den Ritual-Architekturen ein. Dennoch wird der Eigenständigkeit der Klangsphäre Rechnung getragen: Das jeweils beiliegende Poster zeigt bei MEM eine digitale Collage eines Ausschnittes aus dem Atrium, in dem sich der paradiesische Garten, der wiederum digital verzerrt ist, befindet. Für Elemental wurden an der gleichen Stelle Farb- und Oberflächeneindrücke aus dem „ELEMENTAL SPA“ bildlich ineinander geblendet. LOGIC ist das Poster der medialen Wand mit der Projektion von digitalisiertem Wasser. Auf den Covern selbst sind die verschiedenen Module der Badarchitektur und ihre Anordnung im Raum in abstrahierter Form zu sehen. Diese Geometrien funktionieren als Ikonen und sind so gewissermaßen die molekularen Grundelemente sowohl der Musik als auch der multimedialen Inszenierung von Jens-Oliver Gasde. Diese Ikonisierung macht deutlich: So sehr die Sicht auf Klang und Raum im Umfeld des Projektes auch erklärtermaßen mitgeprägt ist von musik- und wahrnehmungsphilosophischen Einsichten des „Erfinders“ von Ambient, Brian Eno, man hat sich doch eine neue Aufgabe gestellt: Music For Airports etwa, die stilbildende Platte von Brian Eno aus dem Jahr 1978 orientiert sich an einem imaginierten virtuellen Raum, erfüllt diesen modellhaft mit einer bisher fehlenden Qualität, während die Noises eine klangliche Vorstellung aus einem sehr konkreten Raum ableiten und sich mit dem Ablauf unterschiedlicher Rituale in unterschiedlichen bestehenden Material-Welten auseinandersetzen. Gerade dadurch können sowohl Klang und bewegtes Bild nach dem Unsichtbaren fragen: Sie bleiben abstrakt und diffus zugleich, fühlbar aber eben nicht völlig greifbar.
„Noises for Ritual Architecture“ wurde von Mike Meiré initiiert. Die Soundscapes des Kölner Komponisten Carlo Peters stellen die Beziehung zwischen Raum, Materialität und Bewegung in der Ritual-Architektur dar. „Noises for Ritual Architecture“ ist exklusiv im iTunes Store erhältlich. Die computergenerierten Animationen von Jens-Oliver Gasde vervollständigen die Inszenierung im SoundSpa.
Noises for Ritual Architecture ist der aktuelle Beitrag von Mike Meiré zur Reihe der Dornbracht Edges einer Projektreihe der Dornbracht Culture Projects, die sich an der Schnittstelle von Architektur, Design und Utopie bewegen. Den Anfang machten 2001 die „Dornbracht Bathmodules“ mit virtuellen Architekturen von David Adjaye, Edward Barber, Jay Osgerby, Torsten Neeland und Claudio Silvestrin. Es folgten 2002 Matali Crasset mit „Update / 3 Spaces in one“, einer futuristisch poetischen Neu-Interpretation des Bades, 2003 Mike Meiré mit seinem „E-R-S“, dem Energetic Recovery System als visionärem Ort in Form einer Pipeline zur körperlichen und geistigen Reinigung und 2006 „The Farm Project“ von Mike Meiré, die Inszenierung der Küche als Bühne des Lebens und nicht als Showroom für Design.











