(openPR) In einwandfreiem Design präsentieren sich bekannte Logos der Konsumwelt. Das aus Spanien stammende und auch in Berlin aktive Künstlerduo PSJM begreift sich als Label, das Kunst im ökonomischen Sinne produziert, sie wollen den Unterschied zwischen künstlerischer und industrieller Produktion verwischen. Die zu Symbolen mutierenden Markenzeichen abstrahieren die Welt in eine unangreifbare Oberfläche von Etiketten und laden sie mit einer Vagheit an Bedeutung auf, die stets positiv konnotiert ist. Der Slogan Made by slaves for free people konterkariert beispielsweise anhand von Sport-Marken die dem Symbol anhaftende Magie mit einer unerwarteten Aussage. Im neuen Kontext verlieren die Symbole der Popkultur ihre affirmative Stellung, ihre selbstverständliche Präsenz gerät ins Wanken und ihr Automatismus wird untergebrochen. Wer der Sklave von wem ist fragen auch die in braver Manier gezeichneten Figuren des Wandprints Demonstration der Konsumenten. Die fein konturierte Harmlosigkeit des Ausdrucks paart sich mit einer unangenehmen Leere des Hintergrunds. Die Proteste dringen kaum nach außen. Das beinahe lebensgroße Bild einer Demonstration wird selbst zu einem entleerten Zeichen. PSJM haben die Konzentration der Industrie auf die Zeichenhaftigkeit ihrer Marken erkannt und entwerfen Ziel gerichtet ein stilles Design, das deren immanente Kräfte fast unbemerkt als solche in Frage stellt. Dabei lassen sie sich leiten von ihrer These, die besagt, dass die heutige Gesellschaft mehr durch den Konsum von Zeichen als durch den der dazugehörigen Waren bestimmt sei. In diesem Sinne lässt sich PSJM als ein psychologisch agierendes Markenzeichen verstehen, das die Dingkonstanz aufrecht erhält und gleichzeitig auf leisen Sohlen zum Nihilismus aufruft. - Uwe Goldenstein
Vernissage: Samstag, der 5.04.2008 um 19h
Ausstellungsdauer: 6.04.-18.05.2008
Öffnungszeiten: Di-Sa 14-19h















