(openPR) Die Möglichkeiten der modernen Medizin scheinen heutzutage schier grenzenlos. Eine Operation, wie z.B. die Implantation eines Herzschrittmachers, die früher als Herausforderung galt, zählt mittlerweile zu den kleineren chirurgischen Alltagstätigkeiten.
Doch bei allen positiven Aspekten des medizinischen Fortschritts rückt nun immer öfter ein weiterer Aspekt in den Behandlungskontext: Ist wirklich alles medizinisch machbare für den Patienten und seine Angehörigen wünschenswert? Wo liegen die Grenzen der medizinischen Ethik und wer definiert diese? Wer trifft Entscheidungen über lebenserhaltende Maßnahmen, wenn z.B. ein Patient ohne Patientenverfügung in eine Klinik eingeliefert wird? Die behandelnden Ärzte? Die Angehörigen? Krankheiten bringen es mit sich, dass Entscheidungen mitunter schnell gefällt werden müssen. Die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Medizin, so hilfreich sie sind, können für die Beteiligten somit schnell zur Gewissensfrage werden. Eins zeichnet sich demnach ab: Das Gesundheitswesen wird sich künftig noch weitaus stärker als bislang mit Fragen der medizinischen Ethik auseinandersetzen müssen. Vor diesem Grund startet cekib, das Centrum für Kommunikation – Information – Bildung des Klinikums Nürnberg im April 2008 seinen Fernlehrgang „Ethik-Beratung.“ Mit einem vielfältigen Ethik-Projekt, das bereits 1999 an den Start ging, übernimmt das Klinikum Nürnberg als eines der größten kommunalen Krankenhäuser Europas eine Vorreiterrolle. Nun will das Haus seine über mehrere Jahre hinweg gesammelten Erfahrungen im Aufbau von Ethikzirkeln und Ethikkomitees im Rahmen eines bundesweiten Fernlehrgangs an Interessierte weitergeben. Prof. Dr. Cornel Sieber, Vorsitzender des Ethik-Forums am Klinikum Nürnberg sieht im Angebot eine dringende Notwendigkeit: „Ethikdiskussionen sind kein theoretisches Geschwätz aus den Elfenbeintürmen der Wissenschaft, es sind praktische Alltagshilfen.“ Der Fernlehrgang umfasst insgesamt dreißig Lehrbriefe und schließt mit vier Praxistrainingstagen in Nürnberg ab. Als Kooperationspartner und wissenschaftliche Kursleiter verpflichtete man Prof. Dr. Stella Reiter-Theil von der Universität Basel, Leiterin des dortigen „Instituts der Angewandten Ethik und Medizinethik“. Zweiter Kooperationspartner ist Dr. Alfred Simon von der renommierten Fachgesellschaft „Akademie für Ethik in der Medizin“ mit Sitz in Göttingen. Ziel des Kurses ist, die Teilnehmenden an die Ethikberatung heran zu führen. Ethikberater soll in komplexen Entscheidungssituationen nicht die Last der Verantwortung aufgebürdet werden, stattdessen ist ihre Rolle, einen Gesprächsprozess zwischen Ärzten, Pflegenden und Angehörigen moderierend zu begleiten. Der Ethik- Fernlehrgang rüstet die Teilnehmenden mit dem notwendigen Handwerkszeug angewandter Ethik aus, um in ihren Institutionen eigene Ethik-Projekte initiieren zu können. Der Kurs startet im April 2008. Das viertägige Praxistraining der Teilnehmenden findet im Januar und Februar 2009 zum Abschluss statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 1.990,- Euro. Anmeldungen sind noch bis Ende April 2008 möglich. Detaillierte Informationen zum Kursablauf können im Internet unter der Adresse www.fernlehrgang-ethik.de abgerufen werden.












