(openPR) Im Rahmen der Konferenz „ERFOLGS-POTENZIALE im UNTERNEHMEN – entdecken, erschließen, nutzen“, des VerbändeNetzwerkes menschen-machen-wirtschaft ging es den vertretenen Wissenschaftlern, Unternehmensberatern und Geschäftsleitern vor allem darum, zu analysieren:
1. Welches sind die im Unternehmen besonders relevanten POTENZIALE, die signifikant Grundlage für einen Unternehmenserfolg sind? (ERFOLGS-POTENZIALE)
2. Welche Unternehmensform repräsentiert die meisten relevanten ERFOLGS-POTENZIALE? (ERFOLGS-STRUKTUREN)
3. Welches ist die jeweils geeignete Führungskonzeption / Managementkonzeption um diese ERFOLGS-Potenziale zur Wirkung zu bringen? (ERFOLGS-WEGE)
Im Ergebnis sollte die Konferenz letztlich insbesondere den anwesenden Vertretern der „Praxis“ Antwort auf die Frage geben:
4. Welches sind die wichtigsten Gründe, warum trotz hoher ERFOLGS-POTENZIALE in UNTERNEHMEN letztlich doch der vermutete ERFOLG ausbleibt?
Eingeleitet wurde die Konferenz durch Lothar Kühne (Vorstand des VerbändeNetzwerkes) mit der provokanten These:“ Bei der Fülle an Informationen und Angeboten zum Thema „Unternehmenserfolg“ – sowohl in Form von Büchern, wie auch Seminaren, Coachings, etc., dem ständigen Analysieren und Bewerten in Banken, Universitäten und Instituten – müsste eigentlich das Scheitern von Unternehmen eine „exotische“ Ausnahme in der Wirtschaftslandschaft darstellen. Die Insovenzzahlen sprechen jedoch offensichtlich eine andere Sprache. Diese Diskrepanz sollte Herausforderung genug sein, um durch eine solche Konferenz mehr Klarheit zu schaffen“.
Nach den kurzen Impulsreferaten durch je einen Vertreter der Wissenschaft und der Praxis wurde in 3 Workshops anhand von zahlreichen Beispielen die „Vorarbeiten“ für den zentralen Konferenzteil geschaffen, den Zusammenhang von ERFOLGSPOTENZIALEN und ausbleibendem UNTERNEHMENSERFOLG zu erschließen.
Die wichtigsten Ergebnisse der Workshops lauteten:
A. Als besonders relevante ERFOLGSPOTENZIALE von Unternehmen - wurde insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt ZUKUNFTSFÄHIGKEIT – gesehen:
· Das Prinzip der SELBST- und EIGENVERANTWORTLICHKEIT der Leitungs- und Leistungsebenen, sowie auch der Mitarbeiter.
· Das Prinzip der KOOPERATION (inner- und außerbetrieblich, besonders auch kundenbezogen)
· Das Prinzip der (erfolgsbezogenen) NACHHALTIGKEIT (sowohl in Bezug auf die angebotenen Leistung und Produkte, wie auch im Hinblick auf die innerbetrieblichen Entscheidungen)
· Das Prinzip der TEAMBEZOGENHEIT (als Teil der Unternehmenskultur)
· Das Prinzip der PARTIZIPATION (Modelle ideeller und materieller Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmensgeschehen und den Ergebnissen)
B. Als Unternehmensformen mit den (theoretisch) meisten ERFOLGSPOTENZIALEN wurde – für viele Teilnehmer überraschend – die eG (Genossenschaft) eingestuft. (Einschränkend konzentrierte man sich jedoch dabei auf eine sog. MitUnternehmer-Genossenschaft, d.h. die Beschäftigten sind zugleich Teilhaber). Als Gründe für diese recht positive Einschätzung der GENO wurden insbesondere angeführt:
· In dieser Form sind die wichtigsten ERFOLGS-POTENZIALE schon (theoretisch) angebahnt, d.h. sie scheinen sogar Voraussetzung zu sein, um eine solche Form zu wählen (z.B. der Mitarbeiter wird i.d.R. auch als Teilhaber gesehen, wird also mit einer quasi-unternehmerischen Sichtweise konfrontiert, was wiederum den Gedanken an und die Bereitschaft zu höherer Selbst- und Eigenverantwortung impliziert)
· Die (Teilhaber-) Genossenschaft ist sowohl implizit „teamorientiert“, wie auch kooperativ zu sehen.
· Die (Teilhaber-) Genossenschaft hat einen großen Gestaltungsspielraum, um flexibel und situationskonform, diverse Modelle der ideellen und materiellen Beteiligung zu installieren, sowie Leistung und Entgelt erfolgsbezogen miteinander zu verbinden.
· Die (Teilhaber-) Genossenschaft ist weitgehend frei von betriebsfremden Einflüssen Dritter (z.B. Gewerkschaften. Weil diese Prozesse zwischen den Teilhabern geregelt werden, orientieren sie sich auch ausschließlich an dem Unternehmensinteresse).
· Diese Form hat eine signifikante „Insolvenz-Resistenz“
C. Welches sind die „erfolgsgeneigten“ Führungs- und Managementkonzeptionen?
Obgleich es hierzu keine einheitlichen Empfehlungen gab, sondern verstärkt auf die konkrete Situation abzustellen sein, wurde jedoch dringend empfohlen, Konzepten mehr Beachtung zu schenken, die
· Visionsorientiert sind
· Faszinations- und Begeisterungsfähigkeit fördern
· Mentale Aspekte hinreichend berücksichtigen
· Die Modernen Erkenntnisse der Quantenphysik nicht ignorieren
Im abschließenden Konferenzteil ging es um die spannende Frage, welche Gründe vorliegen mögen, warum trotz gut ausgeprägter ERFOLGS-POTENZIALE in einem Unternehmen der UNTERNEHMENSERFOLG letztlich doch relativ bescheiden ausfällt oder gar gänzlich ausbleibt?
Wie eigentlich nicht anders – aufgrund der überraschenden Verläufe in den Workshops – erwartet, konzentrierte sich das Interesse der Teilnehmer weitgehend auf GENOSSENSCHAFTEN.
Der Grund: Dort spiegeln die in großer Zahl (theoretisch) vorhandenen ERFOLGS-POTENZIALE augenscheinlich kaum den zu erwartenden ERFOLG (praktisch) wider. Es scheint dort eine signifikante Diskrepanz zwischen ERFOLGSMÖGLICHKEIT und ERFOLGSREALITÄT zu geben, wie dies ein Teilnehmer gut „auf den Punkt“ brachte.
Als wichtigste Gründe für diese „ERFOLGSLÜCKE“ wurden ausgemacht:
· Es gibt offensichtlich keine spezielle Führungs- und Managementlehre für Genossenschaften. Das führt zu einer Art „Anleihe“ aus anderen Formen. Wird jedoch eine „Teilhaber-Gesellschaft“, wie eine „Nicht-Teihaber-Gesellschaft“ geführt, werden die ERFOLGS-POTENZIALE nicht nur nicht „in Wirkung gebracht“, sondern entfalten sogar möglicherweise kontraproduktive Erscheinungen (Beispiel einer solchen Entwicklung: Die Mitwirkungsmöglichkeiten sind orientiert am Teilhaberstatus; Motivation und Engagement sind weit unterhalb der Schwelle von Teilhabern, entsprechen „lediglich“ der Höhe eines „typischen“ Arbeitnehmers)
· Die Unternehmenskultur ist relativ gering auf „MitUnternehmer-Selbstverständnis“ ausgelegt. (Beispiel: Eigeninitiative und Selbstverantwortung werden weder hinreichend eingefordert, noch belohnt oder praktisch gelebt. Der Teilhaber-Status wird einfach zu wenig mit Leben erfüllt)
· An die Teilhaberschaft werden kaum besondere Anforderungen gestellt. Man verfährt eher nach dem Motto „Schön, dass du dabei sein willst“. Es fehlen fundierte – erfolgsbezogene – Auswahlkriterien für die Begründung einer Teilhaberschaft. Dazu gehört auch eine Art förderliches unternehmerisches Riskobewusstsein, was aufgrund der relativ geringen Höhe der Geschäftsanteile kaum auf die Teilhaber-Ebene abgestellt ist (wo es aber hingehört), sondern auf die Arbeitnehmer-Ebene (Arbeitsplatzsicherheit / -verlust).
Die Konferenz begrüßte ausdrücklich die wiederbelebte Diskussion zur Mitarbeiterbeteilung und ermunterte die Bundesregierung „PARTIZIPATION“ als wesentliches ERFOLGSPOTENZIAL zu sehen und deshalb Beteiligungskonzepte nach Art und Umfang „spürbar“ und damit wirksam für Engagement, Motivation und Produktivität werden zu lassen.
Für den Vorstand des VerbändeNetzwerkes fasste das Vorstandsmitglied Gerd K. Schaumann das Ergebnis der Konferenz zusammen:
„Diese Konferenz hat interessante neue Gesichtspunkte gebracht, die geradezu nach noch mehr „Tiefgang“ und „Praxisauswertung“ verlangen. Die Kooperation von Hochschule und Wirtschaft hat sich als sehr fruchtbar erwiesen und sollte weiter ausgebaut werden. Wenn wir einerseits sehen, welche ERFOLGS-POTENZIALE ganz offensichtlich in der Unternehmensform „GENOSSENSCHAFT“ stecken und andererseits erkennen, wie wenig in Öffentlichkeit, Politik und Recht über diese Form bekannt ist, dann macht es Mut, wenn die anwesenden Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler signalisieren, diese Informationslücke vermehrt an den Hochschulen und Fachhochschulen zu schließen. Deshalb greifen wir gern die Anregung auf, zur Fortsetzungskonferenz auch Studenten einzuladen und diese bei der Gründung von z.B. „Studentischen Consulting Gesellschaften“ in der Rechtform von GENOS verstärkt zu unterstützen“.








