(openPR) Zum fünften Mal nimmt die Galerie Kasten aus Mannheim an der art Karlsruhe teil, wie schon im letzten Jahr auch diesmal in Kooperation mit dem KunstRaum Bernusstraße, Frankfurt.
Die Messe findet vom 28,02. bis 02.03.2008 auf dem Messegelände Rheinstetten statt. Die Vernissage beginnt am 27. Februar um 14 Uhr. Nähere Informationen und Anfahrtskizzen finden Sie auch unter www.art-karlsruhe.de
Mit Werken von Michael Morgner, Stefan Pietryga, der auch den Skulpturenplatz bespielt, Peter Ruehle, Torsten Ruehle, Hans Scheib, Daniel M. Thurau und Hubertus von der Goltz freuen wir uns an unserem Stand C 11 und C 09 in Halle 2 auf Ihren Besuch.
Michael Morgner, 1942 in Chemnitz geboren, ist einer der Begründer der legendären regimekritischen Künstlergruppe "Clara Mosch". In seinen Arbeiten thematisiert Morgner den Konflikt zwischen Kunst, Individuum und Gesellschaft. Sie erzählen uns von dem Kampf des Einzelnen um Freiheit, sie zeigen uns das Leiden des Individuums, aber ebenso den Menschen im Zustand des Sieges. „Es war das schwierigste künstlerische Problem meiner Entwicklung, die Figur, die Natur und die Abstraktion zusammenzubringen. Daraus hat sich dann auch die Reduktion der Farbe ergeben als Möglichkeit der Konzentration.“ (M.M.) Ende der Siebzigerjahre findet Michael Morgner zu seinem, ihn heute kennzeichnenden Dualismus von figürlichem Piktogramm und informell-düsteren Hintergründen. Bilder entstehen der experimentellen Kombinationen von Prägedruck, Aquatintaradierung und Lavagetechnik. Anfang der 90er Jahre entstehen erste Stahlplastiken. (FWK)
Stefan Pietryga, 1954 geboren in Ibbenbüren. Pietrygas Skulpturen berichten von Volumen, Maßstäblichkeit, Rhythmus und Farbwirkung. Seine Installationen lassen Raumspannungen von Körper zu Körper entstehen. Der Raum wird als verbindender Teil der Plastik einbezogen und erhält eine neue Bedeutung. Für den Betrachter wird das Kunsterleben auch zum Raumerlebnis.
Für die art Karlsruhe hat Stefan Pietryga ein ebenso anspielungsreiches wie für sein bildnerisches Denken typisches Auflageobjekt "Ulmer Hocker [1954 - 1:6] geschaffen.
Auf dem Skulpturenplatz wird er seine neue Installation „Bergkönig“ vorstellen. In der Arbeit „Bergkönig“ (140 x 22o x 385 cm) setzt sich Stefan Pietryga mit der durch einen Großbrand im Armando-Museum in Amersfoort vernichteten Arbeit 8 Pappeln [der heilige ort], 2007 auseinander. Im ausgehöhlten und vom Feuer rußgeschwärzten Stamminneren, der durch Blitzschlag gefällten Königseiche von Kapern, entsteht ein neuer Raum, der zum neuen Aufstellungsort für das Modell der verbrannten Installation wird. Stefan Pietryga versteht es aus der Geschichte des Baumes und dem Schicksal der zerstörten Installation ein neues metaphorisches Bild von „Werden und Vergehen“ entstehen zu lassen. Der Betrachter schaut über die ausgehöhlten Öffnungen der Äste im Kronenansatz und das Rund im Fußende des Baumes ins Innere und erfährt eine dunkle, sakralartig anmutende Brandlandschaft schwarzverkohlten Holzes. Für den Künstler ist die in Amersfoort zerstörte Skulpturengruppe in neuem Gesicht wieder auferstanden. (FWK)
Hans Scheib, 1949 geboren in Potsdam, gehört zu den prägenden deutschen Holzbildhauern der Gegenwart. Sein Werk gründet sich in der Tradition einer expressiven Formensprache und eines vitalistisch-skeptischen Denkens, das man bei ihm als Ausdruckskunst einer singulären, über Jahre geprüften künstlerischen Haltung begreifen muss. Nicht dem Abbild gilt die Suche, Hans Scheib lotet den Ausdruck, die innere Natur seiner Themen aus. Seine Menschen- und Tierbilder, seine Ausflüge in literarische und historische Szenerien lassen eine differenzierte Bildsprache erkennen. Inhalte sind nicht nur eine intellektuelle Größe, sie sind vielmehr Anlass und Ausgangspunkt für Figuren oder Figurengruppen. Inhalte stehen bei Hans Scheib immer für eine bildhauerisch einmalige Lösung, die nur so und nicht anders sein kann. Seine Arbeiten künden künstlerisch von Extremzuständen der Liebe, des Glücks, von Leid oder dem Tod .Als Bildhauer scheut sich Hans Scheib auch nicht vor extremen psychischen und physischen Exzessivitäten. Seine Arbeiten lassen aufmerken. Oftmals sind seine Ensembles raumgreifend theatralisch, manchmal aber auch in sich gekehrte, schmale Figuren auf engem Raum. Aber immer sind sie emotional besitz ergreifend. Wer Hans Scheib kennt, weiß, dass es ihm in seiner Arbeit nie um die vordergründige Ästhetik des schönen Scheins geht. In seinem Werk handelt es sich immer um grundsätzliche, in der Form der Figur gebundene Auseinandersetzung um Inhalte, die auch auf zeitgeschichtliche und aktuelle Herausforderungen reagieren. Die Figuren von Hans Scheib reflektieren das Lebensgefühl der Gegenwart und sind doch auch von überzeitlichem Charakter. Skulptur ist immer auch eine Wirkungsform, die in den Alltag eingreift, Position bezieht und in ihrer starken physischen Präsenz unmittelbarer auf den Betrachter wirkt. Für Hans Scheib ist das eine Form von Wahrnehmungssensibilisierung, die nonverbale Einladung an den Betrachter, sich auf seine Arbeiten einzulassen – ein Angebot zur Wahrnehmung. (FWK)
Hubertus von der Goltz, 1941 geboren in Groß Bestendorf, hat in den letzten Jahren durch zahlreiche große Außenplastiken wie in Berlin. Seoul, Chicago, Vence oder in dem unweit von Amsterdam gelegenen Harderwijk seinen Wirkungskreis als Bildhauer mit internationalem Renommee erweitert. Er gehört damit zu den wenigen figurativen Bildhauern unserer Zeit, die es verstehen, in ihrem Werk inhaltliche Aktualität und formale Zeitlosigkeit zu einer kontinuierlichen Formensprache zu legieren. Sein figurativer Minimalismus schöpft aus der Ausdrucksqualität einer elementaren Form - der menschlichen Figur. Der Verzicht auf einen erzählenden Kontext in seiner Arbeit hin zu einer sinnbildhaften und damit sinnstiftenden Strategie, gibt seinen Arbeiten eine Gewichtung zugunsten des Gefühls. Der Erlebniswert seiner Arbeiten, wie auch ihr hoher Wiedererkennungswert, resultieren aus einer ausgereiften singulären Formensprache. Die Eindrücklichkeit seiner Arbeiten erwächst aus dem ästhetischen Dialog von Figur und Raum, Figur und Architektur, Figur und Betrachter. Hubertus von der Goltz definiert mit seinen Arbeiten einen neuen Raum, ein neues Raumgefüge im Kontext des jeweiligen Aufstellungsortes. Insofern sind seine Skulpturen Raumzeichen im landschaftlichen wie im architektonischen Kontext. Seine Figuren wirken als Zeichen im Raum und als polyglott gleichnishaftes Bild jenseits aller kulturellen Unterschiede. Seine Arbeiten finden Beachtung und Aufmerksamkeit, weil sie überraschen, faszinieren und unsere Sehgewohnheiten irritieren. In der Simplizität ihrer öffentlichen Erscheinung, die alle statischen und tektonischen Bedingungen scheinbar so spielerisch leicht überwunden haben, begründet sich auch die metaphorische Wirkung seiner Arbeiten als prägnantes existentielles Zeichen. Die menschliche Figur ist immer auch ein gleichnishaftes, auf das eigene Selbst des Betrachters zurückweisendes Bild, mit dem man sich bewusst oder unbewusst identifiziert. Sie regt die Einbildungskraft des Menschen an. Die abstrakte, weil allgemein gehaltene Ansprache seiner Formulierungen, lässt Raum für eine individuell subjektive Ausdeutung. Es entsteht ein Dualismus von künstlerischer Idee und aktiver Rezeption. Ein Abwägen zwischen dem klar Artikulierten und dem Unausgesprochenen. In ihrer Erscheinungsweise sind die Arbeiten von Hubertus von der Goltz ein in sich geschlossenes, bildhauerisches Konzept. Auf der Ebene der Wirkungsästhetik bleiben sie ein offenes System - ein Angebot zur Wahrnehmung. (FWK)
kg eiland, das sind Peter Ruehle und Torsten Ruehle 1975 in Dresden geboren und Daniel M. Thurau, 1973 in Köthen/ Anhalt geboren. Wir zeigen einen repräsentativen Querschnitt aus dem Schaffen der jungen Künstlergruppe (Dresden/Berlin). Die Malerei steht im Mittelpunkt der gemeinsamen Präsentation. Jeder der drei Protagonisten hat seinen eigenen unverwechselbaren Stil und doch treffen sie sich wieder in ihren Sujets. Menschen - Landschaften - Stadtlandschaften und die Poesie des Alltäglichen im Bild der Malerei neu gesehen, führen zu einem spannungsreichen, ästhetischen Dialog.
Peter Ruehle malt Landschaften. Die ersten Landschaftsbilder noch eher von beschreibender Natur. Es sind Schilderungen von topographischen Gegebenheiten, Stimmungen und persönlichen Eindrücken. Bereits in den frühen Bildern findet man eine bemerkbare formale Reduzierung, die ihn vom Nacherzählen einer Landschaft, hin zu einer Verdichtung der Komposition auf das Typische, auf den Gehalt des Gesehenen führt. Die Erfahrung jener Arbeiten findet schließlich in den „Reduzierten Landschaften“ ein auch als neue Werkgruppe erkennbares malerisches Ergebnis. Der Umbruch ist offensichtlich: Die Landschaft wird zur Metapher. An die Stelle der deskriptiven Schilderung tritt eine klar strukturierte Komposition, die entfernt an die typisch flachen niederländischen Landschaften des 17. Jahrhunderts mit ihrer in drei klar getrennte Zonen von Vorder- Mittel- und Hintergrund mit stark abgesenktem Horizont erinnert. Für manchen mögen die Landschaftsbilder von Peter Ruehle auf den ersten Blick nur wie eine Addition von mehr oder minder starken farbigen waagerechten Streifen aussehen, die sich in einem schmalen Band tief am unteren Bildrand entlang ziehen und in der sonst hell gehaltenen Fläche das Auge des Betrachters auf sich ziehen. Es ist Landschaft, wie aus der Ferne betrachtet, unter tiefem Horizont in eine weite Ebene eingebettet, oft von der See aus oder über einen Fluss hinweg gesehen. Die atmosphärische Wirkung der gewählten Farben steigert die irrationale Ferne im Bild. Es ist eine Art von Höhenferne, die der Betrachter in Ansicht seiner Bilder erlebt und die erst ersehen sein will. Farbgebung und Kompositionen gehen dabei Hand in Hand.. Peter Ruehle betreibt mit malerischen Mitteln eine formale wie inhaltliche Entgrenzung von Landschafts- und Stadtlandschaftsbildern. Vielleicht liegt hier die größere Nähe zu den berühmten Dresdner Namen vergangener Tage – nicht ein vorgeblicher Romantizismus verbindet ihn, wie gerne kolportiert, mit dem Maler vom Mönch am Meer, sondern eher der Mut neue Bilder für damals wie heute eines scheinbar festgeschriebene Genres zu finden.(FWK)
Torsten Ruehle malt Alltagsbilder: Szenarien aus unserem alltäglichen Leben, mit und um die Menschen herum. Man schaut in die intime Atmosphäre privater Räume ebenso wie in öffentliche Bereiche unserer urbanen Welt. Seine Genres wirken vertraut und auf den ersten Blick scheint ihnen nichts Ungewöhnliches anzuhaften. Alles scheint sehr ruhig und gesetzt, Stillleben gleich. Auch seine Protagonisten im Bild wirken in sich gekehrt, abwesend und verhalten, eher alltäglich. Menschen, so wie man sie auf der Strasse sieht oder so ähnlich vielleicht zu kennen meint. Prototypisch eben; was man noch an Individualität auszumachen meint, verdichtet sich schnell ins Stereotype. Die szenischen Bilder von Torsten Ruehle wirken vertraut und doch kann man sich dem gleichzeitig befremdlichen, das von ihnen ausgeht, kaum entziehen. Es liegt etwas in der Luft, als müsste jeden Moment irgendetwas passieren, irgendwas, dass die spannungsgeladene Stimmung auflöst. Es passiert aber nichts; es sind Bilder und keine Filme. Es sei denn im Kopf des Betrachters setzen seine Szenarien filmische Bilder in Gang, die das Gesehen so oder so vollenden. (FWK)
Daniel M. Thurau ist authentisch in seiner Bildsprache und in seiner persönlichen Haltung zur Kunst. In seiner Malerei wie in seinen Zeichnungen beeindrucken seine Fähigkeit traditionelle Kompositionsformen an den richtigen Stellen zu brechen. Der Betrachter stößt auf vertrautes und doch wird ganz subversiv die Sehgewohnheit irritiert. In seinen zum Teil großformatigen Papierarbeiten agiert Daniel M. Thurau als ein Könner der Linie, der die ganze Klaviatur des zeichnerischen Einzusetzen vermag. Verbunden mit einem sicheren Gefühl für die Farbe und ihre Wirkung im Bild schafft er eine Bildwelt die sich durch eine hohe Zeitgenossenschaft auszeichnet. Daniel M. Thurau ist kein Chronist, vielmehr ein Künstler im hier und jetzt. Sein Bilderkosmos kennt viele Facetten, das alltägliche Leben im urbanen Miteinander ist ebenso gegenwärtig wie seine aus der Literatur und der Musik genährten Phantasien. Ein Blick auf die Arbeiten der letzten Jahre zeigt, dass Daniel M. Thurau ein Künstler ist, der vorwärts gehen will. Prozesse der Grenzüberschreitung sind in seinem Werk gewollt und allgegenwärtig. Es ist der Mut zum Experiment, auch zur künstlerischen Gradwanderung, die ihn auszeichnet. Er ist ein Entdecker im eigenen selbst, der hinter die Linie des ihm vertrauten künstlerischen Horizontes vorstoßen will. (FWK)
Sollten Sie weitere Fragen zu den Künstlern haben, stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.













