(openPR) Medienexperte Werner Lauff gibt seine Prognose für das neue Jahr
München, 10. Januar 2008 - Das Fernsehjahr 2008 starte unter günstigen Voraussetzungen: In vier von fünf Netzen bestehe jetzt die Möglichkeit, Kundenbeziehungen zu etablieren. Außerdem sei der Bau der Fundamente für ein vielfältiges digitales TV-Angebot weit fortgeschritten. Doch auf den entscheidenden Durchbruch werde man auch im neuen Jahr vergeblich warten. Dies erklärt der Medienexperte und Dozent der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW) Werner Lauff in seinem heute erschienenen "BAW Text" mit dem Titel „Kundenbeziehung und Casual Media – Das Fernsehjahr 2008“.
Der Unternehmensberater und Publizist, der seit vielen Jahren Dozent an der BAW ist, trägt mit dem Text zum dritten Mal nach 2006 zur Reihe "Medienmarketing" der "BAW Texte" bei. Sein Jahresausblick geht von einer Bestandsaufnahme dessen aus, was im Jahr 2007 im Medienbereich erreicht oder versäumt wurde. Zum Erreichten zählt Lauff vor allem die Einführung der Satellitenplattform entavio, die weitere Aufrüstung der Kabelnetze, das Durchbrechen der 100.000-Nutzer-Marke beim Fernsehen über DSL und der Start von neuen TV-Angeboten aus dem Internet. Dies alles bewirke, dass die Vielfalt des Fernsehangebots mit rasantem Tempo zunehme.
Einiges sei im Jahr 2007 allerdings auch misslungen, konstatiert Lauff - und ordnet darunter insbesondere das Scheitern der Vermarktung der Fußball-Bundesliga durch Arena ein, außerdem die Einstellung der Dienste für die interaktive Fernbedienung "Betty" und nicht zuletzt auch die "Baustelle Wettmarkt". Hierzu kritisiert Lauff, die Bundesländer hätten sich für die restriktivste der verfassungsrechtlich zulässigen Lösungen entschieden. Dies sei nicht europarechtskonform und mache Sendern und Plattformbetreibern die Erzielung von Einnahmen aus Lotterien und Wetten ebenso wie die Werbung dafür praktisch unmöglich.
Problematisch sei auch das Verhältnis von Sendern und Netzbetreibern zum Bundeskartellamt. Vier Fragen seien ungelöst: Darf es für einen Ausländer leichter sein, eine Medienbeteiligung zu erwerben, als für einen Inländer? Dürfen Netzbetreiber Standards für Endgeräte bestimmen? Dürfen Sender zusammenwirken, um die Struktur des TV-Systems neu zu gestalten? Und: Dürfen Kabelnetzbetreiber die vor vielen Jahren politisch geschaffene Trennung der Netzebenen mit unternehmerischen Mitteln überwinden?
2008 biete aber auch viele Perspektiven. So sei es nun möglich, fast überall Kundenbeziehungen aufzubauen und damit ergänzende Einnahmen zu erzielen. Damit würden Mechanismen des Telekommunikationsmarkts auf den Medienmarkt übertragen. Die Sender erhielten dadurch die Möglichkeit, ihre Aktivitäten von Free zu Pay und vom Voll- zu Spartenprogrammen auszudehnen. Dies sei einer der beiden großen Trends des Jahres 2008. Der zweite bestehe darin, dass immer mehr Fernsehnutzer einfache, leicht zu bedienende Anwendungen bevorzugten. Die Spielkonsole "Wii" und das "iPhone" von Apple seien auch für den TV-Bereich vorbildlich - erst recht im Hinblick auf das mobile Fernsehen, das im Jahr 2008 neu gestartet wird.
Lauff gehörte lange den Aufsichtsräten von RTL Television, D&D Entertainment Group, radio NRW und Pressefunk NRW an. Nach kurzer Zeit als Vice President AOL Europa übernahm Lauff die Verantwortung für die Breitband-Aktivitäten der Bertelsmann AG und gründete die Bertelsmann Broadband Group. Seit 2002 ist er freier Unternehmensberater und Buchautor.
Der BAW Text „Kundenbeziehung und Casual Media – Das Fernsehjahr 2008“ ist als 6. Heft der Reihe Medienmarketing (ISSN 1614-0877) erschienen und kann gegen eine Schutzgebühr von 4,50 Euro bei der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing bezogen werden.










