(openPR) Eine Delfinart ausgestorben - Weitere Arten unmittelbar vom Aussterben bedroht - Schutzabkommen für bedrohte Schweinswale zerstört
Das mit großem Mediengewitter eingeläutete "UN-Jahr des Delfins 2007" ist aus der Sicht der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) weit hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückgeblieben.
"Die Bilanz ist mehr als enttäuschend", sagt der GRD-Biologe Ulrich Karlowski. "Für die bedrohten Delfinpopulationen wurde kaum etwas erreicht. Der Chinesische Flussdelfin gilt seit 2007 als ausgestorben. Weitere Arten stehen kurz davor, so die knapp 600 in deutschen Gewässern heimischen Ostseeschweinswale, der Vaquita aus Mexiko oder die etwa 100 vor Neuseeland lebenden nördlichen Hector-Delfine."
Als besonders gravierenden Rückschlag wertet die GRD, die ausgerechnet im "Jahr des Delfins" vollzogene Auflösung des Sekretariats des ASCOBANS-Kleinwalschutzabkommens für die Nord- und Ostsee. "Die neue ASCOBANS-Führung unter Leitung der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) erweist sich angesichts zunehmender Bedrohungen für unsere heimischen Schweinswale als inkompetent und völlig überfordert", kritisiert Karlowski.
Zu Kernthemen des Delfinschutzes wie Überfischung der Nahrungsressourcen, Beifang, Delfinmassaker vor der japanischen Küste, Munitionsaltlastenbeseitigung in Nord- und Ostsee oder der Wiedereinführung der Treibnetzfischerei im Mittelmeer durch die EU schwieg sich die offizielle Kampagne "Jahr des Delfins" weitgehend aus. Dagegen übte man auf Konferenzen gegenseitiges Schulterklopfen und produzierte eine Unmenge von bunten Broschüren, Kalendern, Postern und anderen Materialien.
"Im Jahr des Delfins wurde viel Geld für Konferenzen und Aufklärungskampagnen ausgegeben, aber dort, wo es für die Meeressäuger um Überleben oder Aussterben geht, fehlen nach wie vor die Mittel. Die Kampagne war gekennzeichnet von einem für die Delfine schrecklichen, weil tödlichen Missklang zwischen Theorie und Praxis", lautet das Fazit der GRD. "Es ist schon fast zynisch, dass das ursprünglich für ein Jahr konzipierte Jahr des Delfins um ein weiteres Jahr verlängert wurde."
Weitere Informationen im Internet unter:
www.yod2007.org Offizielle Webseite des "Jahr des Delfins"
www.jahrdesdelfins.net Die Mitmachseiten zum "Jahr des Delfins"
www.saveascobans.org The Fall of the ASCOBANS-Treaty
Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
Society for Dolphin Conservation, Germany
Kornwegerstr. 37 - 81375 München - Germany
Tel.: +49-89-74 16 04 10 - Fax: +49-89-74 16 04 11
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1. Vorsitzender: Rollo Gebhard / V.i.S.d.P.: Ulrich Karlowski
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FA-München - USt-IDNr.: DE166760398
Über das Unternehmen
Erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Thunfischfänger gründete Weltumsegler Rollo Gebhard 1991 die GRD. Seitdem schlossen sich über 95 % des deutschen Thunfischhandels dem SAFE-Programm für „delfinsicher“ gefangenen Thunfisch an. SAFE ist das umfassendste Meeresschutzprogramm der Welt.
GRD – Weltweiter Einsatz für bedrohte Meeressäuger:
Deutschland – Thunfisch-Kontrollprogramm (SAFE): SAFE bewahrt Tausende Wale und Delfine vor dem grausamen Beifangtod. Publikation einer Verbraucher-Checkliste mit den bestätigten "delfinsicheren" Thunfischmarken
Peru: Kampf gegen die illegale Delfinjagd, Dynamitfischerei und Meeresverschmutzung. Projektpartner: ACOREMA (Meeresschutzorganisation, Peru)
Adria (Kroatien): Schutzprojekt zur Rettung der letzten ca. 220 Adria-Delfine. Projektpartner: Delfinschutzorganisation VAL (Zagreb), tierärztliche Fakultät der Universität Zagreb
Spanien / La Gomera: Aufbau von ökologischem Wal- und Delfinbeobachtungstourismus, Einrichtung eines Delfinschutzzentrums. Projektpartner: M.E.E.R.e.V. (Berlin)
Mosambik: Einrichtung eines Schutzgebiets für eine kleine Population von Indopazifischen Buckeldelfinen bei der Inhaca-Insel (Bucht von Maputo). Projektpartner: Universität Maputo, Naturhistorisches Museum Maputo
Dominica: Aufbau und Einrichtung der ersten Walforschungsstation in der Karibik, Etablierung eines Pottwal- und Meeressäugerschutzgebietes
Nord- und Ostsee: Schutz unserer bedrohten heimischen Schweinswale. Projektpartner: NABU, BUND, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere, lokale Behörden und Nationalparkverwaltungen.
„Um Hilfe können Delfine nicht rufen, aber die Signale sind deutlich: ihre Anzahl geht weltweit zurück“, warnt Rollo Gebhard. Helfen Sie mit, das Aussterben der sympathischen Meeressäuger in den Weltmeeren zu verhindern. Werden Sie Förderer, helfen Sie mit Ihrer Spende oder übernehmen Sie eine Delfinpatenschaft.
Weitere Informationen auf unseren Webseiten:
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