(openPR) Antalya 10. Nov. – Am Samstag, 8. Dezember, ist die 164. Ausgabe der Aktuellen Türkei Rundschau erschienen. Im Kommentar der Woche stellt der Chefredakteur diesmal die Frage: Eine „ganz normale“ Woche? Nachfolgend der Wortlaut des Kommentars.
EINE „GANZ NORMALE“ WOCHE?
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als seien in dieser Woche kaum wichtige Dinge geschehen, lässt man einmal die Tatsache außer Acht, dass vor gut einer Woche ein Flugzeug der türkischen privaten Luftfahrtgesellschaft Atlasjet kurz vor der Landung an einem Berg zerschellte und dabei alle Passagiere und die Besatzungsmitglieder zu Tode kamen.“ Das ist die Einleitung zu der so genannten Titelstory, die die ATR-Redaktion in dieser Woche für die erste Seite ausgewählt hat.
Wer unsere Zeitung schon länger liest, wird schnell erkennen, dass es sich wohl doch nicht um eine „ganz normale“ Woche gehandelt hat, über die es zu berichten gilt. Die Meldung über das Flugzeugunglück hätte natürlich auch aus einem anderen Land dieser Welt kommen können. Doch bei der betroffenen Fluggesellschaft handelt es sich - wie deutschsprachige Medien zu berichten wissen - um eine so genannte Billig-Airline. Jetzt wird man gespannt abwarten, was die Analyse der beiden Flugschreiber ergibt.
Der Privatisierung von Fernsehsendern und Printmedien wird in der Türkei eine noch weitaus größere Bedeutung zu kommen, als dies bereits in westlichen Ländern der Fall gewesen ist. Die Frage, ob die türkische Medienlandschaft auch in Zukunft überwiegend in türkischer Hand bleiben oder eine Öffnung in Richtung größerer Liberalität (und redaktioneller und wirtschaftlicher Unabhängigkeit) eintreten kann, wird für die politische und gesellschaftliche Entwicklung der Türkei eine große Rolle spielen.
Dass bei der Privatisierung des Fernsehsenders atv und der Tageszeitung Sabah als Bieter letztlich nur eine Gruppe übrig blieb, der die oppositionelle CHP eine ausgeprägte Nähe zur Regierungspartei vorwirft, wie das Internetmagazin Istanbulpost meldet, muss deshalb nachdenklich stimmen.
Betrachtet man schließlich noch die ersten Meldungen zum Prozess gegen die Angeklagten, denen die Ermordung von drei Christen in Malatya zur Last gelegt wird, und die Ergebnisse der neuesten PISA-Studie, in der die Türkei äußerst ungünstig abgeschnitten hat, bleibt nur eine Schlussfolgerung:
Nein, es war durchaus keine „ganz normale“ Woche, über die zu berichten ist. ÷
Die neueste Ausgabe der Aktuellen Türkei Rundschau (ATR) mit vielen interessanten Informationen und Berichten – nicht nur zur Türkei - steht seit 8. Dezember als gedruckte Ausgabe im türkischen Zeitschriftenhandel und zeitgleich auf der ATR-Homepage als pdf-Datei gegen einen geringen Kostenbeitrag als Download zur Verfügung.
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