(openPR) Schuppenflechte betrifft nicht nur die Haut, sondern auch andere Bereiche des Lebens, insbesondere auch die Partnerschaft. Beim Kennenlernen und im täglichen Zusammenleben, nicht zuletzt beim Thema Sexualität, ist sie immer dabei: die Psoriasis. Eine schöne Haut ist anziehend und attraktiv für den Betrachter. Anders die veränderte Haut des Schuppenflechte-Patienten: sie sieht phasenweise gerötet, rissig, entzündet und schuppend aus. Sie kann sich an exponierten Stellen wie Gesicht, Kopf, Ellbogen und Händen zeigen, aber auch an allen anderen Körperstellen, sogar im Intimbereich. Erkrankte fühlen sich durch die Veränderung Ihrer Haut gegenüber Hautgesunden weniger attraktiv.
Hautkranke befürchten Ablehnung
In einer Untersuchung mit 119 Akne- und 346 Psoriasispatienten konnte gezeigt werden, dass die Hautkranken in Themenbereichen wie z.B. „persönliche Beziehungen“, „Café-Tischkontakt“ und „Ästhetik“ eine Ablehnung durch Hautgesunde befürchten. Die befürchtete Ablehnung in diesen Themenkategorien konnte auch tatsächlich durch die Hautgesunden bestätigt werden. Lediglich beim Thema „erotisch-sexuelle Ablehnung“ wurden die Befürchtungen der Hautkranken nicht bestätigt.
Psoriasis im Beziehungsalltag und in der Sexualität
Die Schuppenflechte betrifft nicht nur die Erkrankten, sondern auch die
jeweiligen Partner. Problematisch ist die Psoriasis im Beziehungsalltag und bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung. Vermeidet der Psoriatiker Aktivitäten, bei denen er seine Haut zeigen muss (Sport, Sauna, Freibad), kann das Konflikte in der Partnerschaft erzeugen. „Seit drei Monaten habe ich Hautprobleme wegen Psoriasis. Die Flecken werden immer größer und hässlicher. Ich mag mich kaum selbst mehr sehen. Das schlimmste ist aber, dass mein Freund mich nicht mehr richtig berühren mag.“ Das schreibt eine Besucherin im Forum auf www.psoriasiswelt.de.
Einer Studie vom Institut für Sexualwissenschaften der Charité Berlin zufolge ist diese Form der Ablehnung durch den Partner aber zum Glück nicht die Regel.
Eine Sexualstudie, die 2003 an der Charité mit 1076 Psoriatikern und 758
Partnern durchgeführt wurde, kommt zu interessanten Ergebnissen:
• Die Partner stört die Psoriasis – anders als die Betroffenen - in der
Sexualität gering bis gar nicht (91 Prozent)
• Im Vergleich zu Hautgesunden haben Schuppenflechte-Patienten häufiger
kein Verlangen nach Sexualität – etwa jede vierte Frau und jeder fünfte
Mann gaben eine sexuelle Aversion an
• Etwa 45 Prozent aller Befragten wünscht sich eine bessere Beratung, 80
Prozent dieser Gruppe hatte bis dahin noch keinerlei Information zum
Bereich Partnerschaft und Sexualität erhalten
Dass mangelnde Beratung ein Problem ist, resümiert auch Dr. Volker Niemeier in seiner empirischen Studie zu Hautkrankheit und Sexualität. In der Befragung von 53 Psoriasis-, 24 Neurodermitis-Patienten und 52 Hautgesunden geben 93% der Psoriatiker und 96% der Neurodermitiker an, dass Sie – trotz vieler damit verbundener Krankheitsfolgen - von Ihren Ärzten noch nie auf Ihre Sexualität angesprochen wurden. Gerade in diesem Bereich wünschen sich Betroffene mehr Informationen. Als Ansprechpartner neben dem behandelnden Arzt zu allen Themen rund um Psoriasis gibt es seit 2005 die gebührenfreie Hotline des Service Centers Psoriasiswelt. Dermatologisch und psychologisch geschulte Ärzte sowie sozialrechtlich weitergebildete Gesundheitsexperten stehen für Fragen aller Art
zur Verfügung.
Hotline des Service Centers Psoriasiswelt: 0800 - 881 2224 (gebührenfrei)
montags bis freitags von 10-17 Uhr.
Psoriasiswelt im Internet: www.psoriasiswelt.de
Quellen:
H. Bosse, P. Hünecke: Psychodynamik und Soziodynamik bei Hautkranken.
Vandenhiek & Rupprecht, Göttingen, 1976
E. Rothermund, D. Schwarzer et al.: Sexualität und Partnerschaft bei Psoriasis. Sexuologie 11 (3/4) 2004: 98-106
V. Niemeier et al.: Hautkrankheit und Sexualität. Hautarzt 1997, 48: 629- 633
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