(openPR) Freitag, 12. oktober 2007 - Peter Hertweck, ehemaliger FH-Absolvent und Buchautor, ist überzeugt: Werte und Wirtschaft kein Widerspruch
Sind Sie Sozialromantiker?“ Peter Hertweck hört diese Frage nicht zum ersten Mal, nachdem er seine Thesen vorgestellt hat. Zusammengefasst, lassen sie sich auf den Punkt bringen: Man kann auch in der Wirtschaft ethisch handeln. Das bringt alle voran, Tugenden verhelfen zum Erfolg. Der Ehrliche muss nicht der Dumme sein, die Erfüllung der Basiswerte Humanität, Christlichkeit, Freiheit und Solidarität führten „zwangsläufig zum Erfolg“. Davon ist Unternehmensberater Hertweck, der 1991 sein Diplom an der Hochschule Pforzheim machte, im Gespräch mit der PZ felsenfest überzeugt.
Faszination Zukunft:
Was ihn so optimistisch macht, welche Forderungen er aufstellt, Schlüsse zieht und Beispiele nennt, wie es funktionieren kann mit dieser moralisch wertvollen Verknüpfung von Wirtschaft und Sozialem, kann dies nachvollziehen in einem Buch, das ein Schweizer Verlag Mitte August auf den Markt gebracht hat: „Faszination Zukunft – die Tugendstrategie“ heißt es. Hertweck will damit zeigen, wie mit Hilfe alter, mitunter wiederbelebter Werte wirtschaftlicher Erfolg gestaltet und die Lebensqualität
verbessert wird. „Wir brauchen eine Kultur des Miteinanders, die geprägt ist von einer aufrichtigen, gegenseitigen Achtung als Leitmotiv, von einer radikalen Umgestaltung der Herzen, in deren Kern Mitgefühl und moralische Verpflichtung leben“, sagt er. Erich Fromm („Haben oder Sein“) lässt grüßen.
Das Wohl des Einzelnen hänge auf Dauer von der Gemeinschaft ab. Und dann löckt der Absolvent wider den Stachel: „Eliteschulen vermitteln heute jungen Managern substanzielles Können und Führungsfähigkeiten. Das Ergebnis sind erstklassige Manager, aber leider ohne moralisches Verhalten.“ Dieses „menschliche Defizit“ beherrsche heute noch die Führungsebenen vieler Unternehmen. Die Deutschen, fordert Hertweck, sollten, statt zu jammern, sich alter Tugenden besinnen: Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Gerechtigkeit und Fleiß könnten wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile entwickeln helfen. Dank dieser Werte, gepaart mit guter Ausbildung, technischen Knowhow, Weltoffenheit, Disziplin, Risikobereitschaft und Pünktlichkeit sei man in der Lage, gegen starke Konkurrenz (die eben nur ein Produkt, aber nicht über eine Produktphilosophie verfügt), Aufträge an Land zu ziehen. Das ist gut für die Bilanz – und stärkt das Bewusstsein, dass Tugenden auch einen materiellen Wert haben: ein geschlossener Kreislauf.
Senioren im Sozialbereich:
Innerhalb des Unternehmens würden Kernkompetenzen herausgebildet, die für Zukunftsmärkte nötig seien, glaubt Hertweck. Und er glaubt es beweisen zu können anhand real existierender Beispiele: der Betreuungsservice für Beschäftigte des schwäbischen Körperpflegeund Arzneimittelherstellers Weleda durch ehemalige Mitarbeiter etwa, die sich auch nach ihrem Ausscheiden noch ihre ehemalige berufliche Heimat einbringen können: Ähnliches gilt für Bosch, wo sich handwerkliche begabte Senioren im Sozialbereich einbringen können; die Begegnungsstätte Anne-Sophie-Hotel in Künzelsau, eine Idee von Carmen Würth, Frau des „Schraubenkönigs“ Reinhold Würth. Hier arbeiten behinderte und nicht behinderte Menschen zusammen – zum Wohle aller. Hertweck hätte auch das gleichlautende Prinzip der gerade in Baden-Württemberg erfolgreich agierenden Capmärkte nennen können.
„Helfen kann nur Gegenkultur“:
Natürlich weiß er, dass er nicht überall auf Gegenliebe stößt: Das kapitalistische System „mit all den riesigen Vermögen, dem vagabundierenden Kapital und den Spekulationsgeschäften“ verstetige sich. Die Macht des Geldes sei „derart gewaltig, dass wir unmittelbar dagegen nichts ausrichten können“. Gerade deshalb – und hier paart sich Hoffnung mit Trotz – fordert Hertweck: „Aus dieser Sackgasse kann uns nur eine Art Gegenkultur helfen.“ Nachhaltigkeit statt „Heuschrecken“-Mentalität. Der Mensch, sagt der Unternehmensberater, der einige Zeit im katholischen Pfarrgemeinderat in Baden-Baden saß, „ist nicht nur ein Nutzenoptimierer“.
Sein nächstes Buch soll den programmatischen Titel tragen: „Robin Hood im 21. Jahrhundert“.
Olaf Lorch
Peter Hertweck, „Faszination
Zukunft“, dpunkto-Verlag,
Schweiz, ISBN-Nr.:
978-3-9523190-4-8
„Typisch deutsche Eigenschaften sind international gefragt. Made in Germany hat noch einen echten Wert.“
Peter Hertweck, Unternehmensberater Was läuft auf dem Campus? Einmal wöchentlich berichtet die PZ während des Semesters über Wissenswertes von der Hochschule.
Z U R P E R S O N
Der 47-jährige Peter Hertweck, geboren in Karlsruhe und aufgewachsen in Gaggenau, studierte nach seiner Ausbildung im Steuerfach von 1988 bis 1991 Betriebswirtschaftslehre an der damaligen Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) in Pforzheim. Anschließend war er in verschiedenen Führungspositionen als Leiter Marketing/Vertrieb, Geschäftsführer und Vorstand tätig. Seit 2002 arbeitet er in der Vertriebsberatung. Hertweck
lebt in Iffezheim, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Hobbys sind Kultur, Sport, Musizieren und Kochen. ol
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