(openPR) Es soll Menschen geben, die sich etwas einmal im Leben kaufen wollen und es dann am liebsten noch vererben wollen. Die andere Fraktion sind die Schnäppchenjäger, die ständig auf der Suche nach Sonderangeboten sind.
Was ist die richtige Verhaltensweise? Diese Frage wird jetzt auch bei der Schlecker-Pleite diskutiert. Sie geht aber am eigentlichen Problem vorbei. Es ist mehr eine Frage von Moral und Anstand. Die Diskussion ist auch viel wichtiger als die, ob der Bundespräsident nach Moral und Anstand gehandelt hat. Die Frage ist, handeln wir nach Moral und Anstand und geben den Entscheidern in Industrie und Politik ein gutes Beispiel und zeigen, dass es sich lohnt anständig zu sein.
Ich kaufe grundsätzlich nicht bei Aldi, Liedl, Schlecker und einigen anderen Ladenketten ein. Der Grund ist, dass der Umgang dieser Firmen mit ihren Mitarbeitern und ihren Lieferanten nicht meinen moralischen Grundsätzen entspricht. Eine Firma, die ihre Mitarbeiter bespitzelt, handelt gegen jeden Anstand. Die Insolvenz von Schlecker ist aus meiner Sicht mal eine gerechte Entwicklung. Ich bin gegen die Hexenjagd, die gegen den Bundespräsidenten geführt wird, weil die meisten Bürger sich viel unmoralischer verhalten. Sie kaufen nur nach dem Preis bei den Firmen ein, obwohl diese Firmen ihre Mitarbeiter schlecht behandeln, Kinderarbeit bei den Zulieferern zulassen oder als massive Umweltverschmutzer auftreten. Wir sind doch nicht ein Volk von Harzt IV Empfängern, die sich es nicht leisten können bei vorbildlichen Firmen zu kaufen. Die meisten scheinen zu vergessen, dass ihre Entscheidung beim Einkauf auch die Art und Weise der unternehmerischen Entscheidungen beeinflusst. Das Klima in der Arbeitswelt ist in den letzten Jahren deutlich härter geworden. Die Loyalität der Mitarbeiter ist nicht mehr Ziel der Unternehmen. Wir haben da durch die „Geiz ist geil“-Mentalität eine gehörige Mitschuld.
Ganz dramatisch wird es, wenn das pure Gewinnstreben zur Gefährdung der Kunden führt. Leider haben wir hier gerade aktuell genug Beispiele wie z.B. die Brustimplantate aus Frankreich die verseuchten Hähnchen und … Für mich ist dies die Spitze der Unmoral, dass Vorstände die Gesundheit ihrer Kunden aufs Spiel setzen aus reiner Profitsucht. Ganz bedenklich ist es, dass der Besitzer der französischen Brustimplantat-Herstellerfirma deswegen gar nicht vor Gericht belangt werden kann. Zeitungen schreiben zwar bereits in ihren Überschriften, dass die Implantate Krebs verursachen. Aber bis man etwas Gerichtsverwertbares beweisen kann, dürfte noch eine ganze Reihe von Untersuchungen durchgeführt werden müssen. Entscheidend ist die Rücksichtslosigkeit Schäden beim Verbraucher in Kauf zu nehmen, nur um mehr Profit zu generieren. Wenn ich eine Person schlage, wandere ich für eine gewisse Zeit ins Gefängnis. Bringe ich ein Produkt in Umlauf, das den Kunden nachhaltig schädigt, geschieht mir nichts. Geht es noch unmoralischer?
Wir müssen begreifen, dass wir mit jedem Kauf die Moral dieser Unternehmen bestimmen. „Der kleine Mann zählt ja nicht“ gilt nicht. Wer nicht „hire and fire“ bei uns haben möchte, ist also in der Verpflichtung entsprechende Firmen mit sozialer Verantwortung zu unterstützen. Wir haben immer genug Leute, die gegen irgendetwas sind. Es wird mal Zeit „für“ etwas zu sein. Ich zähle mich nicht zum konservativen Teil der Bevölkerung, aber trotzdem muss ich sagen: „Ich bin für Moral und Anstand“












