(openPR) Einblicke in Kunst und Alltag unterschiedlicher Epochen Tunesiens im ART CENTER BERLIN
Berlin 29.11.2007 – Die seit 50 Jahren bestehende Beziehung zwischen der Tunesischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland berührt neben vielen Lebensbereichen auch den des kulturellen Erbes, darunter besonders den archäologischen Bereich. Mit ihrer bislang umfangreichsten Ausstellung in Berlin, 3 ASPECTS OF CULTURE IN TUNISIA, zeigen die Initiatoren nun archäologische Fundstücke aus unterschiedlichen Epochen zusammen mit moderner Malerei tunesischer Künstler der École de Tunis und einigen Aspekten aus dem Werk des Sozialwissenschaftlers Ibn Khaldun. Diese Gegenüberstellung spannt einen kulturellen Bogen über Jahrtausende und gibt einen Einblick in die Kunst und den Alltag unterschiedlicher Epochen und Generationen.
Zeitgenössische Malerei der „École de Tunis“
1949 wurde die „École de Tunis“ gegründet, um das Tunesische in der Landeskunst zu betonen und die Werke anderer Schulen, wie etwa der „École de Paris“, abzugrenzen. Französische wie tunesische Künstler schlossen sich zusammen und gemeinsam machten sie sich auf die Suche nach der „wahren tunesischen Malerei“. Nach der Unabhängigkeit Tunesiens 1956 wurde die Bewegung Teil der nationalen Selbstfindung, auch im Dienste des jungen Staates. Einige der Künstler der „École de Tunis“ erlangten internationale Anerkennung.
Die tunesische Malerei wurde von Beginn an zu einem kulturellen Hauptanliegen des Landes. In der ersten Generation von Künstlern, darunter Abdellaziz Gorgi, Ali Bellagha, Safia Farhat und Brahim Dhahak, wurde die Kunst Tunesiens durch Arbeiten beeinflusst, die neben ihrem Bezug auf die Traditionen offen für die Moderne waren. Sie beinhalteten einen bisher nicht gekannten Ausdruck von Identität und Stolz. Die nachfolgende Generation der 60er Jahre blieb den Prinzipien ihres sozialen, natürlichen und religiösen Umfelds treu und setzte dies in ihrem künstlerischen Schaffen um. Trotz der Zwistigkeiten und Schwierigkeiten schufen Vertreter der abstrakten Kunst wie Hedi Turki unendliche viele Darstellungen einer sich stetig wandelnden Welt. Die Künstler der 70er Jahre, wie Rafik El Kamel, Hassen Soufy, Habib Chebil und Abderrazak Sahli, waren dem Realismus nicht zugetan. Sie vervielfältigten ihre Ausdrucksmöglichkeiten, um durch diese ihre innersten Gefühle durch Artefakte widerzuspiegeln, die den Mensch in seiner Umgebung zeigen. Zahlreiche Werke reflektieren die subjektive Interpretation jener Themen, mit denen sich der jeweilige Künstler befasst hat. Die vierte Generation der 80er Jahre kam dem Ziel näher, das Interesse an dem tiefen inneren Sein weiter zu schüren. An dieser Stelle seien Fethi Ben Zakour und Taher M’Guedmini genannt, die Zuflucht in einer Welt voller schöner göttlicher Gestalten suchen, die weit in ihre Vorstellungskraft hineinleuchten, sowie Abderrazak Sahli, der seine Welt mit Darstellungen von Formen, Gegenständen und Farben füllt.
Die Künstler:
HEDI TURKI – Geb. am 15. Mai 1922 in Tunis
SAFIA FARHAT – Geb. 1924 in Rades, gest. am 6. Februar 2004
ABDELAZIZ GORGI – Geb. am 2. Juni 1928 in Tunis
BRAHIM DHAHAK – Geb. am 16. November 1931 in Gafsa, gest. am 28. Januar 2004
HABIB BOUABANA – Geb. am 17. Mai 1942 in Tunis, gest. am 22. März 2002
HABIB CHEBIL – Geb. 1939 in Menzel, Bourguiba, gest. am 28. Oktober 2004
ABDERRAZAK SAHLI – Geb. 1941 in Hammamet, Tunesien
RAFIK EL KAMEL – Geb. 1944 in Tunis
AHMED EL HAJRI – Geb. 1948 in Tazarka (Cap Bon)
TAHAR M’GADEMINI – Geb. 1948 in Djerba
HASSEN SOUFY – Geb. am 31. Dezember 1937 in Tunis
FETHI BEN ZAKOUR – Geb. im Dezember 1947 in Tunis
Archäologische Fundstücke der Ausgrabungsstätte von SIMITTHUS (Chimtou)
Besonders der archäologische Bereich nimmt einen hohen Stellenwert in der deutsch-tunesischen Zusammenarbeit ein. Im Rahmen zahlreicher Programme sind in den vergangenen 40 Jahren archäologische Fundorte erschlossen und untersucht worden. Neben Simitthus zählen dazu die Weltkulturerbe-Stätten Karthago und Dougga.
Simitthus ist eine archäologische Ausgrabungsstätte im Nordwesten Tunesiens. Augustus nahm die Stadt Colonia Iulia Augusta Numidica Simitthensium während seiner Herrschaft (27 v. Chr. bis 14 n. Chr.) als römische Kolonie ein. Berühmtheit erlangte sie besonders als Abbaugebiet des gelblichen Marmors „Marmor Numidicum“, in der Renaissance als „Giallo Antico“ bezeichnet. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Stätte von europäischen Reisenden wenig erforscht, die wenigen Ausgrabungen konzentrierten sich besonders auf das Theater, die Nekropolis und den kleinen Marktplatz der Stadt.
Im Rahmen der deutsch-tunesischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Archäologie begann eine internationale Gruppe von Forschern und Studenten Ende der 60er Jahre das Gebiet zu erschließen und zu untersuchen. Bis 1997 sind viele Monumente und Gegenstände geborgen worden, die von großer Einzigartigkeit oder Seltenheit sind. Sie haben einen wesentlichen Beitrag zum geschichtlichen Wissen über die Stadt geleistet und zeugen von der Bedeutung und dem außergewöhnlichen Wert von Simitthus.
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