(openPR) Jeder, der die Singphoniker schon einmal live erlebt hat weiß, dass diesen sechs Herren künstliche Showeffekte fremd sind. Dennoch oder gerade weil sie sich nur auf das Wesentliche konzentrieren – das Singen – präsentieren sie vokale Kammermusik auf höchstem Niveau. Ergänzt durch virtuoses Entertainment versprühen sie Emotionen und bestechen ganz ohne Mikros und Verstärker allein durch ihre unvergleichliche Intonation, Wortdeutlichkeit und den Einklang ihrer Stimmen.
Wie alles begann
Gegründet von sechs Studenten der Hochschule für Musik und Theater München, die sich auf diversen Konzertreisen des Madrigalchores zusammenfanden, stehen die Singphoniker nun seit 25 Jahren auf der Bühne und haben über 30 CDs eingespielt. Alfons Brandl, war bereits bei der Gründung mit dabei und kann sich noch gut an die Anfänge erinnern. „Wir begannen mit Musik, die mit dem, was wir an der Hochschule machten, wenig zu tun hatte, nämlich mit Stücken der Comedian Harmonists, also unterhaltender Musik in bester Qualität. Bald hatten wir das Bedürfnis, das Repertoire zu erweitern. Seither hat sich als Schwerpunkt sicherlich die Musik der deutschen Romantik herausgeschält und hier vor allem Schubert. Irgendwie fühlten wir uns als Pioniere, diese Musik, die ja von Chören vereinnahmt war, in ihrer ursprünglichen, solistischen Klanglichkeit wieder zu erwecken – wir waren schließlich auch die ersten, die alle seine fast 100 Werke auf CD aufgenommen haben. Für uns war das Zusammensingen bei den Singphonikern der erträumte Weg als Musiker, auch international wahrgenommen zu werden und darum haben wir gerne viel Zeit und Arbeit investiert.“
Nicht nur Schubert singen sie wunderschön
Längst haben sie ihren eigenen Stil gefunden. Die künstlerische Reichweite erstreckt sich quer durch die Musikgeschichte: von Schlagern bis ins früheste Zeitalter kirchlicher Vokalkunst, von Popmusik bis zu Gregorianischen Chorälen und von Madrigalen der Renaissance bis hin zur innigen Gefühlswelt romantischer Lieder. Überhaupt zählen die romantischen „Mehrstimmigen Gesänge“ zu ihrem Spezialgebiet. Ganz selbstbewusst behaupten sie von sich selbst: „Bei Schubert sind wir ganz zu Hause und können unsere Talente vollkommen zum Ausdruck bringen.“ Dabei besitzen die Singphoniker ein virtuoses Vermögen, ihre Zuhörer von einer Musiksphäre in die andere zu leiten. Ihre Interpretationen zeitgenössischer Vokalmusik betören durch faszinierende Klanglichkeit und unmittelbare Natürlichkeit. Kein Wunder also, dass sie immer wieder Komponisten inspirieren, Werke für sie zu schreiben. Enjott Schneider vertonte 1984 unter dem Titel „Variationen über die Liebe“ Texte aus Kontaktanzeigen. Damit feierten sie ebenso große Erfolge wie mit Wilfried Hillers Kirchenoper „Augustinus“. Mit dem Gregorianik-Experten Godehard Joppich verbindet sie eine ganz besondere Freundschaft. Sie sehen ihn als ihren Lehrmeister, wenn es darum geht, die in den mittelalterlichen Codices enthaltenen Musiknotationen der Mönche zu deuten. Er wiederum schätzt sie als professionelle Interpreten der Gregorianischen Gesänge.
Bei ihrer Programmgestaltung gelingt es ihnen immer wieder, die Zuhörer zu überraschen und ihnen Denkanstöße zu geben. Häufig verbinden sie Musik völlig unterschiedlicher Herkunft miteinander, so etwa Volkslieder von Silcher, Brahms und Reger mit Arrangements von Stevie Wonder, Sting oder den Beatles. Bei beiden Gattungen werden schließlich schlichte Melodien zum Ausdruck von persönlich Erlebtem und Emotionalem.
Unverwechselbarer Klangkörper
Ihr unverwechselbarer Klangkörper, ein mezzavocegeprägter warmer Stimmklang, ist nur durch reine Männerstimmen herzustellen. Jedes der einzelnen Mitglieder trägt seinen Teil dazu bei. Alfons Brandl, dessen Stimmphänomen erst da richtig aufblüht, wo für andere die Luft dünn wird: in der Höhe. Neben ihm Hubert Nettinger – impulsiv, mit tenoralem Schmelz und auch als Altus brillant. In der Mitte macht Manuel Warwitz immer eine gute Figur: ob lyrisch, dramatisch oder komisch, ob Schubert, Jazz oder singphonisch. Auf der rechten Seite fungieren als Gegengewicht die tiefen Stimmen: der Bassbariton Michael Mantaj mit Gold in der Kehle und schier unendlichem Atem und daneben der Bass Christian Schmidt, dessen Stimme an edlen, wohl temperierten Rotwein erinnert und dem singphonischen Sound Fundament und Kontur gibt. Die Aufgabe, mit sensiblem Klavierspiel die Stimmen zu begleiten und im Wechsel als zweiter Bariton a cappella die Sechsstimmigkeit zu ermöglichen, meistert Berno Scharpf.
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