(openPR) Seit einer Begegnung am, besser eigentlich: im Wühltisch des Dehner Gartencenter in Stoibers Heimat Wolfratshausen vor über eineinhalb Jahren hat er sich nach eigenen Angaben zunehmend in Deutschland integriert, z.B. an körperlichen Pfunden zugelegt und insbesondere „Busen“ aufgebaut. Noch deutlich dunkelhaarig und jung hält Serdar Somuncu (www.somuncu.de) auf einem Buchdeckel die Hand zum Gruß und eine gewöhnliche Zahnbürste mit weißen Borsten umgekehrt unter die eigene Nase als Andeutung eines grausam berühmten „braunen“ Bartes. Für ganze 0,50 € konnte dieses Exemplar der Somuncu-Version von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ den Wühltisch des Gartencenters verlassen und es begann eine – wenn auch bisher einseitige – wunderbare Freundschaft mit dem Träger des „Goldenen Edmund Stoiber Siegel für angepasste Kanaken“, die den Kauf der Tonträger zur Lesung aus „Mein Kampf“ und „Joseph Goebbels Rede im Sportpalast“ zur Folge hatten.
Vor ein paar Tagen hatten die Untertanen des zurücktretenen Edmund Stoiber die wohl erste Gelegenheit, Serdar Somuncu in München lebendig zu erleben. Günther Knoll, Urgestein der Münchner Kulturszene als Künstler, Wirt und Bühnenbetreiber (Hinterhoftheater, Schlachthof) holte den türkischen Kabarettisten, der in Deutschland lebt und arbeitet, in die soeben eröffnete „Freiheizhalle“ (www.freiheiz.com) beim ehemaligen Heizkraftwerk an der Donnersberger Brücke. Dort widmete der sich ausgiebig weder Hitler noch Goebbels, sondern dem aktuellen Exemplar der BILD-Zeitung. „BILD lesen“ heißt sein beeindruckendes Programm.
Über zwei Stunden ohne Pause hält der Mann auf der Bühne seine Zuschauer in Bann. Ein Vollblut-Schauspieler, der außer einem Stuhl, einem Tisch und einem aktuellen Exemplar von Deutschlands größter Kaufzeitung keine Requisiten um sich hat. Keine Pause für die Beschäftigung mit „BILD“, keine Pause für ihn selber, aber auch keine Pause für die Zuschauer. Keinen vergisst er in seiner Aufzählung all derer, die für das BILD-Niveau Deutschlands verantwortlich sind: Kai Diekmann, den Macher von BILD; die Politiker aller Parteien, die in BILD zum Wähler sprechen, Alice Schwarzer, die BILD heute adelt, ALDI und LIDL, die in BILD Anzeigen schalten, die Unterschicht, die bei ALDI und LIDL auch noch BILD kauft, die Oberschicht, die sie nicht kauft, aber liest, die Armen, die Reichen..., einfach alle!
Und dazwischen und drum herum kein aktuelles Thema, das er nicht auch dann zum Thema an diesem Abend macht, wenn dazu gar nichts in der aktuellen BILD-Ausgabe steht. Auch die hohe Anzahl dunkelhaariger Zuschauer hindern ihn nicht, sich über den Koran, den Propheten und die Muslime herzumachen. Schließlich war der Prophet gar nicht besonders klug; wie sonst hätte er annehmen können, das Gefährlichste an den Frauen seien die Haare auf dem Kopf und deshalb müssen sie mit Tuch unsichtbar gemacht werden? Konnte er nicht wissen, dass die Haare an ganz anderen Stellen viel wichtiger für Männer sind, weshalb die Vorgabe des Tragens eines „Arschtuches“ viel wirksamer ist? Und Somuncu wäre nicht Somuncu würde er das Hohngelächter der Zuschauer mit anderen Glaubenswahrheiten im Anschluß nicht entsprechend vernichtend kommentieren...
Niemand aus dem überwiegend jüngeren Publikum hat in den zwei Stunden die Freiheizhalle verlassen! Wer beim ersten Mal nicht dabei sein konnte, hat die Gelegenheit, Somuncu am Freitag, den 17. November 2007 in der „Freiheizhalle“ noch einmal zu erleben. Hingehen und erleben können wir nur empfehlen, auch wenn zeitgleich die nachgeholte „Heidenspass-Party“ des bfg München (www.bfg-muenchen.de) vom Karfreitag 2007 in der Max-Emanuel-Brauerei in München-Schwabing stattfindet (mit Vorband Screwed und HEILIG)! Wer noch Laune auf Rock’n Roll hat und ein Freigeist werden will, der kommt eben von der Freiheizhalle ohne Umwege direkt zum Heidenspass ins Max-Emanuel! Serdar Somuncu solltet Ihr mitbringen!
Assunta Tammelleo













