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Und ewig grüßt das Management

02.11.200712:33 UhrTourismus, Auto & Verkehr

(openPR) Unbequeme Fragen an Management und Kontrollgremien beim Autobauer Karmann

Osnabrück/Hannover - Demonstrationserfahren sei sie, die Belegschaft des Osnabrücker Cabriobauers und Fahrzeugbau-Zulieferers Karmann http://www.karmann.de. Darauf setzen die zuständigen Funktionäre der IG Metall, die für Samstag zur Demo gegen den geplanten Abbau von 1.800 Stellen aufgerufen hat. So rechnet IG-Metall-Bevollmächtigter Hartmut Riemannn der Neuen Osnabrücker Zeitung http://www.neue-oz.de zufolge mit rund 5.000 Demonstranten. Stadt und Landkreis sind natürlich auch Boot und unterstützen die Kundgebung am arbeitnehmerfreundlichen Samstag. Karmann hatte aufgrund fehlender Aufträge die Entlassung von 870 Beschäftigten in Osnabrück und 900 in Rheine angekündigt. Die schlechte Auftragslage könnte dazu führen, dass im nächsten Jahr noch einmal rund 750 Arbeitsplätze infrage gestellt werden. Doch wann haben Demonstrationen zuletzt Arbeitsplätze gesichert?



Karmann, so sagt es der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff im Gespräch mit der Landeszeitung Lüneburg http://www.landeszeitung.de habe „einen Super-Werkzeugbau, fähige Ingenieure und boomende Zahlen im Dachbau, aber seit fünf Jahren von keinem Automobilhersteller mehr einen Produktionsauftrag bekommen. Deswegen appelliere ich an die deutschen Automobilhersteller, diese Innovationsschmiede zu nutzen, die unter den 50 erfolgreichsten Unternehmen bei den Patentanmeldungen rangiert.“ Hehre Worte, doch Aufträge kann auch Wulff dem Traditionsunternehmen kaum verschaffen, auch wenn man nach Ansicht vieler Betroffener mithilfe der Politik das rettende Ufer erreichen könnte: Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius hat es gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung allerdings schon auf den Punkt gebracht: „Ich kann nicht zum VW-Vorstand gehen und ihn bitten, Aufträge nach Osnabrück zu geben. Da muss man einfach realistisch bleiben.“ Unterdessen will er mit Landrat Manfred Hugo die Personalverantwortlichen von großen Unternehmen der Region an einen Tisch holen, um ein Netzwerk zu knüpfen, in dem Qualifikationsprofile von Karmann-Mitarbeitern schnell mit offenen Stellen anderer Firmen abgeglichen werden können.

Nur wenige Experten fragen unterdessen, warum diese Entwicklung so scheinbar überraschend ans Licht kam. Die Leere in den Auftragsbüchern müsste manchen Insider schon früher mindestens zum Nachdenken, eher noch zum Handeln veranlasst haben. Nach Ansicht von Uwe Röhrig, Inhaber der Hannoveraner Automobilberatung International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de , muss nun ein Drittel der Belegschaft für massives Managementversagen den Kopf hinhalten: „Versagt haben nicht die Mitarbeiter, sondern das Management, die Kontrollgremien, die Betriebsräte und die Gewerkschaftsfunktionäre. Sie werden hochbezahlt und sind ihrer Verantwortung in keiner Weise gerecht geworden. Ist es denn wirklich neu und nicht absehbar gewesen, dass die Hersteller, bedingt durch Absatz- und damit Auslastungsprobleme, ihre eigene Produktion mit diesen Nischenfahrzeugen wieder aufnehmen, die zuvor in die Fertigung von Karmann gegangen sind?“, fragt Röhrig, ehemals Mercedes-Vertriebschef.

Die Rolle der Kontrollgremien untersucht man bei Karmann und in ungezählten Fällen zuvor ab einem solchen Zeitpunkt vergebens. Deren Mitglieder zu befragen, welchen Anteil sie an der Misere haben oder ob sie das Unheil nicht vorhergesehen hätten, scheint zwecklos, auch wenn ein solcher Prozess stets den gleich Abläufen folgt. „’Und ewig grüßt das Management’ müssen wir leider und fast regelmäßig feststellen, wenn die Nachrichten von Massenentlassungen die Runde machen“, so Röhrig. Während die Gewerkschafter jetzt Demonstrationen organisieren und in uralte Reflexe verfallen, müssten aber auch sie sich fragen lassen, wo sie versagt hätten. „Zu welchem Zeitpunkt haben die Verantwortlichen nach Alternativen Ausschau gehalten, zum Bespiel nach neuen Kooperationen mit anderen Herstellern in China, Indien oder den GUS-Staaten? Wo sind die Alternativ-Strategien, die notwendigen Schubladenlösungen für den Fall des Falles, die jeder und jedes verantwortungsbewusste Management, das sein Business beherrscht, vorliegen hat?“

Konstruktive Vorschläge oder Lösungsansätze sucht man in den Schubladen der Gewerkschaftsbüros vergebens. Zwar hält die IG Metall nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Brand Eins http://www.brandeins.de „70 Prozent der Betriebesratsmandate in der Metallindustrie und 1700 Sitze in Aufsichtsräten.“ Aber wofür sie diesen Einfluss einsetzt, fragen sich immer mehr der kontinuierlich weniger werdenden Mitglieder. „Natürlich kommt von dieser Seite jetzt der obligatorische Aufschrei und die Versicherung, dass man für die Belegschaft in die Schlacht ziehen will. Dieser Kampf wird dann in dem Aushandeln von Sozialplänen enden, denn darin wird man ja geschult und ausgebildet“, so der Automobilexperte.

Von Andreas Schultheis

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