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Die geborenen Verlierer: Kinder sind im Armutskreislauf gefangen

18.10.200711:53 UhrVereine & Verbände

(openPR) Materieller Wohlstand bestimmt die deutsche Armutsdiskussion

- Sozial benachteiligten jungen Menschen werden keine Perspektiven gezeigt
- Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung fördert bundesweit Lichtpunkte-Projekte,
um junge Menschen zu stärken den Armutskreislauf zu unterbrechen



Berlin, 15.10.2007 – Ein Kind in Deutschland ist arm, wenn es aufgrund seiner sozialen Herkunft die Schulprüfung nicht besteht. Ein Kind in Deutschland ist arm, wenn die Schulform vom Arbeitsleben ausschließt. Und ein Kind in Deutschland ist arm, wenn es nicht weiß, wie es gesund bleiben kann. In Entwicklungsländern bedeutet Armut häufig Hunger und Tod, in Deutschland grenzt Armut aus, macht krank und wird vererbt. Für die Bekämpfung von Armut braucht es daher mehr als Geld, um Kinder und Jugendliche zu unterstützen, den Armutszyklus zu durchbrechen: Bessere Bildung, lokale Bündnisse und zugewandte Erwachsene.

Lichtpunkte schaffen – das bundesweite Förderprogramm für sozial benachteiligte Kinder
Mit dem Förderprogramm Lichtpunkte sucht die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in ganz Deutschland innovative Projekte für sozial benachteiligte Kinder. Drei beispielhafte Projekte hat die DKJS mit Unterstützung der debitel AG bereits gefördert. Diese Projekte sind der Auftakt des bundesweit angelegten Programms, das Anfang 2008 noch viele weitere Projekte fördern wird:

Die Bildungsinitiative „TABULA“ in Bielefeld
Arm, bildungsfern, nicht-deutscher Herkunft, so beschreiben soziologische Begriffe eine Gruppe junger Menschen, denen Schule häufig nicht weiterhelfen kann. Ehrenamtliche, Pensionäre und Studenten gründeten daraufhin das Projekt TABULA mit dem Ziel, außerschulische Bildungsangebote zu schaffen, für Kinder zwischen 8 und 15 Jahren eines Stadtteils mit größeren sozialen Problemen. Den Grund- bzw. Hauptschulen stellt TABULA individuelle Lernpartnerschaften und außerschulische Bildungsangebote zur Verfügung. In den Sommerferien gibt es eine Lese- und Schreibwerkstatt sowie ein kreatives Freizeitangebot, das die jungen Menschen motiviert.
www.tabula-bildungsinitiative.de

Das Projekt „Buchkinder“ in Sachsen
Die Idee ist einfach: Ein eigenes Buch macht stolz. Hier lernen Kinder und Jugendliche spielerisch mit Worten und Bildern umzugehen und damit ihren eigenen Geschichten Ausdruck zu verleihen. Wer noch nicht selbst schreiben kann, dem helfen die Größeren. Schöner kann man Kindern kaum vermitteln, dass sie und ihre Geschichten ihnen selbst und anderen wichtig sind. www.buchkinder.de

Die „Taschengeldwerkstatt“ in Dresden-Pieschen
Im Kinder- und Jugendhaus EMMERS übernehmen Kinder Aufträge für kleinere Arbeiten mit Holz oder im Modellbau – von der Gartenbank bis zum Holzspielzeug. Alle Aufträge werden von den Kindern selbst geplant, kalkuliert und produziert. Das dadurch selbst erwirtschaftete Taschengeld erfüllt die kleinen Handwerker mit viel Stolz auf die eigene Leistungsfähigkeit, sie bekommen Aufmerksamkeit, stärken ihr Durchhaltevermögen und üben soziale Fähigkeiten. www.kjh.emmers-dresden.de/taschengeldwerkstatt.html

Lichtpunkte ist ein gemeinsames Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der debitel AG unter der Schirmherrschaft der Weltklasseschwimmerin Britta Steffen. Die Ausschreibung für weitere Projekte läuft noch bis zum 17. Dezember 2007.
Mehr Informationen unter: www.lichtpunkte.info und www.dkjs.de

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) unter dem Vorsitz von Dr. h.c. Lothar Späth und der Schirmherrschaft von Eva Luise Köhler setzt sich mit mehr als 30 Programmen dafür ein, dass junge Menschen eine Chance bekommen.

Pressekontakt Deutsche Kinder- und Jugendstiftung
Alexander Behrens, Tempelhofer Ufer 11, 10963 Berlin,
Tel.: 030 – 25 76 76 – 46,
E-Mail: E-Mail

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) wurde 1994 auf eine Initiative der International Youth Foundation (IYF) gegründet und ist Teil eines internationalen Stiftungsverbundes.

Sie initiiert Projekte und Programme, durch die junge Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit ermutigt und gestärkt werden.

Schirmherrin ist Eva Luise Köhler


Was wir wollen und tun

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) setzt sich dafür ein, dass kleine und junge Menschen in unserem Land gut aufwachsen können und eine demokratische Kultur des Miteinanders erleben und erlernen.

Sie stärkt Kinder in dem, was sie können und was sie bewegt. Sie ermutigt junge Leute, ihren Platz in der Gesellschaft selbst zu gestalten und ihr Leben couragiert in eigene Hände zu nehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich vielerorts Strukturen ändern. Und es bedarf möglichst vieler und engagierter Mitstreiter. Deshalb bindet die DKJS Eltern, erwachsene Begleiter und Institutionen in ihre Programme mit ein und stößt an „neuralgischen Punkten“ Reformprozesse an: in Kindergärten und Schulen, beim Übergang in den Beruf, in der Familien- oder lokalen Jugendpolitik.

Die Programme und Projekte der DKJS geben praktische Antworten auf drängende Fragen im Kinder- und Jugendbereich. Lösungen werden nie isoliert gesucht, sondern mit Blick auf alle Lebensbereiche junger Menschen und gemeinsam mit Pädagogen, Verwaltungen, Unternehmen, Wissenschaftlern und den Jugendlichen selbst. Als politisch neutrale Kraft der Zivilgesellschaft kann die DKJS zu Handlungsgemeinschaften anstiften, in denen Barrieren zwischen Zuständigkeiten und Institutionen überbrückt werden.


Wie es gelingt

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung versteht sich als Gemeinschaftsaktion für Kinder und Jugendliche. Ein eigenes begrenztes Vermögen, das vor allem durch Spenden aufgebaut werden konnte, garantiert ihr wirtschaftliche und förderpolitische Unabhängigkeit. Um aber nachhaltig Wirkung zu erzielen und noch mehr Kinder und Jugendliche von ihrer Arbeit profitieren zu lassen, regt sie Partnerschaften zwischen öffentlichen und privaten Akteuren an. Hierfür hat sie seit ihrer Gründung 1994 tragfähige und erfolgreiche Modelle entwickelt. Zunehmend gewinnt sie so nationale und internationale Unternehmen oder Stiftung für Kooperationen.

Alle Programme der Stiftung werden intern oder extern evaluiert. Das ermöglicht, Wirkungsbedingungen zu analysieren und Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit zu ziehen. Die DKJS ist Teil des internationalen Netzwerks der International Youth Foundation. Während sie in den ersten Jahren vor allem in den neuen Bundesländern tätig war und dort wichtige Entwicklungsimpulse geben konnte, arbeitet die Stiftung heute deutschlandweit mit Regionalpartnern in 15 Bundesländern eng zusammen.
Momentan fokussieren die Aktivitäten der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung
vier Themenfelder

Früh anfangen
Die ersten Lebensjahre sind entscheidend. Welche Zuwendung und Anregungen Kinder jetzt erhalten, wird ihr weiteres Leben wesentlich bestimmen. Wir unterstützen Kindergärten und Grundschulen darin, die Kleinsten bestmöglich, aber dennoch kindgerecht zu fördern. Besonders wichtig ist uns, über die Grenzen der jeweiligen Einrichtung hinweg zu denken und das pädagogische Verständnis und Handeln miteinander zu verknüpfen – im Interesse der Kinder.

Lernen leben
Wir wollen die beste Bildung für alle Kinder. Dafür braucht es erwachsene Begleiter, die Kindern etwas zutrauen, statt nur auf das zu blicken, was ihnen nicht gelingt. Besonders Schulen stehen dabei in Deutschland vor großen Herausforderungen – die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ermutigt und unterstützt sie, sich zu anregenden Lernorten zu entwickeln, die sich den Interessen und Bedürfnissen von Kindern verpflichtet fühlen. Das gelingt, wenn auch die anderen Lebensbereiche junger Menschen und die Strukturen rund um Schule einbezogen werden. Deshalb knüpfen wir in unseren Programmen Handlungsgemeinschaften mit allen Beteiligten.

Demokratie gestalten
Demokratische Grundwerte lassen sich nicht verordnen, aber erlernen. Das eigene Erleben ist dabei wirkungsvoller als alle moralischen Appelle. Wenn sich Kinder und Jugendliche mit ihren Bedürfnissen ernst genommen fühlen und die Erfahrung machen, selbst etwas Positives für sich und andere bewirken zu können, wachsen Verantwortungsbewusstsein, Toleranz und Gewaltresistenz. Wie das schon im Vorschulalter oder z.B. im Sport aussehen kann, zeigen die Programme der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung mit dem Ziel, demokratische Kompetenzen zu entwickeln.

Berufliche Chancen eröffnen
Wir helfen jungen Menschen, sich früh auf die Herausforderungen der komplexen Arbeitswelt vorzubereiten. Auch und gerade dort, wo bezahlte Beschäftigung kaum noch vorgelebt wird. Eigeninitiative entwickeln und eigene Stärken ausbauen, statt vor den „Umständen“ kapitulieren, dazu sind ermutigende Gelegenheiten und realistische Erfahrungsräume wichtig. Aber auch neue Ideen, wie „erwachsene Strukturen“ sich besser auf die jungen Leute einstellen können.




Die Organisationsstruktur der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gGmbH

Vorsitzende der Gesellschafterversammlung:
Prof. Dr. h.c. Lothar Späth
Ministerpräsident a. D. des Landes
Baden-Württemberg

Gesellschafter der DKJS:
Dieter Althaus
Ministerpräsident des Freistaates Thüringen

Dieter Berg
Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert
Bosch Stiftung

Prof. Dr. Wolfgang Böhmer
Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt

Dr. Tessen von Heydebreck
Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank AG

Dr. Christian Jacobs
Präsident des Stiftungsrates der Jacobs Stiftung

Dr. Josef Joffe
Herausgeber der Wochenzeitung DIE ZEIT

Roland Koch
Ministerpräsident des Landes Hessen

Dr. Florian Langenscheidt
Unternehmer und Publizist

Prof. Dr. Georg Milbradt
Ministerpräsident des Landes Sachsen

Christian Petry
Geschäftsführer der Freudenberg Stiftung

Matthias Platzeck
Ministerpräsident des Landes Brandenburg

Dr. Harald Ringstorff
Ministerpräsident des Landes
Mecklenburg-Vorpommern

Pär Stenbäck , Minister (Hon.)
Vizepräsident der International Youth Foundation

Prof. Dr. Rita Süssmuth
Bundestagspräsidentin a.D.

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