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Künstliche Intelligenz wichtig für Alltagstechnologie

15.10.200710:41 UhrMedien & Telekommunikation

(openPR) Deutsche Forscher dominieren Entwicklung von Dialogsystemen

Bonn - Im Jahr 2050 sollen menschenähnliche Roboter auf zwei Beinen nach den offiziellen Fifa-Regeln gegen den dann amtierenden, menschlichen Fußball-Weltmeister spielen - und gewinnen. Das zumindest haben sich Experten der Roboterentwicklung auf die Fahnen geschrieben. Doch bis dahin ist der Weg noch weit. Gleichwohl machen moderne Roboter stetig Fortschritte. So wurde an der Universität Bielefeld das neue Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab) http://cor-lab.de/ in Betrieb genommen.



Zudem wurde eine Forschungskooperation zwischen der Universität und der Honda Research Institute Europe GmbH http://www.honda-ri.de unterzeichnet, die universitäre und industrielle Grundlagenforschung vereinen soll. Die Roboter sollen mit kognitiven und sozialen Fähigkeiten ausgestattet und damit zu alltagstauglichen Assistenten für den Menschen gemacht werden. „Stargast“ der Eröffnung war Asimo http://www.honda-robots.de, ein menschenähnlicher Honda-Roboter. Über 20 Jahre nach der Präsentation des ersten Modells hat sich die neueste Generation prächtig entwickelt: „Im Kreis rennen, die Hand schütteln und einen Wagen schieben, gehören neben dem Tragen eines Tabletts zu seinem neuen Repertoire. Tatsächlich wollten manche Zuschauer in Bielefeld den kleinen weißen Mann am liebsten sofort als Kellner für die nächste Party anheuern“, berichtet die Berliner Zeitung http://www.berlinonline.de .

„Die Hochschule ist die erste in Europa, die den am weitesten entwickelten humanoiden Roboter der Welt zu Forschungszwecken gestellt bekommt. Honda legt für die geplante Zusammenarbeit sogar Teile der bisher wie ein Goldschatz gehüteten Steuerungssoftware der Maschine offen“, so die Zeitung. Auch einen Ball kann Asimo mithilfe eines Infrarotsenders mittlerweile erkennen und wegkicken. Bei den Dribbelkünsten wird er Ballack und Co. jedoch in absehbarer Zeit nicht die Schau stehlen.

Beim diesjährigen Bonner Fachkongress Voice Days http://www.voicedays.de (17./18. Oktober) präsentiert das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) http://www.dfki.de den Ligabot. Der anthropomorphe Agent ermöglicht es, über ein Sprachdialogsystem aktuelle Informationen über Spielergebnisse, Spielorte, nächste Begegnungen und die Tabellensituation der laufenden Saison zu erfragen. Für die Interaktion mit den Benutzern wird in der vorliegenden Beispieldomäne Fußball ein virtueller Fußballexperte eingesetzt, der Fragen des Besuchers mit einer künstlichen Stimme sowie entsprechender Mimik und Gestik beantwortet.

Für Gerhard Sagerer, Direktor und einer der Gründerväter des Cor-Labs ist die Verständigung zwischen Mensch und Maschine eine der entscheidenden in der Roboterforschung: „Wir wollen Roboter bauen, die mit der häufig fehlenden Eindeutigkeit der menschlichen Kommunikation umgehen können, das heißt, dass sie auch nicht ganz klare verbale Anweisungen und Gesten sinngemäß interpretieren können", so der Wissenschaftler. Ziel sei es, dass sich die Maschine dem Menschen anpasse und nicht etwa umgekehrt. Das sieht man auch beim Berliner Unternehmen SemanticEdge http://www.semanticedge.de so. Bei Sprachdialogsystemen bestehe darüber hinaus ein klarer Zusammenhang zwischen so genannten Human-Touch-Dialogen, die dem menschlichen Sprechen sehr nahe kommen und der Akzeptanz des Systems. „Wir wollen keine starren Dialoge steuern, bei denen man nur bestimmte Begriffe verwenden kann, sondern freies Sprechen ermöglichen", sagt Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge. Bei einem Dialog mit menschlichen Zügen werde sich der Anrufer eher angenommen fühlen als bei einem mit starrer Menüführung und Abfrage von bestimmten Antworten, so Pape. Das Ziel der Sprachdialoge sei es, den Erwartungen des Menschen so nahe wie möglich zu kommen. „Softwaresysteme müssen intelligenter werden, damit sie besser verstehen, was der Mensch von ihnen will und damit sie sich umgekehrt dem Menschen einfacher verständlich machen“, fordert Pape.

Nach Ansicht von Axel Schnell, Chief Operating Officer des ITK-Systemintegrators Nextiraone http://www.nextiraone.de, ist die KI-Forschung in Deutschland auf dem richtigen Weg: „Statt Rechenmaschinen mit menschlichem Bewusstsein zu konzipieren, konzentrieren sich unsere Wissenschaftler auf nützliche Werkzeuge für die Informatik und kooperieren sehr eng mit der Wirtschaft. Das funktioniert besondert gut bei der Analyse natürlicher Sprache. Mit rund 120 Unternehmen, die etwa Dialogsysteme für Navigationsgeräte, Fahrkartenautomaten, Logistiksystemen oder Diktiersoftware entwickeln und marktfähig machen, liegen wir international an der Spitze. Dieser pragmatische Ansatz der KI-Forschung ist unverzichtbar geworden für die Alltagstechnologie“, resümiert Schnell.

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