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Statue des Guru Rinpoche am Kailash zerstört und Bauarbeiten an einer anderen gestoppt

13.10.200712:11 UhrKunst & Kultur

(openPR) Das Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD), tchrd.org, ist zutiefst entsetzt über den empörenden Eingriff der Behörden in die religiösen Angelegenheiten des tibetischen Volkes. Den letzten Nachrichten aus Tibet ist zu entnehmen, daß die chinesischen Behörden eine Statue von Guru Padmasambhava (der beim Volk auch Guru Rinpoche genannt wird) gesprengt und in einem anderen Teil Tibets die Bauarbeiten an einer ebensolchen Statue gestoppt haben.



Einer bestätigten Information zufolge wurde die etwa 2 m [dem Augenzeugenbericht von Touristen zufolge 15 m] hohe Statue von Guru Rinpoche in Darchen am Kailash, Kreis Purang, Präfektur Ngari, TAR, die von ortsansässigen gläubigen Tibetern finanziert worden war, in der ersten Oktoberwoche von den chinesischen Behörden niedergerissen. Die aus Ton gefertigte Statue war vor etwa einem Monat beendet und von religiösen Würdenträgern aus der Gegend geweiht worden.

Gleichfalls mußte am 14. August 2007 der Bau einer Statue von Guru Rinpoche in dem Dorf Rongpatsa, Distrikt Kardze, TAP Kardze, eingestellt werden, nachdem die Lokalbehörden ein Verbot erlassen hatten.

Es handelt sich dabei keineswegs um Einzelfälle: Mitte Mai dieses Jahres rissen Soldaten der chinesischen Bewaffneten Volkspolizei (PAP) eine fast fertiggestellte mit Blattgold und Kupfer beschlagene riesengroße Statue von Guru Rinpoche in dem Kloster Samye, Kreis Dranang, Präfektur Lhoka, TAR, nieder. Das TCHRD berichtete über die Zerstörung der Statue am 4. Juni 2007. Und am 8. Juni 2007 wurde von dem Democratic Management Committee (DMC) des Klosters Samye eine offizielle Erklärung herausgegebenen, in der es hieß, daß der Bau der Statue einen Verstoß gegen das Gesetz der VR China über den Schutz von Kulturgütern sowie der Verordnung über den illegalen Bau von Buddhastatuen im Freien darstelle … Das Kloster Samye ließ daraufhin die freistehende Statue entfernen."

Anfang dieses Jahres traten neue "Maßnahmen für die Regelung der religiösen Angelegenheiten", die in 56 Artikeln festgelegt sind, in Kraft. Anstatt die Religionsfreiheit zu schützen, zielen diese neuen Bestimmungen darauf ab, die Regierungspolitik gegenüber religiösen Vereinigungen, deren Mitarbeitern und den einzelnen Gläubigen strikt durchzusetzen. Insbesondere ermächtigt die neue Verordnung die Beamten, die Restriktionen und staatlichen Kontrollen nach Belieben zu intensivieren.

Das Zentrum registrierte auch, daß die Religionsausübung durch neue Einschränkungen noch mehr erschwert wird. So ist die Begehung wichtiger religiöser Festtage wie Saka Dawa und Gaden Nyamchoe, und der Geburtstage des Dalai Lama und des 11. Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima in Tibet verboten.

Weiterhin trat am 1. September der vom staatlichen Büro für Religionsangelegenheiten (State Administration of Religious Affairs) herausgegebene 14 Punkte umfassende Maßnahmenkatalog über Reinkarnationen in Kraft. Er zeigt deutlich die unerbittliche Entschlossenheit der KPCh, der jahrhundertealten religiösen Tradition der Tibeter ihren Status zu nehmen und sie zu zerstören. Gleichzeitig soll die Autorität der legitimen religiösen tibetischen Würdenträger einschließlich des Dalai Lama geschwächt werden. Den neuen Vorschriften zufolge ist ein jeder buddhistischer Mönch, der außerhalb Chinas lebt, davon ausgeschlossen, selbst in Tibet als Wiedergeburt anerkannt zu werden oder jemand anderes als "lebenden Buddha" anzuerkennen. Dies stellt quasi das Ende einer jahrhundertealten Tradition des tibetischen Buddhismus dar. Alle Wiedergeburten "lebender Buddhas" im tibetischen Buddhismus müssen nun vom Staat gebilligt werden, andernfalls ist ihre Anerkennung illegal und damit ungültig. Diese neuen Vorschriften machen das seit Jahrhunderten überlieferte System der Anerkennung wiedergeborener tibetischer Lamas gegenstandslos, denn ab sofort entscheidet alleine die KPCh über die Rechtmäßigkeit einer "Wiedergeburt".

Darüber hinaus haben die chinesischen Behörden die "patriotische Erziehungskampagne" in den religiösen Einrichtungen und ebenso für die normale Bevölkerung weiter verschärft; in Lithang und Kardze soll diese Kampagne von Anfang September an drei Monate lang rigoros durchgeführt werden. Viele Tibeter, die den Behörden offen Widerstand leisteten, wurden in ihrem Verlauf festgenommen.

Das TCHRD ist nach diesem jüngsten Akt der Zerstörung einer Statue des Guru Padmasambhava in Darchen und der angeordneten Einstellung der Bauarbeiten an einer ähnlichen Statue in Rongpatsa davon überzeugt, daß sämtliche neuen Maßnahmen nach ihrer Ankündigung nun gewaltsam in die Tat umgesetzt werden und daß die Behörden fest entschlossen sind, die Religiosität des tibetischen Volkes zu untergraben.

Die jüngsten Maßnahmen und damit die massive Einschränkung religiöser Aktivitäten machen wieder einmal deutlich, daß die Aussichten auf größere religiöse Freiheit, wie sie von der chinesischen Verfassung großzügig garantiert wird, düster sind, besonders wenn man an Chinas bisheriges Verhalten in Sachen Religionsfreiheit denkt. Während die Verfassung Chinas den Bürgern die "Freiheit der religiösen Überzeugung" garantiert, schützt sie nicht das Recht, den religiösen Glauben auch offen zu praktizieren. Dies zeigt, wie wichtig es ist, daß China den Internationalen Vertrag über Bürgerliche und Politische Rechte (ICCPR), den es am 5. Oktober 1998 unterzeichnet hat und der ausdrücklich das Recht auf die Freiheit des Denkens, des Gewissens und der Religion verfügt, auch ratifiziert. Die VR China sollte die Rechte, die von ihrer eigenen Verfassung und anderen internationalen Abkommen und Verträgen, denen sie bereits beigetreten ist, garantiert werden, auch respektieren.

Von Touristen aufgenommene Bilder der Statue vor und nach ihrer Zerstörung
http://www.flickr.com/photos/gyalpo/sets/72157602378824050/detail/

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