(openPR) Leider hat sich die Szenerie (noch) nicht beruhigt. Das KDA ist mit dem Berichts- und Lernsystem für die Altenpflege online gegangen und die Stimmen der Kritiker werden zumindest einstweilen in einschlägigen Chatforen wieder lauter. Die Kritiker scheinen hierbei nicht willens, sich etwas intensiver mit dem Sinn und Zweck eines solchen Systems thematisch auseinanderzusetzen und im Zweifel hierzu ein wenig die Literatur zu studieren. Es geht in der Sache nicht um ein „Jammerportal“ und es sollen beileibe nicht öffentlichkeitswirksam besonders dramatische Fälle von Menschenrechtsverletzungen in stationären Alteneinrichtungen „angeklagt“ werden.
Diese Funktion übernimmt zuweilen die Boulevardpresse und nicht selten gerät hierbei das Kernproblem wieder schnell in Vergessenheit. Entscheidend ist vielmehr, dass die Mitarbeiter durch das Berichtssystem einen Orientierungsrahmen mit den entsprechenden Konfliktsituationen zur Verfügung gestellt bekommen, aus dem diese dann in der Folge ihre persönlichen Konsequenzen für ihre praktische Arbeit ziehen können. Hier wird „nicht gejammert“, sondern berichtet und die Kritiker müssen sich ernsthaft fragen lassen, ob sie den eigentlichen Sinn und Zweck von Berichts-, Fehler- und Lernsystemen verstanden haben. Ich hege diesbezüglich bei manchen Kommentaren ernsthafte Zweifel und die Kritiker werden sich selber die Frage stellen müssen, ob sie nicht selber einen Beitrag dazu leisten, dass der Ruf der Altenpflege dauerhaft Schaden nimmt.
Eine Fehlerkultur und ein modernes Risikomanagementsystem können u.a. auch darin erblickt werden, dass aus der Praxis für die Praxis kritische oder vermeintlich kritische Situationen geschildert werden, ohne dass gleich die Mitarbeiter sich als „Engel der Alten“ präsentieren und ggf. ihre Kollegen oder den Träger als „Straftäter“ brandmarken müssen. Zwischen strafrechtlich relevantem Verhalten und qualitätsorientierter Arbeit gibt es eine beachtliche Bandbreite von krisenhaften Situationen, die es zu vermeiden gilt. Hier setzt das Berichtssystem an und ich vermag beim besten Willen nicht zu erkennen, warum dies ein „Jammerportal“ sein soll.
Lutz Barth













