(openPR) Man hat die bessere Mäusefalle zu verkaufen – wenn doch der Kunde nur ein paar Minuten zuhören würde.
Es stellt sich heraus, dass der Long Tail doch noch viel länger ist, als Anfangs angenommen. Inzwischen haben viele Unternehmen erkannt, dass das Web 2.0 eine ganz tolle Sache ist, aber dann doch nicht so wirklich zu Geld umgesetzt werden kann. Die einzelnen Ausnahmen können halt nicht zur Regel erklärt werden. Web 2.0 funktioniert halt ganz besonders gut da, wo die Kunden kaum oder wenig Geld ausgeben wollen. Wo der vermeintliche Markt schon fast eine antikapitalistische Grundhaltung zeigt. Ein schlechter Nährboden für ein Unternehmen welches Gewinne einfahren will.
Doch was hat es mit dem Long Tail auf sich? Kurz erklärt, es geht bei dem Long Tail darum, dass sich jeder Markt in immer feinere und spezifischere Subkulturen und Spezialmärkte aufteilt. Zur Freude um zum Leid vieler Unternehmen die in der Werbung tätig sind. Es wird immer schwieriger die Kundengruppe gezielt anzusprechen. Also türmt man auf die Mäusefalle zu dem Speck und Käse noch ein paar Gewinnspiele, Auberginen, Spiegeleier, Kaiserschmarrn und Kartoffeln hinzu. Ein paar zusätzliche hochglanz Werbeprospekte können ja auch nicht schaden. Welche Maus kann da schon „Nein“ sagen. Ja richtige Horden vom Mäusen müssten so angelockt werden! Doch keiner fängt überhaupt an an dem Buffet zu knappern, das Buffet wird sogar kaum eines Blickes gewürdigt. Und wenn jemand interessiert ist, dann kann die Mausefalle nicht zuklappen, weil das riesige Angebot ein zuschnappen verhindert.
Immer mit der Hoffnung im Hinterkopf, dass man auch mal eine so gewaltige Web 2.0 Applikation aus dem Nichts heraus ins Leben rufen könnte. Beim aufmerksamen Hinschauen stellt sich jedoch heraus, dass diese Web 2.0 Applikationen, welche ein so gewaltiges Wachstum mit sich bringen, um Grunde nur tiefe Nischen irgendwo im Long Tail bedienen. In anderen Worten, hochspezifische Anwendungen für einen hochspezifischen Markt. Kein breites allgemeines Ansprechen einer breiten Masse. Dabei geht es darum ein Bedürfnis des Marktes zu stillen, kein neues Bedürfnis zu schaffen, wie oft fälschlicherweise angenommen.
Das Direktmarkting steht teilweise recht unbeholfen da. Nur wenige Direktmarketingunternehmen realisieren, dass kaum ein Interessent von einem tollen Logo, einer halbbeschriebenen Seite und einem Hochglanzflyer in Bewegung gebracht wird. Die imageaufbauenden Floskeln, und das Photo irgendeines Verkäufers, der gar nichts mit dem Schreiben zu tun hat, sind auch nicht besonders hilfreich. Diese Vorgehensweise steht im krassen Gegensatz zu allem wofür das Web 2.0 und der Long Tail stehen. Kein Wunder freut man sich in vielen Direktmarketingunternehmen schon diebisch über eine magere Response von 0,5%!
Zudem werden immer wieder die breitgetretenen und allgemein bekannten Informationen über den Long Tail und das Web 2.0 schlichtweg ignoriert. Anstatt eine Nische im Long Tail im eigenen Markt hochspezifisch anzusprechen, will man möglichst den ganzen Markt ansprechen – der Albtraum eines jeden Werbetexters für lange Verkaufsbriefe. Anstatt den Versuch einer echten Web 2.0 Applikation einfach bleiben zu lassen, schafft das Unternehmen einen Blog oder ein Forum wo dann in der Praxis unzufriedene Kunden über das Unternehmen ablästern können. So war das jedenfalls nicht mit dem Web 2.0 gemeint!
Die erfolgreicheren Direktmarketingunternehmen und Verlage hingegen, lassen inzwischen schon lange Werbetexte für teures Geld in den USA herstellen, um diese dann ins Deutsche zu übersetzen. Einfach weil es kaum deutschsprachige Werbetexter gibt, welche die typische deutsche Vorgehensweise des Imagemarketing im Werbetext, von der eher amerikanischen Vorgehensweise des gezielten Ansprechens wirklich trennen können. Im Prinzip liegt in der Trennung auch einer der wesentlichen Erfolgsschlüssel im Direktmarketing. Das so ein hochkarätiger 8-seitiger Werbetext für ein Directmailing, der auch wirklich verkaufen soll, 4 – 6 Wochen in der Herstellung braucht, ist kein Geheimnis. Auch in den USA sind verkaufsstarke Werbetexte Mangelware. Für Außenseiter erscheint diese Vorgehensweise, besonders die langen Werbetexte, einfach nur dumm. Die Bilanzen dieser Verlage sagen aber etwas anderes aus. Die wenigen Abteilungen in den Verlagen die besonders gut wachsen, haben eine Geheimwaffe: In der Regel steht hinter der steilen Karriere, dem schönen Dienstwagen, dem großen Büro mit Aussicht, und der zweiten Sekretärin eines Abteilungsleiters, ganz versteckt ein freiberuflicher Werbetexter für Verkaufstexte.
Ein Werbetexter, der es weiß wie man im Web 2.0 und Long Tail einen Markt ganz gezielt anspricht. Die Responsequoten stimmen jedenfalls zu! Auch die minutenlangen durchschnittlichen Besuchszeiten auf einer Webseite geben diesen Werbetexten recht. Jetzt wir uns vom Informationszeitalter weg, immer mehr in Richtung Aufmerksamkeitszeitalter bewegen, liegt der Schlüssel zu aggressivem Wachstum eines Unternehmens immer mehr bei zielgerichteten Werbetexten.








