(openPR) Der demografische Wandel ist deutschlandweit spürbar. Sinkende Geburtenzahlen und eine höhere Lebenserwartung führen zur Überalterung unserer Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund erarbeiten das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Rostock und Darmstadt gemeinsam mit dem Berliner Institut für Sozialforschung GmbH und dem Institut für Gesundheits- und Sozialforschung GmbH eine Studie zum Thema Gesundheit. Hierbei handelt es sich um eine Untersuchung von technologisch unterstützenden Assistenzsystemen (Ambient Assisted Living), die der Verbesserung der Lebensqualität nicht nur von älteren, sondern auch von kranken und behinderten Mitbürgern, dienen.
Die für zehn Jahre vorausschauende Studie dient dem Ziel, kranken und behinderten Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes und unabhängigeres Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Projektleiter Dr. Erhard Berndt vom Fraunhofer IGD Rostock erklärt: „Die Bedürfnisse älterer Menschen sind unter anderem Gesundheit, Sicherheit und Geborgenheit. Diese können wir mit dem Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien besser erfüllen.“ Mit Hilfe technologischer Assistenzsysteme werden die Nutzer bei der Erledigung ihrer täglichen Aufgaben unterstützt und ihr Gesundheitszustand permanent überwacht, was erheblich zur Aufwertung ihres Privatlebens beiträgt.
Mit der Kombination von technischem Know-how des Fraunhofer IGD und den Kompetenzen der weiteren Partner auf den Gebieten Gesundheit und Sozialforschung sollen Erfolg versprechende Lösungen hervorgebracht werden. Das Wissen um die Lebensumstände und Präferenzen Älterer, zusammen mit der Entwicklung von Technologielösungen am Fraunhofer IGD, ist eine sehr gute Voraussetzung für die Stabilisierung des Gesundheitssystems. Darüber hinaus könnten Gesundheitskosten gesenkt werden, indem die allgemeine Gesundheitsvorsorge verbessert wird. Gerade in der derzeitigen Diskussion um die Gesundheitsreform kann die Studie dazu beitragen, künftig Pflegekosten zu senken und die jüngere Generation zu entlasten.
Aufbauend auf bereits bestehende Erkenntnisse und Fallstudien zu digitalen Assistenzsystemen sollen konkrete Anwendungsszenarien erarbeitet und Marktpotenziale für Hersteller und Anbieter von unterstützenden IT-Technologien und darauf basierender Dienste in Deutschland abgeschätzt und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Im Zentrum stehen dabei die Anwendungsfelder „Intelligentes Haus“, Medizin- und Sicherheitstechnik sowie Mobilität. Bis November 2007 wird im ersten Schritt ein Überblick über den Entwicklungsstand von Assistenz-Technologien, deren Anwendungsfelder und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erarbeitet.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH im Innovationsfeld „Ambient Assisted Living“ innerhalb des Rahmenprogramms "Mikrosysteme" (2004-2009) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt.











