(openPR) Ottobrunn - Rundum begeistert zeigten sich die rund 1500 Besucher, die am Sonntag, 16.09.2007, die IABG besuchten. Wie immer öffnete das Unternehmen anlässlich des „Tags der Luft- und Raumfahrt“ seine Pforten für die Öffentlichkeit und gewährte den Besuchern Einblick in seine vielfältigen Arbeitsgebiete in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Verteidigung.
Pünktlich zur angekündigten Öffnungszeit um 10 Uhr warten bereits die ersten Besucher an der Pforte des erst im letzten Jahr fertig gestellten Technologiezentrums. Die neuen Räumlichkeiten mit dem lichtdurchfluteten, überdachten Atrium sorgen bereits für erstes anerkennendes Kopfnicken.
Es dauert gar nicht lange, da macht sich eine erste Gruppe, allesamt mit „Headsets“ ausgerüstet, auf in Richtung Raumfahrtzentrum. Christian Henjes, bei der IABG im Bereich Raumfahrt u. a. zuständig für Marketing und Vertrieb, erklärt einleitend, warum Satelliten vor dem Start überhaupt „qualifiziert“ werden müssen. Würden sie den hohen Belastungen in der Rakete und im Weltall nicht Stand halten und ihren Dienst versagen, wäre sehr viel Arbeit und Geld unwiederbringlich verloren. Auf dem nun folgenden Rundgang durch das Raumfahrtzentrum wird deutlich, was Henjes mit dem Begriff „Belastungen“ gemeint hat.
Im Akustiklabor steht ein echter Prüfling: das Solar-Panel des Satelliten Meteosat. Henjes erklärt, dass der Schalltest nur etwa eine Minute dauert - innerhalb dieser Zeit hat sich eine Trägerrakete bereits soweit vom Boden entfernt, dass die Schallwellen nicht mehr reflektiert werden. Der Schalldruckpegel beim Start beträgt bis zu 145 dB. Die Testanlagen der IABG sind für 156 dB ausgelegt, wobei das Frequenzspektrum mittels Modulatoren im Bereich von 30 Hz bis 10.000 Hz eingestellt werden kann. Das Schallspektrum während eines Tests wird mit Mikrofonen, die so genannten „Strukturantworten“ eines Prüflings mit Beschleunigungsgebern, Dehnmessstreifen oder Kraftmesszellen gemessen. Das Solar-Panel hat den Akustiktest bestanden, wenn es durch die Belastung keine Schäden erlitten hat.
Bei der nächsten Station werden im Rahmen von Modaltests die dynamischen Eigenschaften wie etwa das Resonanzverhalten eines Prüflings bestimmt. Die Modalanalyse bietet die experimentelle Grundlage, um mathematische Rechenmodelle anhand realer Strukturen zu überprüfen. So ist es möglich, die in einem Modell vorhandenen Unsicherheiten aufzuzeigen.
Bei den Vibrationstests werden mechanische Belastungen, wie sie etwa beim Start einer Rakete auftreten, simuliert. Hier wird festgestellt, ob ein Prüfling durch Vibrationen und Schocks zum Beispiel in seinen Resonanzen so stark angeregt wird, dass es zu mechanischen Schäden oder Funktionsstörungen kommen kann. Da Vibrationen natürlich nicht nur beim Start einer Rakete auftreten, sondern z. B. auch beim Transport von Gütern jeder Art, gibt es hier natürlich auch andere Anwendungsbereiche als die Raumfahrt, erläutert Henjes. Deshalb sitzen nicht nur Raumfahrtkomponenten auf den sieben „Shakern“, die alle auf einem eigenen Fundament stehen und komplett vom Gebäude entkoppelt sind.
Nach dem Labor für Tests zur Prüfung der elektromagnetischen Verträglichkeit und der Masseeigenschaften erwartet die Besucher noch ein Blick in die Weltraumsimulation, bei der extrem hohe Temperaturen auf der von der Sonne beschienenen Seite und extreme Kälte auf der der Sonne abgewandten Seite eines Satelliten nachgeahmt werden.
Nach einer ¾ Stunde geballter Information in Sachen Raumfahrt gönnen sich die meisten Besucher eine kleine Pause und machen sich bei einem Imbiss fit für die nächste Runde. Diese führt sie in den Bereich Luftfahrt. Seit vielen Jahren führt die IABG Strukturversuche an ganzen Flugzeugen oder Komponenten durch. „Mit unseren Versuchen zur Betriebsfestigkeit weisen wir nach, ob ein Flugzeug den Belastungen, denen es im Laufe des Betriebs bei den Airlines ausgesetzt sein wird, auch wirklich standhält. Damit blicken wir bezüglich des Schadensverhaltens sozusagen im Zeitraffer in die Zukunft. „Unsere Strukturtests sind ein unverzichtbarer Bestandteil in der Entwicklung und Zulassung von Flugzeugen, um einen sicheren Betrieb im späteren Flugeinsatz zu gewährleisten“, erläutert Carsten Peters, einer der Testingenieure der IABG.
Einer der größten Lebensdauerversuche findet momentan am IABG-Standort in Dresden statt: Dort wird derzeit das größte Verkehrsflugzeug der Welt, der doppelstöckige Airbus A380, auf Herz und Nieren getestet. Vorbereitungen für die Tests am Militärtransportflugzeug A400M sind bereits in vollem Gange, eine neue Testhalle wird dazu errichtet. Gleichzeitig ist es gelungen, zwei große Ermüdungsversuche für die Lebensdauerverlängerung des Airbus A320 nach Ottobrunn zu holen. Der Aufbau für diese Versuche wird zum Jahreswechsel beginnen.
Der Weg zurück ins inzwischen gut gefüllte Atrium führt über den IABG-Teleport, eine technische Einrichtung des Bereichs InfoKom. „Ganz analog zum bekannten digitalen Fernsehen verpacken wir hier statt Fernsehbildern derzeit über 500 Mbps Daten und schicken sie für unsere Kunden über bis zu 9 m große Parabolantennen via Satellit in alle Welt. Das ist zum Beispiel von Interesse für Firmen, die Außenstellen an Orten ohne entsprechende Kommunikationsinfrastruktur haben“, erläutert Joachim von Stieglitz. Besonderen Wert legen wir hierbei auf eine hohe Datensicherheit. Hier kommen Synergien eines IT-Dienstleisters, der auch Themen wie IT-Sicherheit oder die komplexen IP-Protokolle von Routern professionell beherrscht, zum Tragen.
Für alle Besucher neu sind die Demonstrationen des Bereichs Verteidigung, die erstmalig ins Programm aufgenommen wurden. Manfred Seeger erklärt die Besonderheiten des Simulations-, Integrations- und Testzentrums (SIT), eine der herausragenden Einrichtungen im neuen IABG-Technologiezentrum. Hier können Einsatzkräfte mittels einer Multi-Screen-Split-Technik computergestützt den Einsatz üben. „Die steigende Verfügbarkeit an Rechenleistung gepaart mit einem hohen Grad an Vernetzung eröffnet heute vielfältige Möglichkeiten der Virtualisierung und erlaubt, in annehmbarer Zeit eine Vielzahl komplexer Szenarien durchzuspielen“, erläutert Seeger. Während früher die Simulation technischer Einzelsysteme im Vordergrund stand, können wir mit den heutigen modernen Werkzeugen auch komplexe Systeme mit einer Vielzahl von Akteuren abbilden. Um die anspruchsvollen Aufgaben im Rahmen des internationalen Krisenmanagements erfolgreich zu meistern, bedarf es neuer Methoden und Werkzeuge – insbesondere im Bereich Ausbildung und Übung, aber auch zur Unterstützung von Übungen oder zur Untersuchung von Strategien und Waffensystemen. Modellbildung und Simulation, eine Kernkompetenz der IABG, leistet in all diesen Bereichen seit jeher wichtige Beiträge.
Uneingeschränkte Begeisterung weckte erwartungsgemäß der Flugsimulator. In dessen Cockpit durften sich einige der Besucher, die diesen Hauptgewinn der Tombola gezogen hatten, selbst setzen und einen simulierten Einsatz in einem Jagdflugzeug erleben. „Da fühlt man sich wie Tom Cruise in Top Gun“, meinte einer der glücklichen Gewinner mit strahlenden Augen.
Luft- und Raumfahrt konkret erfahrbar machen - das ist das erklärte Ziel des bundesweiten "Tages der Luft- und Raumfahrt 2007" am 16.09.207. Er wurde auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR)“ ins Leben gerufen. Schirmherr ist Michael Glos, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie.
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