(openPR) Traurige Spekulationen und die Frage nach dem Warum! Sollte die immer noch anhaltende Massenvergiftung europäische Touristen anziehen? Mussten die Tiere diesen grausamen Tod sterben, damit die Straßen „sauber“ sind?
Der Schuss ist nach hinten losgegangen. Inzwischen zeigen sich, neben den europäischen Zeitungen, auch die türkischen Medien entsetzt. Die meisten Türkei-Urlauber haben sich an die Straßenhunde gewöhnt, viele sogar lieb gewonnen. Die Urlauber lassen so manchen Snack vom reichhaltigen Büfett in ihre Tasche gleiten und freuen sich auf die Fütterung „ihrer“ Straßentiere.
Eine deutsche Dame berichtet, dass sie eigens aus Deutschland zwei Kilo Hundeleckerchen mitgebracht hat. Es machte ihr immer Freude, nach den Abendessen im Hotel die zutraulichen Tiere zu füttern. „Es sind ja kaum noch Straßenhunde da. Manchmal sehe ich einen vom weiten, aber wie lange noch“, bemerkte sie traurig und gab ihre Mitbringsel für die Hunde im Tierheim ab.
Kinder, die oberhalb des Strandes im Gras sitzen, um ihre Füßchen vom Sand zu befreien, werden schon fast hysterisch von ihren türkischen Müttern hochgescheucht. Sie hörten von der Vergiftungsaktion und haben nun berechtigte Angst um ihre Kinder.
Immer mehr Menschen sind entsetzt. Diese Massenvergiftungsaktion mitten in der Saison verursacht mehr Schaden als Nutzen. Ziellos verteiltes, zum Tod führendes, Gift. Kadaver von vergifteten Tieren und Hundebesitzer, die nicht mehr wissen, wo sie mit ihren Hunden spazieren gehen können. War das das Ziel der Vergifter?
Das Dörfchen Demirtas hatte sich schon lange an „seine“ Hunde gewöhnt. Friedlich sah man immer dieselben Hunde vor Lokalen und der Tierarztpraxis von Celal Özkan liegen. Die Busfahrer transportierten inzwischen auch Fahrgäste mit Tieren. Wenn unbekannte Europäer etwas hilflos im Dorf standen, wurden sie gefragt, ob sie das Tierheim suchen.
Plötzlich geht das Gerücht herum, dass es im Dorf Demirtas zu viele Hunde gibt. Wer behauptet das? Es wäre besonders makaber, wenn gerade in dem Dorf, in dem das Tierheim von Alanya sitzt, Tiere vergiftet würden. Gerüchte verbreiten sich schnell und, da es in Demirtas kaum Tourismus gibt und die Tiere akzeptiert wurden, konnte man sich das gar nicht vorstellen.
Nun ist das Unvorstellbare eingetroffen. Die Mitarbeiter vom Tierheim Demirtas fahren zu Arbeit und ihnen fällt auf, dass kein Hund mehr vor den Lokalen oder auf dem Bürgersteig liegt. Am Abend findet ausgerechnet die Tierheimleiterin Anja Günther in der Plantage hinter ihrem Haus die geschundenen Kadaver von Hunden. Hunde mit aufgeblähten Bäuchen und einem vertrockneten Rinnsal von Blut, aus ihrem Maul. Ein verzweifelter Welpe läuft von einem toten Tier zum anderen. Es waren mal vier Welpen!
Heute ein Hund, morgen ein Kind! Das sollten die verantwortungslosen Verantwortlichen bedenken. Es ist so sinnlos und gefährlich. Die Tiere sterben einen grausamen Tod, aber bald schon sind neue Tiere da.
Angelika Kammer
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