(openPR) Die Olympischen Winterspiele 2018 in München sollen, so wird immer deutlicher, das politische Vermächtnis an die Landeshauptstadt sowohl von Oberbürgermeister Ude als auch von Ministerpräsident Stoiber werden. Neben aller Euphorie sollten aber auch die Folgen der Veranstaltung kritisch hinterfragt werden.
Heutzutage sind die Spiele kein fröhliches Sportfest mehr, für das man ein paar Bauten bereitstellt und dann die Wettbewerbe stattfinden läßt; die Anforderungen des IOC und der anderen beteiligten Verbände sind enorm und wachsen stetig. Bereits für die Kandidatur werden umfangreiche und teure Planungen benötig.
Die von Herrn Ude angeführten Infrastrukturverbesserungen, die München aus Anlaß der Spiele 1972 durchgeführt hat, lassen sich in dieser Weise sicher nicht wiederholen. Einzelne Projekte, wie die S-Bahn-Strecke in den Olympiapark, haben sich auf Dauer nicht bewährt; der zugehörige Bahnhof liegt seit fast zwei Jahrzehnten brach und verfällt zusehends. Die alltäglichen Bedürfnisse einer Millionenstadt sind nunmal andere als die einer zweiwöchigen Sportveranstaltung.
Wenn man die Spiele aus sportlichen oder aus Prestigegründen will, dann muß man sich darüber im Klaren sein, daß dies mit einigen Kosten verbunden ist. Zu einer ehrlichen Diskussion würde dann auch die Frage gehören, ob München als Stadt mit hoher Schuldenlast diese Ausgaben wirklich auf sich nehmen soll oder ob man das Geld der Bürger vielleicht doch besser anlegen kann.
Und die „unverwechselbar Münchnerische Handschrift“, die der Oberbürgermeister für die Spiele fordert, soll er doch in erster Linie der Stadt selbst angedeihen lassen – in seiner bisherigen Amtszeit hat er jedenfalls nie den Eindruck gemacht, ihm liege das Einheimische übermäßig am Herzen.
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Thomas Christian Hummel
Bezirksvorsitzender
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