(openPR) Nach misslungenen Innovationsprozessen in Unternehmen wird oft neues Personal für "neue Zukunftsanforderungen" gesucht - und soll per Assessment Center identifiziert werden. Die gewünschten Persönlichkeitsmerkmale bleiben jedoch vage, und damit verliert das Assessment Center letztlich seinen Aussagewert, warnt der HR-Experte Rainer Neubauer in einer Studie.
"Konkrete Fähigkeitsmerkmale, die in der Vergangenheit wichtig waren, erscheinen den Erfindern neuer Zukunftsanforderungen irgendwie gestrig, hausbacken und nicht zukunftsrelevant. Stattdessen stößt man auf hochwertig klingende Wortmonster wie ´entrepreneurship´, ´intercultural sensitivity´oder schlicht ´Vision´." Nicht ohne Ironie fragt Neubauer: "Wie und woran erkennt ein Diagnostiker, wie ein derartiges Merkmal in einer realen Person ausgeprägt sein könnte?"
Ebenso kritisch sieht der Psychologe "Sehnsuchtslisten": Merkmals-Sammlungen, "die kein real existierender Mensch erfüllen kann. Menschen verfügen meist über entwickelte Verhaltenssysteme, in denen Stärken in eine Richtung mit Schwächen in eine andere Richtung erkauft werden. Sehnsuchtslisten erkennt man daran, dass sie gleichzeitig Durchsetzungsvermögen und Sensibilität, Vision und Sorgfalt im Detail usw. - möglichst im jeweiligen Höchstmaß - fordern."
Neubauer beschreibt in seiner Arbeit darüber hinaus vier weitere häufige Irrwege bei der Definition von Anforderungen.
Der Beitrag ist im "Handbuch Assessment Center" enthalten - einer vollständigen Arbeitsanleitung für die Planung, Durchführung und Qualitätssicherung eines AC, verfasst von 32 Praktikern für Praktiker.
K. Sünderhauf, S. Stumpf, S. Höft (Hrsg.)
Assessment Center
Von der Auftragsklärung bis zur Qualitätssicherung
ISBN 3-89967-181-3, Hardcover







