(openPR) Ungleiche Gemeinsamkeit - Der Staatschef und der Firmenlenker - Imagebildung durch Inszenierung
Hamburg - Was haben Russlands Präsident Wladimir Putin und Peter Löscher, der künftige Chef des Siemens-Konzerns, gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig. Der eine tritt zu Beginn des Gipfeltreffens in Samara/Wolga mit schwarzem Hemd, schwarzem Jackett und schwarzer Sonnenbrille auf; das wirkt cool bis anmaßend. Der andere erscheint zum Start seiner neuen Karriereetappe in München/Isar mit Stoff so grau wie sein Haar; dazu hellblaues Hemd und farblich abgestimmte Krawatte.
Trotz der äußerlichen Unterscheidungsmerkmale haben Putin und Löscher eine Gemeinsamkeit: beide sind im Auftritt authentisch. Der einstige Fabrikarbeiter und Geheimdienstler findet sich laut Insidern in dominanten Klamotten tatsächlich wohl. Anders Löscher, der einstige Elitestudent aus Österreich: er mag es gern „a bisserl fad“ – bloß nicht aus der internationalen Uniformiertheit der Managerzunft ausbrechen.
Da die erstaunte Öffentlichkeit den Überraschungs-Feuerwehrmann Löscher zum Zeitpunkt seiner Ernennung nicht kannte, können Unbeteiligte bislang nur den Ersteindruck zu Rate ziehen, um sich ein Bild vom künftigen Lenker des größten deutschen Technologiekonzerns zu machen. Sein Image formt sich somit aus den Medienbildern von der Siemens-Verkündungspressekonferenz in München.
Löscher trug bei Kaiserwetter gedämpfte Kleidungsfarben, die in der psychologischen Empfindungsskala als seriös, kompetent und distanziert gelten; aber auch als unauffällig und ein bisschen langweilig. Signale, die der Situation angemessen waren, soll Löscher doch die Welt-AG in ruhiges Fahrwasser zurückführen.
Putin dagegen war bei der Outdoor-Begrüssung seines Gastes Angela Merkel in Samara auf Krawall gebürstet. Um den Willen zu signalisieren, westliche Fragen nach Menschenrechtsangelegenheiten abprallen zu lassen, gab er den Rambo-Anschein. Die undurchdringliche Designer-Sonnenbrille nahm der Gastgeber erst wenige Meter vor der Dame Merkel ab. Körpersprache mit Symbolik.
Löschers Gestik, Mimik und Haltung waren nicht von so klarer Dynamik geprägt. Selbst als die Kamera seine Hände in Großaufnahme zeigte, bewahrten diese Ruhe; kein nervöses Zupfen oder Fingerknibbeln. Die Arme hingen beherrscht steif am Körper herab. Dann doch ein kurzer Moment der Unbeherrschtheit: Löscher versteckte die Hände hinter dem Rücken und es wirkte, als würde er jetzt am liebsten gehen.
Das kurze Pressestatement gab Löscher ohne Blick auf einen Notizzettel mit ruhiger und fester Stimme ab, blickte dabei trotz blendender Sonne fest in die Runde – er komme im Interesse von „Deutschland, Gesellschaft, Arbeitnehmern und –gebern, Kunden“. Ein solider Auftritt, der Außenstehenden nichts vom gepriesenen Weltmann verriet, der in Harvard wie Hongkong studierte und fünf Sprachen beherrscht. Ist es diese Ruhe, die Siemens nach dem Abgang des Rolexträgers Klaus Kleinfeld braucht?
Nochmals Szenenwechsel. Putin war nicht nach Harmonie zu Mute, als Merkel sich auf der Abschlusspressekonferenz "besorgt" über Behinderungen gegen Demonstrationsorganisator Garri Kasparow äußerte. Der Kremlchef verglich dies sichtlich erregt mit den Razzien gegen G-8-Gegner in Hamburg. Da blitzte russische Dramatik durch und ein fester Wille, sich die eigene Position nicht zum Ende einer harten Präsidentschaft von 27 EU-Mitgliedern vermiesen zu lassen. Man kann Putins Aufbrausen auch als Anzeichen für Schwäche deuten – der Mann in Schwarz zeigt Nerven.
Zusammenfassung.
Image kann aus Inszenierung entstehen. Doch echte Reputation entsteht nur, wenn der „Darsteller“ authentisch bleibt. Das Gehabe von Putin und Löscher, zwei Protagonisten höchst unterschiedlicher Bühnen, war aus jeweiliger Sicht aufrichtig. Dazu zeigten sie Menschliches und wirkten dabei nicht wie perfekte Schauspieler .
Schaun mer mal, wie Löschers Auftritte werden, sobald der 49jährige in Amt und Würden ist. Putin hat dann fast alles schon hinter sich. Er darf als 55jähriger Privatier öfter im persönlich bevorzugten Stil russischer Aufsteiger erscheinen.
Zwei Führungsfiguren in den Schlagzeilen, zwei Welten und zwei klitzekleine Gemeinsamkeiten.
Autoren: Ulla Wiegand, Wolf Achim Wiegand (Wiegand & Wiegand, Hamburg. Die Auftrittsberater).
Wolf Achim Wiegand / Ulla Wiegand
Wiegand & Wiegand
Die Auftrittsberater.
DAMIT IHR FUNKE ÜBERSPRINGT!
Tinsdaler Kirchenweg 275b
22559 Hamburg
Fon 040 / 81 96 03 - 00
Fax 040 / 81 96 03 - 10
Mehr über Wiegand & Wiegand: www.WiegandMedia.de
Kurzes über Wiegand & Wiegand:
Die Auftrittsmacher Ulla Wiegand (PR Expertin, 47) und Wolf Achim Wiegand (Journalist, 52) organisieren seit über zehn Jahren deutschlandweit hochwertige Kommunikationstrainings für Top-Manager. Motto: "Damit Ihr Funke überspringt!" Diese finden in der Regel inhouse statt. Sie verknüpfen so vielen praktischen Übungen für die Pressearbeit wie möglich mit so viel theoretischem Know-how wie nötig.
Mehr Einzelheiten über Wiegand & Wiegand, das "kommunikative Duo" (Financial Times Deutschland):












