(openPR) Auftrittsberater kritisieren mangelnde Öffentlichkeitsarbeit bei Handyhersteller Nokia
Hamburg – "Das Krisenmanagement der wertvollsten Marke Europas ist im wahrsten Sinne des Wortes 'kopflos'". So kommentieren die Auftrittsberater Wolf Achim Wiegand und Ulla Wiegand die Öffentlichkeitsarbeit des Handyherstellers Nokia. Auch Tage nach Bekanntgabe des heftig kritisierten Schließungsbeschlusses für das Werk in Bochum habe sich noch kein leitender Manager vor der Presse blicken lassen.
"Damit überlässt Nokia die Informationshoheit fahrlässig seinen Gegnern", sagen die Inhaber der Coachingagentur Wiegand & Wiegand - Die Auftrittsberater, Hamburg. Das finnische Vorzeigeunternehmen verliere daher an Image und drohe dauerhaften Schaden zu nehmen.
"Ein 'Nokia-Gesicht' ist derzeit nicht auszumachen", stellt PR-Expertin Ulla Wiegand fest, die sich mit Führungskräftetrainings für Krisenkommunikation und Beratung in Reputation Management befasst. "In den Fernsehnachrichten sieht man nur Betroffene, Gewerkschafter und empörte Politiker, aber vom Unternehmen niemanden."
Dass der Konzern nun seine traditionell übliche Bilanz-Pressekonferenz durch ein Telefonmeeting mit Journalisten ersetzt habe, sei ein weiteres Indiz für mangelnde Souveränität. Das Urteil der Auftrittsberaterin Ulla Wiegand: "Nokia hat sich selbst aus der öffentlichen Debatte abgemeldet, das Unternehmen wirkt in der Öffentlichkeit kalt und nicht wie eine 'caring company' (mitfühlende Firma)."
In Zeiten der Corporate Social Responsibility (CSR) genüge es aber keineswegs, Krisen nach Art des Vogel Straußes hinter verschlossenen Türen abzusitzen, betont Ulla Wiegand unter Verweis auf ihre langjährige Erfahrung mit Auftrittsberatung für Manager. "CSR erfordert zugleich klare 'Chief Executive Responsibility' (CER)."
Das bedeutet: der Unternehmenschef müsse sich bei einschneidenden Ereignissen "persönlich stellen und seinen Kopf für die berechtigten Besorgnisse der Öffentlichkeit hinhalten". Das Prestige des CEO forme ganz besonders in Krisenzeiten die Meinung über ein Unternehmen: "Die Reputation des Chefs ist ein wesentlicher Faktor für Firmenerfolg."
Nokia laufe durch seine unpersönliche Kommunikation Gefahr, sein bislang gutes Markenimage in Deutschland zu "verbrennen". Nachdem selbst deutsche Bundesminister mehr oder weniger versteckte Boykottaufrufe erlassen hätten, prophezeiten Wirtschaftsexperten bereits spürbare Umsatzrückgänge. Das Wegducken des Managements habe sich für das Renommee Nokias jedenfalls nicht positiv ausgewirkt, sagen Wiegand & Wiegand - Die Auftrittsberater.













