(openPR) Es ist eine süße Umschreibung für Faulheit, wenn jemandem nachgesagt wird, er würde sich „die Trauben in den Mund wachsen lassen“. Doch weshalb machen wir es uns nicht alle so leicht mit dem Genuss? Für jeden Gartenbesitzer kann dieser Traum leicht in Erfüllung gehen.
Da, wo Mitteleuropa am wärmsten ist, ist es besonders leicht. Im von der Sonne verwöhnten Baden zum Beispiel sind es nicht nur die süßen Früchte der Weinrebe (Vitis vinifera), die im Laufe des Sommers in Augenhöhe reifen. Der Feigenbaum (Ficus carica), sonst eher rund um das Mittelmeer zuhause, verwöhnt Gartenbesitzer mit reicher Ernte, und auch der Strahlengriffel (Actinidia chinensis), Obstgenießern besser als Kiwi bekannt, trägt schmackhafte Früchte. Für Gartenberaterin Katja Richter aus Freiburg ist es also einfach, ihren Kundinnen und Kunden die Trauben in den Mund wachsen zu lassen. Dabei muss sie sich gar nicht besonders anstrengen, den Garten in einen „Naschgarten“ umzuwandeln: mit ein paar kleinen Kunstgriffe bietet jeder schön gestaltete Freiraum im Handumdrehen auch ein paar Versuchungen am Wegesrand. „Die Weinrebe gehört zu den wichtigsten Kletterpflanzen“, erzählt die Fachfrau und erklärt, weshalb sie die in warmen Auwäldern beheimatete Pflanze besonders oft für die Begrünung von Pergolen und Spalieren einsetzt: „Wein bringt wie kaum eine andere winterharte Pflanze den Süden in den Garten“.
Urlaubsflair auch im Norden
Aber auch im Norden muss niemand auf den Hauch von Mittelmeer verzichten. Die von den Römern in kühlere Gefilde getragene Kulturpflanze hat mittlerweile so viele Sorten hervorgebracht, dass sich selbst an der Nordseeküste Trauben ernten lassen. Claudia Beltle aus Friedeburg zum Beispiel lässt die Früchte in einem Kundengarten direkt an der geschützten Hauswand reifen. „Mit ein bisschen Nachhilfe ließe sich aus der ‚Gelben Seidentraube’ auch hier bei uns in Ostfriesland Wein keltern“, sagt die Landschaftsarchitektin schmunzelnd. Auf Kiwi und Feigen müssen die Nordlichter an geschützten Westwänden ebenfalls nicht verzichten. Und wer wenig Platz hat, für den hat die Ostfriesin auch noch einen Tipp: „Auf unseren sandig-humosen Böden wachsen die Heidekrautgewächse besonders gut“.
Heidekrautgewächse? In der Tat: einige der wichtigsten Beerensträucher sind mit der Heide verwandt; so etwa Heidelbeere, Preiselbeere und die immer beliebter werdende Moosbeere, die zumeist als Cranberry gehandelt wird. „Heidelbeeren und Preiselbeeren sowie Walderdbeeren sind in unserem Klima tolle Bodendecker“, sagt Claudia Beltle „und die hohen Kulturheidelbeeren lassen sich gut als Füllsträucher verwenden“. Ab Juni ist dann Erntezeit für die leckeren blauen, grau-bereiften Früchte. Die bis zu 2m hohen Sträucher fallen übrigens im Herbst noch einmal auf. Dann färben sich die Blätter von Vaccinium corymbosum – so der botanische Name - feuerrot. Genauso wie die der Schwarzfrüchtigen Apfelbeere (Aronia melanocarpa). Auch dieser aus Nordamerika stammende Strauch ist in idealer Weise an norddeutsches Klima und die sandig-humosen Böden angepasst. Seine schwarzen, etwa erbsengroßen Früchte reifen im September, praktischerweise im Anschluß an den Sommerurlaub.
Von Streusand und Streuobst
Während die Heidelbeeren und Apfelbeeren es eher ein bisschen feuchter mögen – sowohl was den Boden als auch das Klima anbelangt - muss Gartenberaterin Konstanze Wegwerth aus Potsdam ihren Kunden eher Tipps für Beerenobst geben, das neben der kontinentalen Winterkälte auch Trockenheit verträgt. Trotz der vielen Seen ist es im Berliner Umland im Sommer extrem trocken, besonders weil der sandige Boden jeden Niederschlag wie ein Schwamm aufsaugt und in den Untergrund ableitet. „Ein besonders schöner Zierstrauch ist die Kupfer-Felsenbirne, die im April weiß blüht und jetzt im Juni schwarzrote Beerenfrüchte trägt“, erzählt die Brandenburgerin. Wie die Heidelbeere überzeugt auch die Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) mit einer tollen Herbstfärbung und liefert damit ein drittes Argument, ihr im Garten einen Platz einzuräumen.
„Die Beeren schmecken roh, lassen sich aber zum Beispiel zusammen mit schwarzen Johannisbeeren auch zu einer leckeren Marmelade verarbeiten“, erklärt die Gartenberaterin. Auch Brombeeren (Rubus fruticosa) – zum Beispiel am Spalier gezogen – lassen sich schön in die Gartengestaltung integrieren.
Als besonderen Tipp für einen Hausbaum mit Vitamingehalt nennt Konstanze Wegwarth die Aprikose. Die Steinfrucht, die man gefühlsmäßig eher wärmeren Gefilden zuordnen würde, ist an das ostdeutsche Klima prächtig angepasst: sie verträgt Winterkälte bis minus 30 Grad und braucht die Wärme erst im Sommer.
Ein Hauch von Balkan
Aprikosen sind auch für den Wiener Gartenberater Christian Kubik selbstverständlicher Bestandteil des Naschgarten-Repertoires. Bei ihm heißen die Früchte natürlich „Marillen“ und gehören in jeden größeren Hausgarten. Als Alternative hat der Österreicher noch einen Hausbaum aus dem Südosten im Petto: die Schwarze Maulbeere (Morus nigra) – auf dem Balkan sowohl als Fruchtgehölz wie als Nahrungspflanze für Seidenspinner kultiviert – mag es ebenfalls im Sommer warm, verträgt aber im Winter tiefen Frost. Gleiches gilt übrigens für Aprikose und Pfirsich.
Kubiks Kollegin Valerie Nützel-Freudenthal aus Ladendorf hat etwas für Kornelkirschen (Cornus mas) übrig. Mit Kirschen hat das Hartriegelgewächs allerdings nicht viel gemein – außer der Farbe. „Die ovalen Früchte reifen ab August, September und schmecken am Besten, wenn sie ganz dunkelrot und weich sind“, erzählt die niederösterreichische Gartenberaterin. Der ebenfalls in SO-Europa beheimatet Großstrauch braucht schon ein bisschen Platz – es sei denn, er wird als Hochstamm erzogen. Früh im Jahr fallen die Pflanzen mit ihrem gelben Flor in vielen öffentlichen Anlagen auf, denn die Kornelkirsche gehört zu den frühesten im Jahr blühenden Gehölzen. Zwar mag es auch Cornus mas warm – aber der Strauch ist sehr tolerant gegenüber der Temperatur und wächst auch in Norddeutschland ohne Probleme.
Höhenlagen fordern Winterhärte
Gartenberaterin Jutta Steiner aus Oppligen im Kanton Bern empfiehlt einen noch wenig verbreiteten Beerenstrauch aus dem östlichen Sibirien: Die Maibeere (Lonicera kamtschatica) wächst zum Beispiel in den steinigen Flusstälern des Armur und verträgt naturgemäß eine Menge Kälte. „Selbst im Berner Oberland, wo das Thermometer im Winter auch schon mal über längere Zeit minus -15 Grad zeigt, kommt das Gehölz mit den vitaminreichen Früchten ohne Schäden über die kalten Monate“, sagt die Schweizerin.
Ohnehin ist die Auswahl für einen artenreichen Beerengarten auch im Gebirge ausreichend groß. Heimische Stachelbeeren eignen sich trefflich für halbschattige Unterpflanzungen, Johannisbeeren mit roten und schwarzen Früchten (Ribes rubrum, Ribes nigrum) fühlen sich in der feuchten Bergluft auch im Sommer noch in der prallen Sonne wohl und die Sorten der ebenfalls in Mitteleuropa beheimateten Himbeere (Rubus idaeus) lassen sich sehr gut entlang eines Staketenzaunes kultivieren. Die richtige Auslese vorausgesetzt (z.B. ‚Autumn Bliss‘), lässt sich im Herbst sogar ein zweites Mal ernten. Mit den anspruchslosen wilden Verwandten der Kulturform kann man auch schon mal eine halbschattige Ecke füllen, in denen sich andere Gehölze schwer tun.
Und als urigen Bodendecker für den naturnahen Garten hat Jutta Steiner ebenfalls die Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) für sich entdeckt. Die ausläufertreibende Wildstaude wächst im Halbschatten ebenso gut, wie in der vollen Sonne und erfreut in ab Mitte Mai mit kleinen, aromatischen Früchten.
Mit fachlicher Unterstützung lassen sich also in jedem Garten ein paar süße Überraschungen verstecken, und mit gründlicher Planung findet sich von Juni bis Oktober immer etwas zum Naschen, ohne dass der Garten gleich in einen arbeitsintensiven Nutzgarten umgewandelt werden muss.
Text: www.gartenberatung.info
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BU1 (GB1283): Ein Hauch von Mittelmeer: Mit der winterharten "Bayernfeige" 'Violetta' ist südlicher Fruchtgenuß auch in Gärten nördlich der Alpen möglich.
BU2 (GB1284): Pestizidfreier Genuß: Ende August können sich die Besitzer dieses Gartens in Niederbayern alljährlich die "Trauben in den Mund wachsen" lassen.
BU3 (GB1285): Pflegeleichter Bodendecker: Die Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) trägt auch an halbschattigen Plätzen reichlich Früchte.
BU5 (GB1286): Dreimal schön: Felsenbirnen blühen schön, schmecker lecker und überzeugen im Herbst mit einer feuerroten Blattfärbung.
Buchtipps:
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