(openPR) Seit dem Entwurf von Nisse und Kajsa Strinning aus dem Jahr 1949 prägen filigrane Leitern das String Regalsystem. Seine heutige Vielfalt zeigt, wie sich offene Ablagen, geschlossener Stauraum und Arbeitsflächen innerhalb einer Konstruktion verbinden lassen.
Nürnberg. Ein Regal für Bücher muss andere Aufgaben erfüllen als eine Einrichtung für das Homeoffice oder eine Ablage in der Küche. Beim schwedischen Hersteller String Furniture lassen sich solche Unterschiede innerhalb eines modularen Systems berücksichtigen. Zwischen den charakteristischen seitlichen Leitern finden Regalböden, Schrankelemente oder eine Schreibtischfläche Platz. Die Zusammenstellung kann sich verändern, wenn neue Aufgaben hinzukommen. Für die Einrichtung stellt sich damit eine praktische Frage: Was soll offen zugänglich bleiben, und was braucht einen geschlossenen Platz?
Ein Verlagswettbewerb als Ausgangspunkt
Die Geschichte des Entwurfs beginnt 1949 mit einer konkreten Aufgabe. Der schwedische Verlag Bonniers Folkbibliotek suchte in einem Wettbewerb ein wandmontiertes, erweiterbares Bücherregal mit mindestens zwei Metern Ablagefläche. Nisse und Kajsa Strinning reichten ihren Vorschlag ein und gewannen den ersten Preis.
Schon die damalige Aufgabenstellung erklärt einen wesentlichen Gedanken des Systems: Der Platz für Bücher sollte sich erweitern lassen. Die seitlichen Leitern und die dazwischen angeordneten Böden machten aus dieser Anforderung eine erkennbare Konstruktion. Trotz späterer Ergänzungen blieb das Grundprinzip erhalten.
Zur Geschichte gehört auch ein Neustart. Im Jahr 2004 nahmen Peter Erlandsson und Pär Josefsson Kontakt zu den Strinnings auf und überzeugten sie von einer Wiederaufnahme des Geschäfts. Auf der schwedischen Designmesse H05 folgte eine ganz in Weiß gehaltene Ausführung des klassischen Systems. Das Entwurfsjahr 1949 bezeichnet somit den Ursprung des Regals; die spätere Unternehmensentwicklung hat ihre eigenen Stationen.
Die Seiten bestimmen den Aufbau
Die offenen Drahtleitern geben String seine typische Kontur. Zugleich bilden sie den konstruktiven Rahmen für die einzelnen Einrichtungselemente. Neben Drahtleitern gehören auch seitliche Elemente aus Plexiglas zur Geschichte des Systems: Diese Erweiterung wurde bereits 1954 vorgestellt.
Heute umfasst das in Schweden entworfene und gefertigte String System unter anderem Regalböden aus Holz und Metall sowie Schränke und Arbeitsflächen. Offene und geschlossene Bereiche lassen sich dadurch innerhalb einer Zusammenstellung verteilen. Für die Planung lohnt sich zunächst ein Blick auf die Gegenstände selbst: Bücher, Arbeitsunterlagen und Dinge des täglichen Gebrauchs benötigen unterschiedliche Fachhöhen und Zugänge. Erst daraus ergibt sich eine sinnvolle Anordnung der Elemente.
String Pocket hat einen anderen Ausgangspunkt
Wer eine überschaubare Wandablage sucht, begegnet mit String Pocket einer kompakteren Lösung. Nisse Strinning entwickelte das Modell 2005. Es wird als Komplettset mit zwei Wandleitern und drei Regalböden angeboten. Zum Programm gehören einfarbige Ausführungen sowie Varianten mit Böden in Eiche, Esche oder Walnuss.
Eine weitere Materialidee ergänzten Anna von Schewen und Björn Dahlström im Jahr 2020: Sie übertrugen Pocket in eine vollständig metallene Ausführung. Deren gelochte Böden ermöglichen das Einhängen von Zubehör wie Haken und Stangen. Damit verändert sich auch die Nutzung: Zusätzlich zur horizontalen Ablage entstehen Möglichkeiten, Gegenstände aufzuhängen.
Vom einzelnen Regal zur Raumplanung
Die Raum & Form Seidel GmbH führt Produkte von String Furniture über design-kiste.de. Die dortige Herstellerseite zu String Furniture zeigt Anwendungen für Wohnräume, Küche, Flur und Arbeitsplatz. Dadurch lässt sich das System im Zusammenhang mit unterschiedlichen Raumnutzungen betrachten.
Für eine passende Zusammenstellung ist die Zahl der Elemente allein wenig aussagekräftig. Entscheidend ist, welche Dinge untergebracht werden sollen, wie häufig sie gebraucht werden und welche Flächen frei bleiben müssen. So beginnt die Planung eines erweiterbaren Regals mit einer Bestandsaufnahme des eigenen Alltags.
















