(openPR) Ein mundgeblasener Beistelltisch und ein Esstisch mit rhythmisch aufgebautem Holzgestell zeigen, wie Miniforms Materialien zum Ausgangspunkt seiner Entwürfe macht. Die italienische Marke aus Meolo bei Venedig verbindet dabei handwerkliche Verfahren mit einer ausgeprägten Freude an Farbe.
Nürnberg. Der Beistelltisch Soda entsteht kopfüber. Drei Glasbläser bearbeiten den Glaskörper, blasen ihn auf, ziehen und formen ihn. Am Ende steht ein Tisch, dessen Platte und dreiteiliger Fuß ein zusammenhängendes Volumen bilden. Der Entwurf von Yiannis Ghikas für Miniforms macht damit ein Herstellungsverfahren sichtbar, das man eher mit Gefäßen und Leuchten verbindet. Beim Möbel übernimmt das Glas zugleich die tragende Konstruktion und die Gestaltung der Oberfläche.
Ein Glaskörper mit eigener Oberfläche
Soda besitzt eine unregelmäßig strukturierte, gehämmert wirkende Außenhaut. Sie unterbricht die Durchsicht und lässt die Konturen des Glases unterschiedlich deutlich hervortreten. Die drei breiten, blattartigen Ausformungen des Fußes tragen die runde Ablagefläche. So bleibt die Konstruktion auch durch das transparente Material hindurch erkennbar.
Zum Entwurf gehören unter anderem bernsteinfarbene, blaue und petrolgrüne Glasausführungen. Zwei Proportionen ermöglichen unterschiedliche Platzierungen: eine höhere Variante mit 38 Zentimetern Durchmesser und 45 Zentimetern Höhe sowie eine flachere mit 55 Zentimetern Durchmesser und 30 Zentimetern Höhe. Für die Nutzung ist eine Unterscheidung wesentlich: Soda ist als Bei- beziehungsweise Couchtisch vorgesehen. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass das Möbel nicht als Sitzplatz verwendet werden darf.
Holzlinien geben dem Esstisch seinen Rhythmus
Einen anderen Umgang mit Material zeigt der Esstisch Acco von Florian Schmid. Hier bestimmt ein regelmäßig aufgebautes Holzgestell den Charakter. Die einzelnen Linien des Unterbaus ergeben eine räumliche Struktur, deren Wirkung sich mit dem Blickwinkel verändert.
Schmid beschreibt als Ausgangspunkt seiner Gestaltung einen verdrehten, aufgefalteten Gliedermaßstab. Aus der Beschäftigung mit dessen Mechanik entwickelte er die Tischbasis. Auch der Name Acco verweist auf das Prinzip eines Akkordeons. Diese Entstehungsgeschichte erklärt, weshalb das Gestell zugleich geordnet und bewegt erscheint: Wiederholung und Richtungswechsel gehören unmittelbar zur Entwurfsidee.
Die Familie umfasst außerdem einen Couchtisch, bei dem eine Glasplatte den Blick auf den geschwungenen Holzunterbau freigibt. Für die Einrichtung ergibt sich daraus ein konkreter Unterschied zu einer geschlossenen Tischkonstruktion: Die Basis bleibt aus vielen Perspektiven sichtbar und sollte bei der Zusammenstellung mit Sitzmöbeln mitgedacht werden.
Farbe als Teil der Unternehmensentwicklung
Miniforms ist in Meolo nördlich von Venedig verwurzelt. Die Unternehmensgeschichte führt auf Luigi Bardini und die Fertigung von Holzmöbeln zurück. Einen prägenden Wechsel beschreibt die Marke für das Jahr 2009, als Bardini das Unternehmen an seine Söhne Alessandro, Matteo und Mario übergab.
Mit der nächsten Generation wurden die Zusammenarbeit mit jungen Designern und der Einsatz kräftiger Farben ausgebaut. Zur zunächst mutigeren Verwendung von Gelb, Rot und Grün kamen später stärker abgestufte Farbtöne hinzu. Rundere Formen und ungewöhnliche Silhouetten entwickelten sich zu wiederkehrenden Merkmalen. Das heutige Sortiment reicht von Tischen und Sitzmöbeln über Stauraummöbel bis zu Leuchten und Accessoires.
Handwerk wird am fertigen Möbel ablesbar
Miniforms beschreibt seine Herstellung als Zusammenspiel verschiedener handwerklicher Disziplinen. Dazu zählen Holzbearbeitung, Glasblasen, Keramikverarbeitung und Polsterarbeit. Maschinen unterstützen die Fertigung; der manuellen Bearbeitung schreibt das Unternehmen eine wesentliche Rolle zu. Bei Soda lässt sich dieser Zusammenhang besonders gut nachvollziehen, weil die Bearbeitung des Glases die spätere Erscheinung unmittelbar prägt.
Produkte von Miniforms sind bei der Raum & Form Seidel GmbH über design-kiste.de erhältlich. Die Miniforms-Herstellerseite stellt unter anderem Soda, Acco sowie weitere Tisch- und Sitzmöbel vor. Wer sich mit der Marke beschäftigt, kann dort unterschiedliche Entwurfsansätze gegenüberstellen: den geschlossenen Glaskörper, das offen aufgebaute Holzgestell und den gezielten Einsatz von Farbe. Gerade diese konstruktiven Unterschiede machen verständlich, wie verschieden ein Tisch einen Wohnbereich prägen kann.
















