(openPR) Die Tiroler Möbelmanufaktur Hussl entwickelt Sitzmöbel aus den Eigenschaften ihrer Materialien heraus. Beim Schalenstuhl Lino C wird ein bekannter Bodenbelag zur Rückenlehne, beim ST8 beginnt die Gestaltung unter dem Sitz.
Nürnberg – Linoleum kennt man vor allem als Bodenbelag. Beim Stuhl Lino C von Hussl übernimmt das Material eine andere Aufgabe: Zusammen mit einer Mittellage aus reißfester Zellulose bildet es einen Werkstoff für Sitz und Rückenlehne. Der Entwurf von ARGE2 zeigt, wie sich durch eine veränderte Materialverwendung auch die Konstruktion eines vertrauten Möbels weiterentwickeln lässt. Ein Gestell aus Massivholz und eine elastische Rückenlehne bestimmen den Aufbau des Schalenstuhls.
Eine Werkstatt in Tirol als Ausgangspunkt
Hussl wurde 1976 gegründet und wird von Peter Hussl in zweiter Generation geführt. Das Unternehmen fertigt Sitzmöbel und Tische am Umlberg in Tirol. Die Produktion erfolgt ausschließlich im eigenen Betrieb. Zum Sortiment gehören neben Stühlen und Tischen auch Barhocker, Hocker und Bänke.
Die Zusammenarbeit mit Designern gehört ebenso zur Entwicklung wie die Erfahrung in der Holzverarbeitung. Dabei nutzt Hussl traditionelle handwerkliche Verfahren und moderne Fertigungstechnologien. Die Gestaltung orientiert sich an den Eigenschaften des Materials und daran, wie die Möbel innerhalb eines Raumes wirken. Das Ergebnis lässt sich besonders gut an Konstruktionen nachvollziehen, deren Besonderheiten erst beim genaueren Hinsehen erkennbar werden.
Lino C: Ein Bodenbelag wird zum Sitzmaterial
Für den Lino C verwendet Hussl Linoleum, das nach Herstellerangaben hauptsächlich aus Leinöl, Kork und Jute besteht. Ergänzt wird es durch eine Mittellage aus reißfester Zellulose. Dieser Aufbau bildet die Grundlage für die charakteristische Schale.
Für die Auswahl ist die jeweilige Ausführung entscheidend: Das Modell gibt es mit Sitz und Rücken aus Linoleum sowie mit gepolstertem Sitz. Weitere Varianten besitzen eine Polsterung an Sitz und Rücken. Das Massivholzgestell bleibt dabei ein gemeinsames konstruktives Merkmal.
Die Materialkombination erklärt auch das Erscheinungsbild des Entwurfs. Die klar gezeichneten Holzbeine tragen die Schale, während die elastische Rückenlehne auf die Bewegung des Sitzenden reagieren kann. Wer sich mit dem Modell beschäftigt, sollte deshalb neben der Form auch die Unterschiede zwischen ungepolsterten und gepolsterten Ausführungen betrachten.
ST8: Die Konstruktion unter dem Sitz neu gedacht
Einen anderen Ansatz verfolgt der von EOOS entworfene ST8. Ausgangspunkt ist die Zargenkonstruktion, also jener tragende Bereich unterhalb der Sitzfläche, der den Aufbau eines klassischen Holzstuhls wesentlich bestimmt. EOOS hat diesen Bereich zum Zentrum des Entwurfs gemacht.
Auch die Herstellung der Formteile ist bemerkenswert: Lehne, Sitz und Zargen entstehen aus mehreren Schichten dünner Zelluloseplatten mit zwei Deckfurnieren. Nach dem Pressen werden die Teile vor Ort mit einer fünfachsigen Fräsmaschine bearbeitet. Hussl kann damit den gesamten Stuhl im eigenen Betrieb herstellen.
Der ST8 ist mit Holzsitz oder Polstersitz vorgesehen. Bis zu sechs Stühle lassen sich übereinanderstapeln. Diese Funktion ist für Räume relevant, in denen Sitzplätze zeitweise gebraucht und anschließend wieder verstaut werden.
Unterschiedliche Sitzplätze mit verwandter Gestaltung
Während Lino C und ST8 vor allem durch ihre Material- und Konstruktionsideen auffallen, steht beim Programm ST6N die Vielfalt zusammengehöriger Sitzmöbel im Mittelpunkt. Der Entwurf von ARGE2 nimmt Bezug auf die Tradition österreichischer Kaffeehäuser. Unterschiedliche Rückenlehnen und farbliche Kombinationen verändern seinen Ausdruck. Ergänzt wird der Stuhl durch Barhocker, Hocker und eine Bank ohne Rückenlehne. So lässt sich ein Gestaltungsansatz über verschiedene Sitzhöhen und Nutzungen hinweg fortführen.
Produkte von Hussl sind bei der Raum & Form Seidel GmbH über design-kiste.de erhältlich. Die Hussl-Herstellerseite stellt unter anderem Lino C, ST6N und verschiedene Tische vor.
Die Unterschiede zwischen den Programmen machen deutlich, worauf es bei der Auswahl ankommt: Materialaufbau, Sitzoberfläche, Rückenlehne und praktische Funktionen verdienen ebenso viel Aufmerksamkeit wie die äußere Form.

















