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WR / DFG | Entscheidungen über neue Exzellenzstandorte getroffen

(openPR) In der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder zur Stärkung der Spitzenforschung an den Hochschulen in Deutschland sind die letzten Entscheidungen der zweiten Wettbewerbsrunde gefallen. Die aus Wissenschaft und Politik zusammengesetzte Exzellenzkommission wählte am heutigen Freitag, den 2. Oktober 2026, in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten aus elf Universitäten und Universitätsverbünden fünf neue Standorte für eine dauerhafte Förderung aus.

Sie komplettieren das Feld der künftig geförderten Exzellenzstandorte, nachdem bereits im März dieses Jahres zehn bestehende Einrichtungen, darunter ein Verbund, für eine weitere Förderung verlängert worden waren. Damit werden ab Januar 2027 insgesamt 15 Exzellenz-Standorte in der Exzellenzstrategie gefördert.

Neu ausgewählt wurden (in alphabetischer Reihenfolge):

- Universität Freiburg
- Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Universität zu Köln
- Rhein-Main-Universitäten (Technische Universität Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
- Ruhr Innovation Lab (Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Dortmund)

Die Entscheidungen der Exzellenzkommission wurden im Anschluss an die Sitzung im Wissenschaftszentrum Bonn auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs als Vorsitzende bzw. stellvertretender Vorsitzender der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) sowie der Vorsitzende des Wissenschaftsrats (WR) Prof. Dr. Wolfgang Wick und die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Prof. Dr. Katja Becker, beide zugleich Vorsitzende im Committee of Experts sowie der Exzellenzkommission, sowie Prof. Dr. Peter Wagner als Mitglied des Committee of Experts würdigten die teilnehmenden Standorte und ordneten die Ergebnisse ein.

Der WR-Vorsitzende Wolfgang Wick unterstrich die weitreichenden Wirkungen des Wettbewerbs: „Ich gratuliere den heute neu ausgewählten Universitäten und Verbünden. Sie stehen für das, was diese Förderlinie von Beginn an auszeichnet: Spitzenforschung braucht die ganze Universität – von der Lehre über den Transfer bis zu den Karrierewegen. Wer international an der Spitze mitwirken will, muss das heute zusammendenken. Der Wettbewerb hat auch in dieser Runde eine Dynamik erzeugt und internationale Strahlkraft gebracht, die weit über die ausgewählten Standorte hinauswirkt. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir fortschreiben. Dafür werden wir die Wirkungen gründlich evaluieren und das Programm konsequent weiterentwickeln.“

DFG-Präsidentin Katja Becker hob die erneut einmütigen Förderentscheidungen in der Exzellenzkommission auf Grundlage der internationalen Begutachtungen und Beratungen des Committee of Experts hervor: „Die Priorisierung der wissenschaftlichen Exzellenz in beiden Förderlinien und der konsequente internationale Blick auf das deutsche Wissenschaftssystem haben sich als überaus wirkungsvoll erwiesen. Von allen teilnehmenden Standorten wurden hochinnovative Konzepte vorgelegt, die das enorme wissenschaftliche Potenzial der Exzellenzcluster, aber auch anderer Forschungsbereiche unterstützen. All dies ist nur möglich, weil Bund, Länder und Wissenschaft in unserem Land fest hinter dem Prinzip wissenschaftsgeleiteter Forschungsförderung stehen.“

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betonte den Beitrag leistungsfähiger und international attraktiver Universitäten zur wirtschaftlichen Entwicklung: „Die Bundesregierung verfolgt mit der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern ein klares Ziel. Wir wollen neues Wirtschaftswachstum und neuen Wohlstand für Deutschland schaffen. Dafür brauchen wir starke Universitäten, die international sichtbar sind und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern exzellente Bedingungen bieten. Die Exzellenzstrategie leistet dazu einen zentralen Beitrag. Gemeinsam mit den Wissenschaftsministerinnen und -ministern der Länder sowie internationalen Expertinnen und Experten haben wir heute über die Förderung weiterer fünf Exzellenzuniversitäten und -verbünde entschieden. Allen Beteiligten der erfolgreichen Anträge gratuliere ich herzlich zu ihrer beeindruckenden Leistung. Die Förderentscheidungen waren nicht leicht zu treffen: Alle Standorte haben im Antragsverfahren enorme Kräfte entwickelt."

Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs erläuterte die Bedeutung des Wettbewerbs aus Sicht der Länder: „Exzellenzuniversitäten sind Leuchttürme mit Strahlkraft weit über Ländergrenzen hinaus. Sie stärken die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihrer Regionen und sind für Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher aus aller Welt attraktiv. Gleichzeitig profitieren wir als Länder gemeinsam von einem starken Wissenschaftssystem in Deutschland. Denn auch dort, wo Anträge nicht erfolgreich waren, bleiben wertvolle Strategien, Kooperationen und Entwicklungsperspektiven bestehen. Die Exzellenzstrategie wirkt damit weit über die ausgezeichneten Standorte hinaus.“

Als Mitglied des Committee of Experts würdigte Peter Wagner das internationale Ansehen der ExStra: „Deutschland hat mit der Exzellenzstrategie einen Weg gefunden, der international als Modell wahrgenommen wird. Die Standorte denken über sich selbst nach, in einer Tiefe und Konsequenz, die ich an vielen anderen Systemen vermisse. Das ist eine Wirkung dieses Wettbewerbs, die weit über die Förderentscheidung hinausgeht. Diese Strahlkraft wird weiter wachsen. Wer international die besten Köpfe gewinnen will, braucht sichtbare, profilierte Institutionen. Genau das erzeugt die Exzellenzstrategie.“

Offizieller Förderbeginn in der zweiten Förderphase ist für alle 15 Exzellenzstandorte der 1. Januar 2027. Mit zusätzlich 60 Millionen Euro pro Jahr zu den jährlich 148 Millionen Euro, aus denen bislang die bestehenden Exzellenzuniversitäten und der Exzellenzverbund finanziert wurden, haben Bund und Länder die Grundlage für die Finanzierung von bis zu maximal fünf neuen Exzellenzstandorten geschaffen – gemäß der Verwaltungsvereinbarung und dem GWK-Beschluss vom 30. Juni 2023. Damit investieren Bund und Länder für die Förderlinie Exzellenzuniversitäten insgesamt 208 Millionen Euro pro Jahr. Dieser Finanzierungsrahmen umfasst sowohl die Förderung der neuen Exzellenzstandorte als auch die Fortführung der Förderung der bereits bestehenden Exzellenzuniversitäten und des Exzellenzverbunds.

Da in der zweiten Antragsrunde mit fünf Standorten die maximale Anzahl an Förderfällen ausgewählt wurde und nahezu alle Universitäten und Verbünde die möglichen Höchstsummen (bei Einzeluniversitäten bis zu 15 Millionen Euro jährlich, bei Verbünden bis zu 28 Millionen Euro jährlich) beantragt haben, ist für alle Standorte eine Anpassung der jeweils beantragten jährlichen Fördersumme um durchschnittlich rund 21 Prozent in den nächsten sieben Jahren notwendig.

Nach den heutigen letzten Entscheidungen der zweiten Wettbewerbsrunde richtet sich der Blick nun auf die mögliche Weiterentwicklung der Exzellenzstrategie, die als dauerhaftes Förderprogramm angelegt ist. Das Committee of Experts wird im Juni 2027 der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder (GWK) einen Erfahrungsbericht zu beiden Förderlinien des Programms – den Exzellenzclustern und den Exzellenzuniversitäten – vorlegen.

Das Gremium hatte sich bereits im Verlauf der ersten Förderphase mit Fragen der Weiterentwicklung des Programms befasst. Im Austausch mit einer Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren, unter anderem den geförderten Institutionen, reflektiert es die unterschiedlichen Wirkungsdimensionen der Exzellenzstrategie. Zudem befassen sich die internationalen Expertinnen und Experten mit der Frage, welche Effekte die Exzellenzstrategie bislang auf den Wissenschaftsstandort Deutschland erzielt hat, um darauf aufbauend Empfehlungen zu erarbeiten, wie die beiden Förderlinien (Exzellenzuniversitäten und Exzellenzcluster) ihre Wirkung künftig noch gezielter entfalten können. Im Kern des Programms soll dabei weiterhin der Wettbewerb um Spitzenforschung stehen, dessen wissenschaftsgeleitete Verfahren ihm seine Legitimität verleihen und auch international breite Anerkennung sichert.

Auf dieser Grundlage wollen der Bund und die Länder anschließend über die Auswirkungen des Programms und mögliche Anpassungsbedarfe beraten.

Weitere Informationen zur Exzellenzstrategie finden Sie unter dem unten angegebenen Link (Originalpublikation).

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Medienkontakt:

Georg Scholl, Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit des WR,
Tel. +49 221 3776 243, E-Mail

Marco Finetti, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG,
Tel. +49 228 885-2230, E-Mail

Ansprechpersonen in den Geschäftsstellen von WR und DFG:

Für die Förderlinie Exzellenzuniversitäten

Dr. Inka Spang-Grau, Leiterin Abteilung Exzellenzstrategie,
Tel. +49 221 3776-281, E-Mail

Für die Förderlinie Exzellenzcluster

Dr. Christine Petry, Leiterin Gruppe Exzellenzstrategie und Forschungsimpulse,
Tel. +49 228 885-2355, E-Mail

Originalpublikation:
https://www.wissenschaftsrat.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/PM_2026/PM_2126_ExStra

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