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Der stille Ressourcenabfluss: Wie Pflege die Bilanzen frisst

Bild: Der stille Ressourcenabfluss: Wie Pflege die Bilanzen frisst
Angelika Niedermaier (© Gisela Stigler)
Angelika Niedermaier (© Gisela Stigler)

(openPR) Es ist die unterschätzte Wirtschaftskrise im Schatten des demografischen Wandels: Während Unternehmenslenker händeringend nach neuen Fachkräften suchen, bricht ihnen die bestehende Belegschaft von innen heraus weg. Denn wenn die eigene Elterngeneration ins hohe Alter kommt, stehen immer mehr Mitarbeiter vor einer teilweise unlösbaren Doppelbelastung aus Beruf und häuslicher Pflege. Was im privaten Raum als menschliche Tragödie beginnt, entwickelt sich für Betriebe zu einem massiven wirtschaftlichen Risiko – ohne dass es diese als solche erkennen. Die akute Pflegekrise ist keine reine Sozialthematik mehr, sondern auch ein betriebswirtschaftlicher Brandherd. Längst sind nicht nur der generellen Mangel an Fachkräfte und eine anhaltende Pflegekrise Diskussionsgrundlage. Vielmehr entwickelt sich seit Jahren ein Abfluss von Produktivität durch heimliche Angehörigenpflege. Krankmeldungen, psychische Belastung, Organisation der Pflege während der Arbeitszeit sind hier zu nennen.

Die meisten Vorstände und Unternehmer blenden das Thema aus, bis es zu spät ist oder nehmen es gar nicht als Bedrohung wahr. Doch die Realität holt Unternehmen gnadenlos ein: Wenn Mitarbeiter täglich zwischen Schreibtisch, Konferenzen und der elterlichen Pflege im Alter aufgerieben werden, fließt wertvolle Energie ab. Dieser schleichende Ressourcenabfluss (Brain Drain) führt unweigerlich zu einem gravierenden Produktivitätsverlust, der in keiner Bilanz offen ausgewiesen wird, aber die Ertragskraft nachhaltig torpediert. Dieser heimliche Produktivitätsverlust schwächt die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen massiv. Wenn der Faktor Alter in der Personalplanung ignoriert wird, droht durch den zusätzlichen Druck, dem unsere Wirtschaft sowieso schon ausgesetzt ist, durch die Pflegekrise ein wirtschaftlicher Stillstand, der jeden Betrieb unter Umständen schmerzhaft treffen muss, weil neue Fachkräfte fehlen und der genannte Produktivitätsverlust das Wachstum zusätzlich bremst.

Genau hier setzt die erfahrene Pflegeberaterin und Keynotespeakerin Angelika Niedermaier zu den Themen Pflegekrise, Fachkräftemangel, Alter, Pflegeneuordnungsgesetz, Produktivitätsverlust und Innovationen an. Sie greift mit ihrem Vortrag „Strategien für die Pflege der Zukunft“ in ihre Erfahrungs-Schatzkiste, zeigt die Szenarien schonungslos auf und rüttelt die Wirtschaft wach.

Dass die Politik dieses Problem nicht allein lösen kann, zeigt der Blick von Rednerin Angelika Niedermaier auf die aktuellen Reformen. Zwar soll das neu geschaffene Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) laut Regierung für Entlastung sorgen. Doch ist in Frage zu stellen, ob das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) den enormen Druck von den Schultern berufstätiger Angehöriger wirklich nehmen kann. In ihrem Vortrag analysiert Rednerin Angelika Niedermaier kritisch, ob das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) den tatsächlichen Realitäten im Berufsalltag gerecht wird. Fakt ist: Das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) allein reicht nicht aus, um die tiefen Lücken zu schließen. Vielmehr sind Unternehmen selbst gefordert, betriebliches Care Management als Chefsache zu etablieren. Die Auswirkungen des Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) müssen dabei in die Strategien integriert werden und betriebliche Innovationen diese abmildern.

Hierbei spielen auch die Versicherungen eine zentrale Rolle. Bislang greifen klassische Absicherungen zu kurz, weshalb jede private Versicherung sowie gesetzliche Kassen dringend nachbessern müssen. Welche Versicherung bietet heute schon passgenaue Vorsorgemodelle für den Ernstfall im Alter? Jede zukunftsorientierte Versicherung ist gefordert, innovative Zusatzpakete anzubieten. Ob eine solche Versicherung den wachsenden Bedarf decken kann, hängt davon ab, inwieweit das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) die Leitplanken setzt oder eben aushebelt. Ohne moderne Angebote, die jede Versicherung jetzt passgenau schnüren sollte, bleiben berufstätige Familien im Alter schutzlos. Wenn die Versicherung versagt, trifft dies unmittelbar die Unternehmen, weil überlastete Mitarbeiter ausfallen und ein neuer Produktivitätsverlust die Bilanzen belastet.

Angelika Niedermaier fordert in ihrem Vortrag einen Schulterschluss aus Wirtschaft, Politik und Vorsorge, um die Pflegekrise nicht noch tiefer in Unternehmen eingreifen zu lassen. Um den drohenden Produktivitätsverlust in den Betrieben durch mangelnde Fachkräfte und das Altern abzufedern, braucht es weitreichende Innovationen für diese Zukunft im Alter. Technische und organisatorische Innovationen sind zwingend erforderlich, nicht nur, um neue Fachkräfte zu gewinnen, sondern auch um weiteren Produktivitätsverlust zu verhindern. Unternehmen müssen verstehen, dass der Mangel an Fachkräfte auch mit der Pflegebelastung zusammenhängen kann. Wenn die Pflegekrise im Betrieb ankommt, hilft kein Wegschauen mehr. Das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), smarte Innovationen und eine eng mit Unternehmen und Betroffenen vernetzte Versicherung bilden die Basis gegen jede drohende Pflegekrise im weiteren Sinne. In ihrem Vortrag zeigt Rednerin Angelika Niedermaier auf, wie Führungskräfte für das Thema Alter sensibilisiert werden, um den schleichenden Produktivitätsverlust zu stoppen, wertvolle Fachkräfte zu halten und jede Pflegekrise im eigenen Haus aktiv zu bekämpfen.

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