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Waldbrände: Neue Erkenntnisse machen Bekämpfung sicherer und wirksamer

21.07.2026 • 12:47 Uhr • Energie & Umwelt

(openPR) Vegetations- und Waldbrände stellen Feuerwehren und Katastrophenschutzbehörden in Europa zunehmend vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund untersuchten die BAM und ihre europäischen Partner, wie sich Brände in unterschiedlichen Vegetationstypen ausbreiten, wie Rauchgase entstehen und welche Löschstrategien unter realen Bedingungen besonders wirksam sind.

Gerade bei Wald- und Vegetationsbränden ist Löschwasser häufig nur begrenzt verfügbar. Deshalb kommen oftmals Zusätze wie Schaum-, Netzmittel oder Brandhemmer, sogenannte Retardants zum Einsatz. Sie können den Wasserverbrauch und die Effektivität der Löschmaßnahmen erhöhen. Entscheidend ist jedoch, dass die Wahl der Löschmittelstrategie nicht erst während eines laufenden Einsatzes erfolgt. Mögliche Anwendungsfälle, Umweltrisiken und örtliche Rahmenbedingungen müssen bereits im Vorfeld bewertet und in die Einsatzplanung einbezogen werden.

Gemeinsam mit Einsatzkräften, Fachgremien und weiteren Projektpartnern hat das Team praxisnahe Handlungsempfehlungen für Feuerwehren erarbeitet. Sie dienen als wichtige Entscheidungshilfe bei der Planung und Durchführung von Löscheinsätzen und sind als Merkblatt „Einsatz von Löschwasserzusätzen bei Vegetationsbränden“ der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) verfügbar.

Grundlage der Empfehlungen waren die Ergebnisse aus fünf groß angelegten Freilandversuchen, die die BAM im Rahmen von TREEADS in einem Kiefernwald in Sachsen-Anhalt und auf einer Landwirtschaftsfläche in Brandenburg durchgeführt hat. Mithilfe moderner Messtechnik untersuchte das Team, wie sich Brände ausbreiten, wie Schwelprozesse – also langsam glimmende Brände im Boden – entstehen und wie sich Rauch unter realistischen Bedingungen entwickelt. Die wissenschaftlichen Ergebnisse wurden Anfang 2026 in der Fachzeitschrift Fire and Materials veröffentlicht.

Die Versuche zeigen, dass Brandverläufe je nach Vegetation, Brennstoffangebot und Witterung erheblich variieren. Während im Kiefernwald langanhaltende Schwelbrände zu einer starken Rauchentwicklung führten, breiteten sich Brände auf einer landwirtschaftlichen Fläche als schnelle, windgetriebene Flammenfronten aus. Diese Erkenntnisse ermöglichen es, Brandverläufe besser vorherzusagen und Einsatzstrategien gezielt an unterschiedliche Situationen anzupassen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts lag auf der Optimierung von Löschverfahren. Das Team testete umweltverträgliche Löschwasserzusätze auf Tensidbasis sowie verschiedene Löschtechniken und entwickelte zwei neue Düsen für die effizientere Ausbringung des Löschschaums. Darüber hinaus lieferte das Projekt neue Erkenntnisse zur Rauchentwicklung, die den Schutz von Einsatzkräften verbessern können. Die gewonnenen Daten fließen zudem in Computermodelle ein, mit denen sich Vegetationsbrände künftig realistischer simulieren und Risiken besser abschätzen lassen.
„Waldbrände werden durch den Klimawandel häufiger und komplexer. Um Menschen, Einsatzkräfte und Umwelt wirksam zu schützen, brauchen Feuerwehren wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlagen“, erklärt Anja Hofmann-Böllinghaus, Expertin für Brandforschung und Koordinatorin des Projekts an der BAM. „Unsere Forschung trägt dazu bei, Brandverläufe besser vorherzusagen, Einsatzstrategien zu verbessern und die Sicherheit bei der Vegetationsbrandbekämpfung zu erhöhen.“

Über TREEADS

Im EU-Projekt TREEADS - Ganzheitliches Brandmanagement-Ökosystem zur Prävention, Erkennung und Wiederherstellung nach Umweltkatastrophen – haben sich über 40 Institutionen aus Europa und Taiwan zusammengeschlossen, um ein ganzheitliches Brandmanagementsystem zu entwickeln. Am deutschen Pilotprojekt, unter der Leitung der BAM, waren außerdem die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und OneSeven beteiligt.

Originalpublikation:
https://www.vfdb.de/media/doc/merkblaetter/MB_05_04_Vegetationsbrandbeka__mpfung.pdf
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/fam.70045

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