(openPR) Dermacentor reticulatus – Vorkommen und Bedeutung der Auwaldzecke als potenzieller Vektor für verschiedene Erreger
Zu Ixodes ricinus gesellt sich nunmehr auch die Auwaldzecke zu den einheimischen Zecken und sollte künftig als potentieller Vektor für humanpathogene Krankheitserreger Beachtung finden.
Besonders auffällig scheint hieran zu sein, dass die Auwaldzecke sich in ihrem Wirtsfindungsverhalten deutlich von dem „allgemeinen Holzbock“ unterscheidet. Die Auwaldzecke ist nach Beobachtungen durch Förster aktiv auf Beutesuche und bewegt sich unter anderem eben auch auf Menschen zu.
Im Land Brandenburg wurden seit Juli 2006 an verschiedenen Orten im südöstlichen Umfeld von Berlin durch praktizierende Ärzte insgesamt vier Zeckenstiche durch die Auwaldzecke erfasst. Nach Beobachtungen von Förstern in der Region sei es zu einer deutlichen Vermehrung der Auwaldzecke mit Etablierung und Ausbreitung stabiler Populationen gekommen.
Das RKI geht in seinem Bulletin Nr. 14 davon aus, dass die Auwaldzecke offenbar ein fester Bestandteil der Zeckenfauna geworden ist.
Künftig sollten daher die behandelnden Ärzten nach Stichen durch „ungewöhnliche Zecken“ auch die „ungewöhnlichen“ Infektionen (und Toxikosen) differenzialdiagnostisch erwägen und ggf. eine entsprechende Labordiagnostik erwägen.
Dies erscheint insbesondere deshalb sinnvoll, weil nach Untersuchungsergebnissen in südeuropäischen und osteuropäischen Ländern die Auwaldzecke zwar als Vektor für verschiedene Krankheitserreger bekannt ist, allerdings FSME-Viren und Borrelien dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wesentlich bedeutsamer sind u.a. Francisella tularensis, aber auch das in Sibirien endemische Virus des Omsker Hämorrhagischen Fiebers.
Auch drohen besondere Gefahren für unsere Hunde. Die Auwaldzecke ist auch Übertragungsträger von Babesia canis. Dies ist der Erreger der für Hunde sehr gefährlichen Hundebabesiose.
Für die Risikoeinschätzung insgesamt sind weitere Feldstudien an Zecken erforderlich, so dass RKI in seinem Bulletin Nr. 14 v. 05.04.07, denn ist noch ungeklärt, ob die in Deutschland aktive Auwaldzecke die schon im Ausland bekannten Erreger importiert oder akquiriert haben. Das RKI weist aber darauf hin, dass erste noch unveröffentlichte Befunde in mindestens zwei Institutionen dafür sprechen.
Mehr Informationen hierzu finden Sie in dem Epidemiologischen Bulletin Nr. 14 v. 05.04.07, dass Sie unbedingt lesen sollten!
>>> hier zum Download (pdf) >>>
http://www.rki.de/cln_049/nn_264978/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2007/14__07,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/14_07.pdf
Überdies finden Sie in der Zeitschrift Der Hausarzt 07/2007, S. 48 ff. einen aktuellen Beitrag v. C. Isenberg unter dem Titel: Gefahr durch Lyme-Borreliose und FSME: Schrecken durch Zecken
Lutz Barth












