(openPR) Hamburg, 5. Mai 2026. Die Hamburger Messe hat heute wieder ihre Tore geöffnet für eines der bedeutendsten Digitalevents Europas. Auch eine ganze Reihe von Anbietern von Unternehmenssoftware ist mit dabei. Dieses Jahr ist es im Bereich der Unternehmenssoftware besonders spannend: Anbieter kommen nicht mehr nur mit neuen Features – KI, Search, Creator Economy und neue digitale Geschäftsmodelle dominieren die Agenda. Wir haben die wichtigsten Trends zusammengetragen – geordnet nach Themenbereichen.
ERP, Finance & HR
Der Bereich verschiebt sich von klassischer Prozessdigitalisierung zu einer Kombination aus agentischer Assistenz, stärker standardisierten Cloud-Suites und durchgängiger Ausgaben-, Rechnungs- und Zahlungsautomatisierung. Besonders belastbar ist der Trend dort, wo KI nicht nur Inhalte generiert, sondern Beleg-, HR-, Finance- und Genehmigungsprozesse in transaktionsnahen Systemen beschleunigt oder vorbereitet.
Agentische KI erreicht den operativen Kern von Unternehmensanwendungen
KI wird zunehmend in den operativen Kern von Unternehmensanwendungen integriert – sowohl in neuen Produkten als auch in etablierten Plattformen. Auf der OMR spürt man diese Entwicklung in jeder Halle. SAP verbindet Business Data Cloud und Business AI mit geschäftsprozessnahen Datenprodukten und agentischen Workflows. Sage baut KI- und Copilot-Funktionen in Finance-Produkte wie X3 und Intacct aus. SmartRecruiters positioniert Recruiting explizit als "AI-powered Hiring" und erweitert dies mit Winston als KI-Begleiter.
Spend-, Rechnungs- und Zahlungsprozesse verschmelzen
Besonders dynamisch ist die Verbindung aus Corporate Cards, Rechnungsverarbeitung, AP-Automation und eingebetteten Zahlungen. Moss bündelt Karten, Rechnungen, Erstattungen und Accounting-Automation. Pleo verbindet Karten und Spesenerfassung direkt mit Accounting-Systemen. N2F digitalisiert Spesen- und Rechnungsworkflows. Adyen positioniert Embedded Finance als Infrastruktur, mit der Software-Plattformen Zahlungen und Finanzfunktionen direkt in ihre Prozesse einbauen.
CRM, Marketing & Customer Engagement
Im CRM-Umfeld wird KI zur verbindenden Betriebslogik über Marketing, Sales, Service und Messaging. Gleichzeitig wandeln sich Customer-Engagement-Plattformen von kanalgetriebenen Tools zu omnichannel-fähigen Interaktionssystemen, in denen Daten, Journey-Steuerung und Serviceautomatisierung aus einer gemeinsamen Plattform heraus orchestriert werden.
AI CRM als operative Schicht
Der Trend geht klar dahin, CRM nicht mehr als Datenablage, sondern als operatives Steuerungssystem zu verstehen. Salesforce bezeichnet seine Plattform ausdrücklich als AI CRM und verknüpft dies mit Agentforce. HubSpot spannt mit Breeze eine KI-Schicht über Marketing, Sales und Service.
Omnichannel-Engagement-Plattformen statt Einzeltools
Marketing- und CRM-Systeme wachsen in Richtung kanalübergreifender Customer Engines zusammen. Brevo bündelt E-Mail, SMS, WhatsApp, Loyalty, CRM und Automatisierung in einer All-in-one-Plattform. Braze positioniert sich als Customer-Engagement-Plattform für multikanalige Journey-Orchestrierung. Beide Anbieter unterfüttern damit denselben Architekturtrend.
Conversational Service-Automation wird CRM-nah
Chatbots, Voicebots und Contact-Center-KI werden heute nicht mehr separat verkauft, sondern als CRM-nahe Service- und Aktivierungsschicht. VIER koppelt KI-Agenten mit Cloud-PBX- und Contact-Center-Funktionalität. moinAI zeigt anhand von Service-Cases, wie Chatbots Anfragen, Wissenszugriff und Conversion automatisieren. Auch Salesforce zieht mit Agentforce Contact Center Service, Kanäle und CRM-Daten enger zusammen.
Commerce, Search & Content
In Commerce-Stacks laufen derzeit drei Entwicklungslinien zusammen: Composable Commerce, AI Search/Discovery und headless Content-Orchestrierung. Der Bereich wird dadurch technischer und gleichzeitig stärker auf KI-Sichtbarkeit ausgerichtet: Produktdaten, Suche, Content und Promotion werden so gebaut, dass sie nicht nur für Menschen, sondern auch für KI-Interfaces und Agenten nutzbar sind.
Composable Commerce wird betriebsfähig
Der Trend hat die Experimentierphase verlassen und wird von Plattformanbietern als belastbares Betriebsmodell vermarktet. commercetools stellt Composable Commerce als strategische Architektur für 2026 heraus. VTEX kombiniert die Composable Architektur mit Unified-Commerce. Mirakl ergänzt modulare Commerce-Modelle systematisch um Marketplace- und Plattformfunktionen.
AI Search und agentische Discovery
Suche löst sich von klassischer Keyword-Logik und wird zum Retrieval- und Discovery-Layer für KI-Assistenten und LLM-basierte Interfaces. Mirakl baut mit Nexus und Agentic Activation eine Infrastruktur für agentische Discovery, direkte Kaufpfade und LLM-Sichtbarkeit von Produktkatalogen. Algolia entwickelt mit Agent Studio Such-, Tool- und Observability-Komponenten für produktive KI-Agenten.
Content-Orchestrierung und Personalisierung wachsen zusammen
Headless CMS, Personalisierung und Experimentation verschmelzen zu einer gemeinsamen Experience-Schicht. Contentful verbindet Content mit KI-gestützter Personalisierung und Analytics. Storyblok positioniert KI-fähige Headless-CMS-Architektur als Antwort auf fragmentierte CMS-Landschaften. Bloomreach ergänzt dies durch KI-gestützte Personalisierung und Commerce-Relevanz.
Data, Analytics, AI & Privacy
Der Bereich wird von drei Kräften bestimmt: Unternehmen bauen AI-ready Data Layers auf, Analytics wird konversationell und agentisch, und Governance sowie Consent entwickeln sich zur Betriebsvoraussetzung für jede ernsthafte KI- oder Personalisierungsstrategie. Die zentrale Verschiebung besteht darin, dass Datenqualität, Privacy und Aktivierung nicht länger getrennte Disziplinen sind.
Trusted Data Layers für KI
Customer-Data- und Event-Layer werden derzeit explizit als Infrastruktur für KI positioniert. Tealium stellt das Produkt CDP sichtbar unter das Leitmotiv "Trusted Data for AI", erweitert dies mit AIStream und Event Specifications zur Validierung der Datenqualität. Weitere Entwicklungen sind beim Funnel Reporting, Measurement und Data Chat in der Marketing-Intelligence-Plattform zu verzeichnen.
Analytics wird konversationell und agentisch
Analyseoberflächen verschieben sich von Dashboards zu natürlicher Sprache, agentischer Hypothesenbildung und automatisiertem Experimentdesign. Amplitude spricht explizit von KI-Agenten, die Anomalien untersuchen, Hypothesen generieren und Optimierungsmaßnahmen ableiten.
Governance, Consent und Enterprise-KI-Sicherheit werden Pflicht
Datenschutz und Governance-Strukturen sind klar vom Rand ins Zentrum gerückt. Usercentrics zeigt Consent-Management und DSGVO-Compliance als operative Grundlage. Parallel etabliert sich mit Langdock eine europäisch gehostete Enterprise-KI-Schicht mit Chat, Agenten, Workflows und Governance-Optionen.
Zwischen Bewährtem und "KI-first": Der neue Spagat bei der Softwareauswahl
Eines wird auf der OMR 2026 deutlich: KI ist in der Unternehmenssoftware nicht länger ein Add-on, sondern wird zum strukturgebenden Prinzip – von der Dateninfrastruktur über operative Kernprozesse bis hin zur Kundenkommunikation.
Für Unternehmen verschärft sich damit eine Entscheidung, die es so bisher nicht gab. Der Großteil der am Markt verfügbaren Business-Software erfüllt die fachlichen Anforderungen solide – deckt Branchenprozesse ab, ist erprobt, integrierbar. Was gängige Branchenlösungen oft noch nicht bieten: eine durchgängige KI-Schicht, die über einzelne KI-Funktionen hinausgehen. Wird aus "Best-of-Breed" in Zukunft "Best-of-KI"?
Über Softfindr
Softfindr ist eine neutrale Plattform für Unternehmenssoftware. Sie unterstützt Unternehmen dabei, passende Softwarelösungen zu finden, den Markt besser zu verstehen und Anbieter sowie Produkte strukturiert einzuordnen.
Dazu erfasst und klassifiziert Softfindr Softwareprodukte, Anbieter, Kategorien, Branchenlösungen, Funktionen und weitere relevante Marktdaten redaktionell. Ziel ist es, Unternehmen eine sachliche Grundlage für die Orientierung, Vorauswahl und Bewertung von Unternehmenssoftware zu geben.
Ergänzend bietet Softfindr herstellerneutrale Beratung für die Softwareauswahl an. Unternehmen werden dabei unterstützt, Anforderungen zu strukturieren, geeignete Anbieter und Produkte zu identifizieren und Auswahlentscheidungen nachvollziehbar vorzubereiten. https://www.softfindr.de












