(openPR) Web 2.0-Anwendung für Übersetzer und Dolmetscher
Auf der Basis von Googles-Suchergebnissen bietet Termprofile.com ( http://www.termprofile.com ) ab sofort und kostenlos Unterstützung bei der Prüfung der richtigen Übersetzung von Termini. Damit wendet sich Termprofile.com an professionelle Sprachmittler.
Ist man als Übersetzer oder Dolmetscher unsicher, ob es einen bestimmten Ausdruck in der Fremdsprache oder in der eigenen Muttersprache wirklich gibt, so schaut man einfach mal bei Google nach. Häufig kommt es aber bei der Nutzung von Suchmaschinen im Rahmen von Übersetzungsarbeiten zu fatalen Fehleinschätzungen. Einmal in Umlauf gebrachte „Falsche Freunde“ verbreiten sich nicht zuletzt wegen dieser „Methode“ der Terminologieprüfung heute im Internet mit nie dagewesener Geschwindigkeit. Ein Beispiel: Man übersetzt die "Bikinizone“ ins Englische mit "bikini zone". Zur Sicherheit gibt man den Ausdruck kurz bei Google ein und erhält man eine ganz ordentliche Anzahl von Treffern, fast 65.000! Hervorragend – oder? Was, wenn diese Treffer zu einem großen Teil aus nicht-muttersprachlicher Feder stammen?
Und hier schafft Termprofile.com Abhilfe.
Man kann gleichzeitig nach dem Ausdruck „bikini zone“ und im Vergleich dazu „bikini line“ (das „Erraten“ von Entsprechungen liegt dabei weiterhin beim Sprachmittler) sowie dem ausgangssprachlichen Ausdruck „Bikinizone“ suchen, für die englischen Begriffe jeweils in den USA, dem Vereinigten Königreich und spaßeshalber auch in Deutschland, für den deutschen Begriff nur in Deutschland (hier könnte man auch noch mal in Österreich schauen oder auch in den wichtigsten englischsprachigen Ländern oder in den Vereinigten Emiraten, wenn die Neugier so weit reicht).
Die Grafik zeigt folgendes Ergebnis.
Man sieht auf einen Blick, dass von den 64800 Treffern für die „bikini zone“ weltweit satte 20.000 aus Deutschland stammen, ein Drittel (1. Spalte, Zeile 3 und 5). Für den Konkurrenten „bikini line“ ist der Anteil an den weltweiten Treffern mit 1:523 deutlich geringer (Spalte 3 Zeile 3). Auch die Gesamttrefferzahlen für die „bikini line“ sind weltweit deutlich höher als für die „bikini zone“ (jeweils Spalte 1 ganz unten).
Aber sind nun 115 000 deutsche Treffer vergleichbar mit über 250.000 in US und UK? Da hilft uns die Kennzahl der relativen Häufigkeit weiter. Hierzu gibt man einfach einen zweiten „control term“ ein, ein Wort, das sehr häufig in der jeweiligen Sprache auftaucht, etwa „unter“ bzw. „under“. Dazu wird dann der gesuchte Ausdruck ins Verhältnis gesetzt (jeweils 2 Spalte). Erst jetzt kann man erkennen, dass sowohl „bikini line“ als auch „bikini zone“ relativ betrachtet sehr viel weniger Verwendung finden als die deutsche Bikinizone, die es auf 1 Fundstelle je 250 „unter“-Fundstellen bringt, und dass die „bikini line“ relativ häufiger verwendet wird als die „bikini zone“.
Insgesamt liefert Termprofile.com auf der Basis von Google sehr viel differenziertere und aussagekräftigere Daten als die direkte Eingabe in Suchmaschinen, die somit auf die Bedürfnisse von Sprachmittlern abgestimmt sind. Wenn man regelmäßig mit Termprofile arbeitet, entwickelt man darüber hinaus ein Gefühl für Größenordnungen von Treffern in verschiedenen Sprachen, Fachbereichen usw. Das Tool entwickelt sich regelrecht zum Spielzeug, weil man immer neue Dimensionen und Relationen entdeckt.
Natürlich ist Google kein Nachschlagewerk und das Internet alles andere als ein 100 % verlässliches Korpus. Es schreibt, wer will und vor allem wie er will. Durch die Identifizierung der Herkunft von Treffern kann man jedoch die Wahrscheinlichkeit der Muttersprachlichkeit deutlich steigern.
Zum technischen Hintergrund: Die derzeit verfügbare Beta-Version von Termprofile.com befindet sich in der Experimentierphase. Zur Zeit nutzt Termprofile.com zur Erstellung dieser Statistiken eine Schnittstelle zu Googles Suchmaschinen und grenzt Suchen systematisch auf einzelne Länder ein. Der Anwender kann somit die Häufigkeit von Begriffen in den jeweiligen Sprachräumen überprüfen und vergleichen.
http://www.Termprofile.com wurde entwickelt durch Anja Rütten, Konferenzdolmetscherin für Deutsch/Spanisch sowie Englisch und Französisch, und Dr. Robert Biermann, Vorstand der Webeffekt AG ( http://www.webeffekt.de ) und Suchmaschinenexperte. Entwicklungspartner ist Herr Björn Wilmsmann, VCTech, Oberhausen.
Anja Rütten ( http://www.Sprachmanagement.net )
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