(openPR) Hannover, 19.04.2007 - "Die deutsche Mentalität wartet gerne ab. So oder so ähnlich könnte man es beschreiben", so Jan Schwalenberg, Gründungsmitglied der Mediationskooperation hannover-mediation.com.
Erst kürzlich hatte er mit der Co-Mediatorin Yvonne Frischemeyer einen solchen Fall. Leider sprechen die Leute nicht nur zu wenig über ihre Konflikte, auch die Unterschwelligen, sondern sind der Meinung, die Zeit würde es schon richten. "Hier ging es um eine Familienmediation, bei der sich schon im Vorgespräch zeigte, dass nur noch eine Therapie wirklich helfen würde", so Schwalenberg. Mehr kann und will er zu diesem Thema nicht sagen, denn ein Mediator geht mit seinen Medianden eine gegenseitige Verpflichtung zur Verschwiegenheit ein.
Leider geschieht dies immer wieder, dabei kommen die Betroffenen aus allen denkbaren Gesellschaftsbereichen. Unterschiedliche Herkunft oder Bildung haben oft keinen Einfluss auf die Einsicht externe Hilfe rechtzeitig in Anspruch nehmen zu müssen. Die Betonung liegt hierbei auf der Rechtzeitigkeit. Denn auch im genannten Fall hätte man durchaus mit Mediation eine Lösung herbeiführen können, nur waren die Fronten inzwischen so verhärtet, dass dies fast an Selbstaufgabe grenzte. Eben gemeinsam in den Abgrund, wie der Film "Der Rosenkrieg" dies am Ende sprichwörtlich veranschaulicht.
"Gerade im privaten Bereich, ob Familie, Kinder, Schule oder sogar Sport, es ist wichtig die Dinge frühzeitig anzugehen", so Schwalenberg, "sonst ist die Chance vertan. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass die Hemmschwelle eine Therapie wahrzunehmen, noch wesentlich höher ist."
Im gewerblichen Bereich, in der Industrie, unter Mitarbeitern, aber auch zwischen Unternehmen hat man vielerorts erkannt wie hilfreich eine Mediation sein kann. Es geht immerhin darum, dass man sich in der Zukunft auch weiterhin in die Augen sehen und zusammenarbeiten kann. "Was nützt es einem Unternehmen gute Mitarbeiter frei zu setzen, wenn die Leistung eine hervorragende war? Was nutzt ein Rechtsstreit mit einem Lieferanten, wenn ich kein vergleichbares Produkt am Markt finde?", so Schwalenberg. Schon allein aus Kosten- bzw. Nutzengründen muss es das Ziel jedes Unternehmens sein, dass man auch künftig Umgang pflegt.
Jan Schwalenberg ist von der Mediation überzeugt. Zusammen mit seinem Partner, Mike-Oliver Schindler, im übrigen ebenfalls Mediator, betreibt er eine weitere Unternehmung. Es handelt sich dabei um ein Internetportal für Immobilienkäufer auf dem die beiden Gutachterdienste anbieten. Ergänzend haben sie begonnen Gutachter zu finden bzw. zusätzlich zum Mediator auszubilden. "Sie fragen sich warum", so Schwalenberg,"ganz einfach. Wie oft hören wir von Bekannten und aus den Medien von Pfusch am Bau oder von Rechtsstreitigkeiten zwischen Immobilienverkäufer und Käufer, die sich dann meist jahrelang hinziehen. Die überwiegende Zahl dieser Fälle sind sicherlich mediierbar." Diese Mediationen finden dann durch Gutachter statt, also durch Menschen, die etwas von der Materie verstehen. Zudem ist der zeitliche Rahmen überschaubar und somit die Kosten.
"Sie glauben gar nicht wie viele Privatinsolvenzen dadurch abgewendet werden könnten. Wenn sich zwei Bereiche wirklich gut ergänzen, dann Bauen/Kaufen und Mediation", so Schwalenberg






