(openPR) Über die Langzeitbaustelle Mediation und deren Schnittstelle zu Recht und Justiz. Geht es um den Missbrauch oder den Gebrauch des Rechts? Müssen die Parteien zu einer autonomen Konfliktlösung gezwungen werden?
Das Thema ist aktuell! Mediationsgesetze sind in Vorbereitung. Glauben Sie, die geplanten Regulierungen helfen etwa der Mediation?
Die Mediation wird als ein freiwilliges und autonomes Verfahren der bürgerlichen Konfliktbeilegung immer populärer. Ihre Erfolge lassen die Menschen darauf ver-trauen, dass ein Konsens auch in streitigen Konflikten noch möglich ist. Allerdings gibt es, noch bevor sich das Verfahren auf dem Markt etablieren kann, Bestrebungen zur Reglementierung. Was bezwecken die Gesetze? Sind die Menschen etwa noch nicht reif für die Mediation?
Schon der Titel des Kongresses öffnet den Blick auf verschiedene Assoziationen über das dem Bürger zu widmende Verfahren. Mediation richten mag für den Einen so viel bedeuten wie: Mediation ausrichten, der Mediation den rechten Weg weisen. Andere mögen assoziieren: Mediation einrichten, was so viel bedeuten mag wie: die Mediation mit Leben füllen. Fatalisten denken möglicherweise an: Mediation hinrichten, womit sie zum Ausdruck bringen, dass schädliche Einflüsse die Mediation gefährden. Indem wir den Frieden regulieren, geben wir dem Krieg eine Chance. Mit dieser Paradoxie begründen Experten die Sorge, dass eine zu weitgehende Fremdbestimmung den kreativen Rahmen der Mediation und damit deren Nach-frage eher einengt als fördert.
Der Kongress will Grenzen aufweisen, will fragen, wo die Mediation beginnt und wo sie endet. Sollte sie eher ein Partner für die Justiz sein oder deren Werkzeug? Vielleicht wäre ihr am Besten gedient, wenn sie völlig unabhängig von der Justiz ihre Existenz innerhalb der Privatautonomie eines jeden Bürgers findet? Vielleicht ist sie ohne die Justiz aber auch nicht überlebensfähig. Auf dem 4. Kongress der integrierten Mediation, der in Kooperation mit der Stiftung für internationale Zusammenarbeit im Recht, IRZ, durchgeführt wird, haben Sie Gelegenheit, die Mediation und das Recht von ihrer visionären Seite kennen zu lernen. Hochrangige Experten, wie der Justizminister von Rheinland-Pfalz, Dr. Heinz Georg Bamberger, Ministerialdirekto-rin Marie Luise Graf-Schlicker vom Bundesjustizministerium, der Präsident des OLG Koblenz, Ralf Bartz sowie namhafte Professoren, Politiker und Praktiker aus dem In- und Ausland kommen zusammen, um sich dieser für die Mediation wichtigen Frage zu stellen. Es wird kritische Töne geben und hinterfragt werden, ob die Mediation noch auf Kurs ist. In einem Punkt – das kann schon jetzt gesagt werden – wird es aber ganz sicher einen Konsens geben. Es geht uns allen um optimierte Konfliktlösungen, oder nicht?
Der Kongress findet statt am 31.10 und 1.11. 2008 in Koblenz, Hotel Mercure. Anmeldungen werden erbeten an die Geschäftsstelle des Verbandes integrierte Mediati-on e.V., +49(0)2681 98 62 57 oder







