(openPR)
Erster Österreichischer Dachverband Legasthenie (EÖDL) weist Aussagen von US-Präsident Trump über Legasthenie als wissenschaftlich falsch zurück
Klagenfurt/Wien, 17. März 2026
US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Tagen wiederholt den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom wegen dessen offen kommunizierter Legasthenie angegriffen. Trump bezeichnete Newsom unter anderem als „Low-IQ-Person", erklärte, dieser habe „geistige Probleme", und stellte fest: „Ein Präsident sollte keine Lernbeeinträchtigung haben." Diese Aussagen wiederholte er mindestens viermal innerhalb weniger Tage – im Oval Office, in Interviews und in sozialen Medien.
Der Erste Österreichische Dachverband Legasthenie (EÖDL), der seit 1996 weltweit Legasthenie- und Dyskalkulietrainer nach der wissenschaftlich fundierten AFS-Methode ausbildet, weist diese Aussagen entschieden als sachlich falsch zurück.
Wissenschaftlicher Konsens: Legasthenie und Intelligenz sind unabhängig voneinander
Legasthenie ist eine genetisch bedingte Veranlagung, die die Verarbeitung geschriebener Sprache im Gehirn betrifft. Sie hat keinerlei Zusammenhang mit der allgemeinen Intelligenz eines Menschen. Das bestätigen führende wissenschaftliche Institutionen weltweit, darunter das Yale Center for Dyslexia and Creativity und die American Dyslexia Association.
Internationale Schätzungen gehen davon aus, dass 5 bis 20 Prozent der Weltbevölkerung von Legasthenie betroffen sind – weltweit rund 780 Millionen Menschen. Allein in den USA sind über 40 Millionen Erwachsene betroffen, von denen nur etwa 2 Millionen tatsächlich diagnostiziert sind.
Historische Ironie: Mehrere US-Präsidenten hatten Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
Trumps Aussage, Legasthenie disqualifiziere für das Amt des Präsidenten, steht im direkten Widerspruch zur Geschichte seines eigenen Amtes. Historiker und Bildungsexperten bringen mehrere ehemalige US-Präsidenten mit Lernschwierigkeiten in Verbindung:
- George Washington (1. Präsident) kämpfte zeitlebens mit Rechtschreibung und Grammatik.
- Thomas Jefferson (3. Präsident), Verfasser der Unabhängigkeitserklärung, wird mit sprachlichen Lernschwierigkeiten in Verbindung gebracht.
- Woodrow Wilson (28. Präsident) konnte laut der Encyclopaedia Britannica erst nach seinem zehnten Lebensjahr lesen und blieb zeitlebens ein langsamer Leser. Er erwarb dennoch einen Doktortitel, wurde Präsident der Princeton University und erhielt den Friedensnobelpreis.
- John F. Kennedy (35. Präsident) wird von Bildungsforschern mit Legasthenie und ADHS in Verbindung gebracht.
Formale Diagnosen im heutigen Sinne liegen für keinen dieser Präsidenten vor, da Legasthenie zu ihren Lebzeiten noch nicht als solche erkannt wurde. Die historischen Berichte über ihre schulischen Schwierigkeiten sind jedoch umfangreich dokumentiert.
Gouverneur Newsom: Offenheit verdient Respekt
Gouverneur Gavin Newsom wurde laut seinen eigenen Angaben im Alter von fünf Jahren mit Legasthenie diagnostiziert und spricht seit Jahren offen darüber; zuletzt ausführlich in seinem neuen Buch „Young Man in a Hurry". Als Reaktion auf Trumps Angriffe richtete er eine Botschaft an alle Betroffenen: „An jedes Kind mit einer Lernbeeinträchtigung: Lass dich von niemandem einschüchtern – nicht einmal vom Präsidenten der Vereinigten Staaten."
Der EÖDL begrüßt diese Offenheit ausdrücklich. Wenn Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens über ihre Legasthenie sprechen, ist das ein wichtiger Beitrag zur Entstigmatisierung und sendet ein starkes Signal an Millionen betroffener Kinder und Erwachsener weltweit.
Erfolgreiche Persönlichkeiten mit Legasthenie
Die Liste herausragender Menschen mit Legasthenie umfasst unter anderem Albert Einstein, Steve Jobs, Richard Branson, Steven Spielberg, Leonardo da Vinci, Walt Disney und Whoopi Goldberg. Eine Studie der Cass Business School London ergab, dass 40 Prozent der untersuchten erfolgreichen Unternehmer Legasthenie hatten – eine viermal höhere Rate als in der Gesamtbevölkerung.
30 Jahre EÖDL: Aufklärung und professionelle Ausbildung
Der EÖDL setzt sich seit seiner Gründung 1996 für die sachliche Aufklärung über Legasthenie und Dyskalkulie ein. Die pädagogisch-didaktische AFS-Methode (Aufmerksamkeit – Funktion – Symptom), entwickelt von Dr. Astrid Kopp-Duller, bildet die Grundlage für die Arbeit von über 17.000 diplomierten Legasthenie- und Dyskalkulietrainern in mehr als 64 Ländern.
Gemeinsam mit dem Dachverband Legasthenie Deutschland (DVLD) und der American Dyslexia Association (dyslexia.me) betreibt der EÖDL über 60 Bildungswebseiten mit kostenlosen, werbefreien Materialien für Betroffene, Eltern und Pädagogen.
Fazit
Legasthenie ist keine Krankheit, kein Zeichen mangelnder Intelligenz und kein Hindernis für Erfolg in jedweder Position – auch nicht für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die Aussagen von Präsident Trump widersprechen dem wissenschaftlichen Konsens und sind geeignet, Millionen betroffener Menschen weltweit zu stigmatisieren. Der EÖDL fordert eine sachliche, faktenbasierte öffentliche Diskussion über Legasthenie.
Weiterführende Informationen:
- Originalartikel: legasthenieverband.org/legasthenie-trump-praesident-intelligenz
- EÖDL: www.legasthenie.at
- Fernstudium: www.legastheniefernstudium.com











